Berufsgruppenübergreifende Vernetzung im Sinne der Patientenversorgung

NetzwerkApotheke Schmerz – ein Fortbildungs- und Kooperationsprojekt der DGS

 

Frankfurt am Main (5. März 2016) – Für viele Patienten mit Schmerzen ist die Apotheke die erste Anlaufstelle, das verschreibungsfreie Medikament eine schnelle Lösung. Problematisch kann die Einnahme verschreibungsfreier Medikamente jedoch bei Patienten sein, die auch andere Medikamente einnehmen. Daher sei eine berufsgruppenübergreifende Vernetzung – besonders zwischen Ärzten und Apothekern – zentral, um die Versorgung von Schmerzpatienten zu verbessern, so das Fazit eines Symposiums im Rahmen des Deutschen Schmerz- und Palliativtages. Deshalb hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) das Fortbildungsprojekt NetzwerkApotheke Schmerz ins Leben gerufen.


Jedes Jahr werden in deutschen Apotheken mehr als 116 Millionen Packungen verschreibungsfreier Schmerzmedikamente verkauft. Selbst Sportler konsumieren häufig nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen und Paracetamol. Vielfach kommt es zu Nebenwirkungen wie gastrointestinalen Blutungen. Gefährlich kann es insbesondere dann werden, wenn die Patienten auch andere Medikamente einnehmen, die möglicherweise mit NSAR interagieren. „Es ist wichtig, die Patienten für diese Problematik zu sensibilisieren“, sagte Stephanie Funk, Apothekerin aus Göppingen, beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt. Im Sinn einer optimalen Patientenversorgung sei darüber hinaus eine gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker sinnvoll und wichtig.


 

Unter anderem um diese Kooperation zu fördern, hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) das Projekt „NetzwerkApotheke Schmerz“ ins Leben gerufen. Innerhalb dieses Projekts wurden seitdem 238 Apotheken von ärztlichen Schmerztherapeuten und Leitern von DGS-Schmerzzentren fortgebildet und zertifiziert.

 

Inhalte der Fortbildungsveranstaltungen sind Grundlagen der Schmerztherapie, Differentialdiagnostik, medikamentöse und nichtmedikamentöse sowie adjuvante Therapien. Ein wichtiges Sonderthema, mit dem Apotheker häufig konfrontiert werden, sind Kopfschmerzen. Die Fortbildungen werden abgerundet durch eine Falldiskussion, der Lernerfolg wird anhand von TED-Fragen überprüft.

 

 

Ein Team für die Begleitung der Patienten

 

Eine berufsgruppenübergreifende Vernetzung zwischen allen an der Behandlung von Schmerzpatienten beteiligten Akteuren verbessert die Versorgung unserer Patienten, so die einhellige Meinung der Experten bei dem Symposium im Rahmen des Deutschen Schmerz- und Palliativtages. „Viele Patienten lassen sich in der Apotheke beraten, z. B. wenn sie nicht schnell genug einen Termin beim Arzt oder Facharzt bekommen“, sagte Norbert Schürmann, Leiter des Regionalen Schmerzzentrums DGS Moers. Die Lösung, ein verschreibungsfreies Medikament einzunehmen, erscheine so einfach. Umso wichtiger sei es, im Sinne der Patientenversorgung Netzwerkkontakte aufzubauen und Allianzen zu entwickeln, nicht nur zwischen Ärzten und Apothekern. Zu einem tragfähigen Netzwerk gehören auch Physiotherapeuten, das Pflegepersonal und Patientenorganisationen. „Wir brauchen ein Team und viel Kommunikation, um die Patienten zu begleiten“, so Schürmann.

 

 

Der Deutsche Schmerz- und Palliativtag 2016 – Patientenversorgung im Mittelpunkt

 

Der jährlich stattfindende Deutsche Schmerz- und Palliativtag ist mit über 2.000 Teilnehmern der größte deutsche Versorgungskongress für den Bereich Schmerz. Veranstalter ist die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS). Mitveranstalter sind die Patientenorganisation Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL) und die Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Palliativversorgung e. V. Vorrangiges Ziel ist die Vermittlung besonders praxisnaher und alltagstauglicher schmerzmedizinischer Inhalte – am Patienten orientiert und direkt aus der Forschung in die tägliche Arbeit übersetzbar. Der Kongress dauert noch bis zum 05. März.

 

 

 


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V., 05.03.2016 (tB).

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