COVID-19

BVMed weist auf Bedeutung von Medizinprodukten für eine erfolgreiche Impfkampagne hin

 

Berlin (31. Mai 2021) — Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, macht mit der Hashtag-Kampagne #KeinImpfenOhneSpritzen darauf aufmerksam, dass Medizinprodukte wie Spritzen und Kanülen, aber auch Desinfektionsprodukte und Pflasterspots unentbehrlich für eine erfolgreiche Impfkampagne sind. „Das Impfprogramm ist der einzige Weg aus der Pandemie. Und es ist von großer Bedeutung für das Wiederhochfahren der Wirtschaft, der Kultur, des gesellschaftlichen Lebens. Die logistischen Herausforderungen sind gewaltig. Medizintechnik ist Teil der Lösung“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Informationen zur Spritzenproduktion sowie Hintergründe und Porträts von Mitarbeitern können unter www.bvmed.de/impfkampagne abgerufen werden.

Bei jeder Impfung sind Medizinprodukte unentbehrlich: ohne passende Spritzen oder Kanülen kein Impfen. Der Bedarf an diesen Medizinprodukten wie 1ml-Spritzen, Kanülen oder Kochsalzlösungen steigt weltweit stark an. Allein für Deutschland werden 160 Millionen Spritzen und Kanülen benötigt. Europaweit sind es rund 900 Millionen, weltweit mehrerer Milliarden. Und all dies in kürzester Zeit – zusätzlich zur Regelversorgung! Die Spritzenhersteller sind nach Auskunft des BVMed bereits im Sommer 2020 ohne Verträge in Vorleistung gegangen: Die Produktionskapazitäten wurden gesteigert. Die Lagerbestände für 1ml-Spritzen wurden mit Blick auf die Impfkampagne deutlich ausgebaut. Die Spritzenhersteller decken den gestiegenen Bedarf vor allem durch verstärkte Schichten (24/7), Optimierungen in bestehenden Produktionsanlagen und Ausweitung der Produktionskapazitäten.

Aktuell gibt es daher keine Produktionsengpässe. Die Lieferfähigkeit von Spritzen und Kanülen ist derzeit gegeben. „Es wird nicht zu Engpässen bei den Spritzen kommen, wenn die internationalen Lieferketten stabil bleiben und die Verteilung der ausreichend vorhandenen Impfspritzen im Rahmen der Impfkampagne durch die Länder intelligent gesteuert wird“, so der BVMed. Mittel- bis langfristig kann eine digitale Bestandsplattform versorgungskritischer Medizinprodukte helfen. „Ziel muss es sein, mit smarten Lösungen und offenen Schnittstellen die Verteilung versorgungskritischer Medizinprodukte in Krisensituationen zu optimieren.“

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Hintergrund: Die Produktion von Spritzen und Kanülen

Für die Produktion der Einmalspritzen aus Kunststoff wird spezielles medizinisches Granulat benötigt, das einen hohen Reinheitsgrad hat. Das Kunststoffgranulat wird erhitzt, geschmolzen und in speziellen Spritzgussmaschinen in Formen gespritzt, um die Kunststoffteile – Zylinder und Kolben – herzustellen. Die Kanülen werden aus rostfreien Edelstahlstreifen hergestellt, gewalzt, verschweißt, gezogen, geschnitten und geschliffen.

Die Komponenten für die Kanüle und die Kunststoffteile für die Spritze (Zylinder, Kolben, Dichtungsring) werden in Hochgeschwindigkeits-Montagemaschinen zusammengeführt, dann verpackt und sterilisiert. Bei den 1ml-Impfspritzen werden die Kunststoffteile verpackt und sterilisiert. Die mitgelieferte Kanüle wird in der Arztpraxis mit einem Steckmechanismus aufgebracht.

Der Aufbau einer Spritzen-Produktionsanlage erfordert spezielles Knowhow und hohe Maschinenkompetenz. Die wichtigsten Maschinen und Prozesse sind: Formpressen (Spritzgussverfahren) und Formen, Skalendruckmaschinen, Hochgeschwindigkeits-Montagemaschinen, Thermoformmaschinen und Verpackungsmaschinen.

Die Impfstoffhersteller haben unterschiedliche Anforderungen in Bezug auf die Dosierung. Bei Pfizer beträgt die Dosis 0,3 ml, bei den anderen Herstellern 0,5 ml. Für alle Impfstoffe werden 1ml-Impfspritzen benötigt. Ausnahme ist die siebte Dosis aus den Biontech-Fläschchen. Für sie werden spezielle Spritzen mit geringem Totraumvolumen benötigt.

 

 

 

Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband rund 230 Hersteller und Zulieferer der Medizintechnik-Branche sowie Hilfsmittel-Leistungserbringer und Homecare-Versorger. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 235.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 34 Milliarden Euro, die Exportquote bei 66 Prozent. Dabei sind 93 Prozent der MedTech-Unternehmen KMUs. Der BVMed ist die Stimme der deutschen MedTech-Industrie und vor allem des MedTech-Mittelstandes.

 

 


Quelle: Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, 31.05.2021 (tB).

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