Bessere Kommunikation zwischen gehörlosen Patienten und medizinischem Personal

Eine App als Dolmetscher für Gebärdensprache

 

Hannover (21. November 2012) – Im Krankenhaus ist eine eindeutige Kommunikation unerlässlich. Doch was ist, wenn die Patientin oder der Patient gehörlos und eine „normale“ Kommunikation nicht möglich ist? Das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik (PLRI) bietet jetzt eine Applikation (App) für mobile Endgeräte an, die medizinische Dialoge in Gebärdensprache übersetzt. iSignIT-App ermöglicht mit mehr als 800 medizinischen Phrasen eine Basiskommunikation zwischen gehörlosen Patienten und dem medizinischen Personal. Anhand von einfachen Fragen und Antworten kann sich ein schwerhöriger oder gehörloser Patient mit einem Arzt oder einer Pflegkraft verständigen.

 

Die ausgewählten Aussagen werden mittels Videos in Gebärdensprache übersetzt. „Patienten können mit Hilfe der App rasch ihre Probleme beschreiben. Medizinisches Personal wiederum kann gezielt nachfragen und über Behandlungsschritte informieren“, sagt Tino Schaft vom PLRI MedAppLab des Peter L. Reichertz Instituts für Medizinische Informatik (PLRI). Die mobile Übersetzungshilfe iSignIT-App wurde vom PLRI MedAppLab gemeinsam mit dem ServiceCenter ÖGS.barrierefrei und der Entwicklerfirma Blue Owl Software erstellt. Zurzeit ist die App in englischer, deutscher und österreichischer Gebärdensprache verfügbar. Sie kann kostenlos im App Store von Apple bezogen werden (www.isignit-app.de)

Mit Anwendungen auf Tablet-Computern und Smartphones können die Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen gehörlosen Patienten und medizinischem Personal verringert werden. "Es ist aber klar, dass iSignIT-App Gebärdensprach-dolmetscher nicht ersetzen kann“, sagt Schaft. Doch sei sie ein hilfreiches Mittel, um erste Barrieren abzubauen. Gebärdensprache ist die Muttersprache der Gehörlosen.

Wie bei Lautsprachen haben sich regional sehr unterschiedliche Gebärdensprachen herausgebildet. Es existieren sogar verschiedene Dialekte. Es gibt beispielsweise die deutsche, die österreichische oder die amerikanische Gebärdensprache, die wie die Lautsprachen stark voneinander abweichen. Die genaue Zahl der Menschen, die in Gebärdensprache kommunizieren, ist schwer einzugrenzen. Schätzungen gehen von insgesamt etwa 200.000 Menschen in Deutschland aus.

Das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik ist ein gemeinsames Institut der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Technischen Universität Braunschweig. Die beiden Hochschulen stärken durch das Institut ihre Kompetenzen in den Bereichen assistierende Gesundheitstechnologien, eLearning, Informationsmanagement und Lehre.

 


 

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover, 21.11.2012 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung