Benchmarking fördert Lebensqualität von Menschen mit Demenz in Wohn- und Hausgemeinschaften

KDA wünscht stärkere Berücksichtigung alternativer Wohnform 

 

Köln (22. April 2010) – Benchmarking ist vornehmlich aus der betriebswirtschaftlichen Praxis bekannt. An sich bezeichnet es den systematischen und kontinuierlichen Prozess des Vergleichens von Dienstleistungen und Produkten. Dabei werden Erfahrungen, Kenntnisse und Problemlösungsansätze in Gruppendiskussionen ausgetauscht. Dass sich dieses Instrument zur Qualitätsverbesserung auch hervorragend eignet, um Pflege und Begleitung in Wohn- und Hausgemeinschaften zu optimieren, zeigt ein zweijähriges Projekt des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) und der Konkret Consult Ruhr GmbH (KCR) zur Betreuung von Menschen mit Demenz.

 

Die „Demenz-WG“ als Versorgungsmodell der Zukunft

 

Im Mittelpunkt des vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Leuchtturmprojekts „Evaluation der Potenziale in der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz in Haus und Wohngemeinschaften durch die Anwendung von Benchmarkingprozessen“ stand dabei die Frage, wie die Qualität der Pflege und Betreuung für Menschen mit Demenz, die in Haus- und Wohngemeinschaften leben, weiterentwickelt werden kann. Hierfür haben KDA und KCR 18 Wohn- und Hausgemeinschaften ausgewählt und evaluiert, in denen überwiegend oder ausschließlich demenzielle Menschen zusammenleben. „Das Forschungsprojekt hat deutlich gezeigt, dass  Wohn- und Hausgemeinschaften Menschen mit Demenz optimal begleiten und ihnen ermöglichen, in dieser Lebensphase ein Höchstmaß an Selbstbestimmung und Lebensqualität zu erlangen. Deshalb müssten diese Wohnformen als Alternative zum klassischen Altenheim viel stärker gefördert werden“, betont der Geschäftsführer des KDA, Dr. Peter Michell-Auli.

 

 

Hochmotivierte Mitarbeitende und sehr zufriedene Bewohner und Mieter

 

Auf der Abschlusstagung in Gelsenkirchen wurden die Evaluationsergebnisse vorgelegt. „Die Methode des Benchmarking eignet sich auch für die Haus- und Wohngemeinschaften“, resümieren die Projektleiter Klaus Besselmann (KDA), Thomas Risse (KCR) sowie die Vertreter der Einrichtungen. Das Überraschende: Auch bei Einsatz unterschiedlicher Forschungsmethoden wie Befragungen, Beobachtungen und Gruppendiskussionen etc., wurde die Qualität in den Haus- und Wohngemeinschaften überwiegend positiv bewertet. „Wir waren überrascht, wie durch gute Schulung und Anleitung auch angelernte Mitarbeitende, die als Präsenzkräfte oder Alltagshelfer eingesetzt werden, Menschen mit Demenz kompetent begleiten“, so Gerlinde Strunk-Richter, Leiterin des KDA-Fachbereichs Demenz. „In unserer 30-jährigen Berufspraxis haben wir schon lange nicht mehr so gute Pflege- und Lebensqualität beobachtet“, freut sich auch Strunk-Richters Kollegin, Christine Sowinski, Leiterin des KDA-Fachbereichs Beratung. 

 

Interessierte können die Vortragsunterlagen zum Abschlusskongress unter www.kda.de > Projekte einsehen und herunterladen, ebenso unter www.kcr.de . Weitere Informationen zum Leuchtturmprojekt Demenz finden sich auch unter www.bmg.bund.de / Suchbegriff Leuchtturmprojekt Demenz.

 

 

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA):

 

Das KDA mit Sitz in Köln arbeitet unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler und bietet zahlreiche Fachinformationen und Fortbildungen zu Demenzerkrankungen an. Darüber hinaus erstellt das KDA Studien, Expertisen und  Arbeitshilfen zu allen Fragen des Alterns u.a. für Bundes- und Landesministerien, Kommunen und Sozialverbände, entwickelt Managementkonzepte für Heimträger und ambulante Pflegedienstleister und konzipiert Weiterbildungsmaßnahmen für Führungs- und Fachkräfte.

 

 

Die Konkret Consult Ruhr GmbH (KCR)

 

Die KCR, ansässig im Wissenschaftspark Gelsenkirchen, ist seit 1993 tätig. KCR verbindet Analyse, Beratung, Qualifizierung und Training für Dienstleistungsunternehmen, insbesondere aus dem Bereich der Sozialwirtschaft (stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen, Behinderteneinrichtungen, Beschäftigungsgesellschaften, Wohlfahrtsverbände, Krankenhäuser).

 

 


Quelle: Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) (tB).

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