ARENA

Antibiotika-Resistenz-Projekt durch Innovationsfonds gefördert

Berlin (5. Dezember 2016) – Die zunehmende Antibiotikaresistenz stellt das Gesundheitswesen weltweit, aber auch in Deutschland, vor ernstzunehmende Herausforderungen. Ab dem Jahr 2017 startet ein neues Projekt unter dem Namen ARENA (Antibiotika-Resistenz-Entwicklung nachhaltig abwenden), das sich dieser Problematik annehmen wird. Antibiotika werden auch bei relativ harmlosen Infektionen vielfach zu oft verschrieben und eingenommen, womit letztlich Resistenzen gefördert werden. Das Ziel des jetzt aufgelegten Projekts besteht im Wesentlichen darin, den Einsatz von Antibiotika auf ein sinnvolles Maß zurückzufahren und ein Problembewusstsein in der Ärzteschaft sowie bei Patienten und der Öffentlichkeit zu schaffen.

Als Konsortialführer koordiniert das AQUA-Institut das ARENA-Projekt und organisiert die wissenschaftliche Begleitung. Als weitere Partner sind mit an Bord: die AOK Bayern, die AOK Rheinland/Hamburg, die KV Bayerns, die Agentur deutscher Arztnetze sowie über 400 Arztpraxen aus 14 Arztnetzen aus Bayern und Nordrhein-Westfalen mit ca. 74.000 eingeschriebenen AOK-Versicherten. Der AOK-Bundesverband unterstützt das Vorhaben als Kooperationspartner. ARENA wird mit rund 6 Millionen Euro aus dem Innovations­fonds finanziert.

Im Rahmen des Projekts werden bei vorab festgelegten Diagnosen zu häufigen Infekten der Atemwege und der Harnwege, bei denen in der Regel kein Antibiotikum notwendig ist, Patienteninformationen und Öffentlichkeitskampagnen durchgeführt. Diese sollen insbesondere den Patienten verdeutlichen, dass eine nicht erfolgte Antibiotikagabe keine schlechtere, sondern die richtige Behandlung ist.

Hierzu erhalten sowohl Ärzte als auch Praxispersonal ein darauf zugeschnittenes Informations- und Kommunikationstraining. Parallel dazu werden datengestützte Qualitätszirkel mit den beteiligten Netzärzten, mit medizinischen Fachangestellten sowie sektorenübergreifend auch in Zusammenarbeit mit anderen Leistungserbringern (z.B. Krankenhäusern, Pflegeheimen,-diensten, Apotheken) durchgeführt. Die beteiligten Ärzte aus den Netzen erhalten für die im Rahmen des Projektes erbrachten Leistungen eine Vergütung. Die Ergebnisse werden geeigneten Vergleichsgruppen von AOK-Versicherten gegenübergestellt und ausgewertet.

„Antibiotika gehören zu den wichtigsten Errungenschaften der Medizin, jedoch verlieren sie zusehends ihre Wirkung. Wir erwarten, dass die Ergebnisse aus dem Projekt einen starken Impuls für einen vernünftigen Umgang mit Antibiotika setzen werden und sich die Patientenversorgung dadurch langfristig spürbar verbessern kann“, so Prof. Szecsenyi, Geschäftsführer des AQUA-Instituts.

Die Koordination und Information der beteiligten Netze hat die Agentur deutscher Arztnetze übernommen. Deren Vorstandsvorsitzender Dr. Veit Wambach betont: „Netze sind Innovationsmotoren und Vorreiter in Sachen Qualität. Daher ist es für die beteiligten Netze ein Kernanliegen, die Antibiotikaresistenzstrategie der Bundesregierung in der vernetzten Versorgung vor Ort voranzutreiben und die weltweite Ausbreitung von Resistenzen zu stoppen.“

Aus Sicht des Vorstands der KVB – Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Ilka Enger – hat das ARENA-Projekt eine große Relevanz für den Praxisalltag. Die KVB bringe dabei ihre Expertise in der ambulanten Versorgung und speziell im Bereich der Verordnung von Antibiotika ein. Zugleich könne die KVB mit ihrem langjährigen Know-how in der Gestaltung und Abrechnung von Verträgen zum Gelingen von ARENA beitragen.

Die zunehmende Bedrohung durch multiresistente bakterielle Infektionserreger macht es notwendig, auf einen sachgemäßen Einsatz von Antibiotika hinzuwirken. Aufgeklärte Verbraucher können erheblich zu einem rationalen Antibiotikaeinsatz beitragen, umso wichtiger ist es, diese mit gut verständlichen Informationen zu versorgen. Nur so könne es gelingen, den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen erfolgreich zu führen, so die AOK (Bayern, Rheinland-Hamburg und der Bundesverband).

Die Agentur deutscher Arztnetze

Die Netzagentur ist Interessenvertreter der über 400 Gesundheitsverbünde in Deutschland. Darüber hinaus unterstützt sie ihre Mitglieder auf dem Weg der Professionalisierung. Sie wurde im Juli 2011 gegründet, um Ihre Interessen und Kompetenzen gemeinsam zu bündeln und auf Bundesebene zu positionieren. Der Agentur deutscher Arztnetze gehören derzeit 27 Mitglieder an.

Das AQUA-Institut

Das AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheits­wesen GmbH ist ein interessenunabhängiges und neutrales Dienstleistungs­unternehmen. Verankert im wissenschaftlichen Umfeld, hat es sich auf Qualitäts­förderungsprojekte im Gesundheitswesen spezialisiert.

AOK Bayern

Seit über 130 Jahren steht die AOK als eine der größten Krankenversicherungen in Deutschland für Sicherheit und umfassende medizinische Versorgung im Krankheitsfall. Mit mehr als 4,4 Millionen Versicherten und über 10.000 Mitarbeitern ist die AOK Bayern im Freistaat eines der größten Dienstleistungsunternehmen und die viertgrößte Kranken- und Pflegekasse in Deutschland.

AOK Rheinland/Hamburg

Die AOK Rheinland/Hamburg ist mit 2,9 Mio. Versicherten die achtgrößte gesetzliche Krankenkasse in der Bundesrepublik. Sie ist Initiator regionaler Projekte zur Ver­besserung der allgemeinen Gesundheit und Trendsetter bei Versorgungsverträgen mit dem Ziel der Qualitätsverbesserung in der Medizin. Mit ihrem Handeln lässt die AOK Rheinland/Hamburg ihre Kunden am medizinischen Fortschritt umfassend teilhaben.

AOK-Bundesverband

Der AOK-Bundesverband ist der Interessenvertreter der AOK-Gemeinschaft. Die Gesundheitskasse versichert in elf verschiedenen AOKs bundesweit mehr als 24 Millionen Menschen. Zu den Kernaufgaben des AOK-Bundesverbandes gehört das Engagement für eine qualitativ gute und wirtschaftliche Gesundheitsversorgung der AOK-Versicherten.

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns

Die KVB ist die Standesvertretung aller für die ambulante Versorgung in Bayern zugelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Sie stellt die ambulante ärztliche und die psychotherapeutische Versorgung der gesetzlich krankenversicherten Patienten in Bayern sicher. Ferner vertritt sie die Interessen ihrer ca. 25.000 Mitglieder, der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten im Freistaat.
 


Quelle: AQUA – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH, 05.12.2016 (tB).

MEDICAL NEWS

New guidance to prevent the tragedy of unrecognized esophageal intubation
Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…
Suliqua®: In komplexem Umfeld – einfach besser eingestellt
Suliqua®: Überlegene HbA1c-Senkung  im Vergleich zu Mischinsulinanalogon
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…

ERNÄHRUNG

Gesunde Ernährung: „Nicht das Salz und nicht das Fett verteufeln“
Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?

ONKOLOGIE

Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…
Mehr Lebensqualität für onkologische Patient:innen durch bessere Versorgung: Supportivtherapie, Präzisionsonkologie,…
WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…