Auf die Stimme der Demenzkranken hören

Modellstudie zur Förderung der Selbstbestimmung von Menschen mit Demenz

 

Witten (22. Juli 2011) – Am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Standort Witten, startet unter der Leitung von Privatdozention Dr. Birgit Panke-Kochinke und Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik eine Modellstudie mit dem Titel „Selbstwahrnehmung und Intervention (SEIN)“. Ein zentrales Ziel der Studie ist es, zu ermitteln, wie sich die Selbstbestimmung von Menschen mit Demenz im Frühstadium ihrer Erkrankung individuell passgenau und damit ressourcenorientiert fördern lässt.

 

Um diese Frage zu beantworten, werden in der Studie Menschen mit Demenz im Frühstadium ihrer Erkrankung, die zu Hause leben und sich in Selbsthilfegruppen engagieren verglichen mit Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind. Es soll untersucht werden, wie sich der Umgang mit ihrem Leben durch ihre Erkrankung verändert und welcher Stellenwert dabei dem Engagement in Selbsthilfegruppen zukommt. Als Vergleichsgruppe Menschen mit Multipler Sklerose zu wählen bietet die Chance, herauszufinden, worin sich der Versorgungsbedarf Demenzkranker von dem anderer Menschen mit chronischen Erkrankungen unterscheidet.

 

„Um die Bedürfnisse der Menschen mit Demenz zu ermitteln, ist es uns wichtig, mit den Menschen selbst zu sprechen, ihnen zuzuhören und aus ihrer individuellen Perspektive zu erfassen, welche Ressourcen und Möglichkeiten der Unterstützung und Begleitung in welcher Phase der Erkrankung passend sind“, erklärt Panke-Kochinke. In der Studie werden deshalb Menschen mit Demenz im Frühstadium und Menschen mit Multipler Sklerose im Rahmen von Gruppendiskussionen und offenen, narrativen Interviews über ihren Umgang mit ihrer Erkrankung befragt. Panke-Kochinke geht grundsätzlich davon aus, dass ihre Gesprächspartnerinnen und -partner über sich und ihre Erfahrungen sprechen können und in der Lage sind, ihre Situation im Forschungsprozess selbstbestimmt zu definieren. In beiden Gruppen ist jedoch aufgrund des Krankheitsbildes anzunehmen, dass sich die Krankheit in einzelnen Fällen auch in Form von Sprachproblemen äußern kann. Wie man in einem Forschungsprozess damit umgehen kann, ist bisher weitgehend unklar. Es ist ein weiteres zentrales Ziel des Forschungsvorhabens, dafür methodische Standards zu entwickeln.

Im Anschluss an diese Modellstudie ist geplant, Menschen mit Demenz in einer Längsschnittstudie zu begleiten, um zu erfahren, wie sich die die Bedarfe und Bedürfnisse im Krankheitsverlauf verändern.

 

 


Quelle: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), 22.07.2011 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung