DBfK zu Advanced Nursing Practice in Deutschland

 

Berlin (5. Juli 2011) – Der International Council of Nurses (ICN) definiert Advanced Nursing Practice (ANP) für den internationalen Gebrauch als die Berufstätigkeit von Pflegefachpersonen, die in spezifischen Versorgungsbereichen autonom arbeiten. Sie verfügen über Expertenwissen, Fähigkeiten zur Entscheidungsfindung bei komplexen Sachverhalten und klinische Kompetenzen für eine erweiterte pflegerische Praxis. International werden die Bezeichnungen Nurse Practitioner und Clinical Nurse Specialists bzw. Advanced Practice Nurses (APN) nicht immer trennscharf unterschieden. Alle verfügen über eine Berufszulassung als professionelle Pflegefachperson (engl. Registered Nurse) und über Berufserfahrung. Nurse Practitioner verfügen über eine akademische Qualifikation auf Masterebene. In Deutschland besteht bisher kein einheitlicher Sprachgebrauch zu ANP.

 

Der DBfK-Bundesvorstand hat auf der Grundlage der Diskussion mit Expert/innen1 folgende Position verabschiedet:

 

 

ANP wird vom DBfK definiert als ‚Erweiterte pflegerische Praxis‘.

 

ANP ist gekennzeichnet durch (Handlungs-)Autonomie. Dies beinhaltet u.a. umfassendes Assessment des Klienten erheben, Diagnosen stellen, Interventionen planen und durchführen, Heil-, Hilfsmittel und Medikamente verordnen sowie Ein- bzw. Überweisungen ins Krankenhaus, an den Hausarzt oder an weitere Gesundheitsberufe veranlassen.

 

Eine Tätigkeit im Bereich ANP setzt eine Berufszulassung im Sinne des Heilberufes Pflege nach Art. 74 (1) Nr. 19 GG voraus. Personen, die ANP ausüben, werden als Nurse Practitioner2 bezeichnet.

 

Die Qualifikation erfolgt über ein Masterstudium. Neben spezialisiertem klinischem Wissen bilden vor allem Steuerungswissen und Forschungswissen die Grundlage der Tätigkeit3.

 

Die Tätigkeit ist im Sozialrecht bzw. mit einer expliziten Stellenbeschreibung in Institutionen des Gesundheits- und Pflegewesens geregelt. Das heißt: Nurse Practitioner sind befähigt, in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung ihre Expertise entweder freiberuflich oder angestellt umzusetzen. Den Erfordernissen des Berufs-, Leistungs-, Haftungs- und Sozialrechts ist mit den entsprechenden Regularien Genüge getan.

 

In der kurz- bis mittelfristigen Perspektive bis zur Durchsetzung der o.g. Position gilt als Beurteilungsmaßstab:

 

Professionelles Handeln im Sinne von ANP umfasst mehr Kompetenzen als sie durch eine klassische Weiterbildung erworben werden, und unterscheidet sich im Grad der Autonomie des Handelns (z.B. als Tätigkeit im Rahmen von Modellen nach § 63 (3c) SGB V). Grundlage ist immer eine spezifische Qualifizierung und eine Berufszulassung im Sinne des Alten- bzw. Krankenpflegegesetzes. Für Qualifizierungsangebote für eine ANP gilt dies entsprechend.

 

Der DBfK Bundesvorstand, Juni 2011

 

 

Anmerkungen 

  1. Ergebnisse der ANP-Fachtagung am 14.11. 2008 in Lübeck; DBfK-Broschüren ANP 2007 und 2011 www.dbfk.de
  2. Für die Übersetzung im deutschsprachigen Raum erfolgt derzeit eine Abstimmung zwischen den Berufsverbänden der deutschsprachigen Länder.
  3. Die Spezialisierung im Sinne der Weiterbildungen nach Landesrecht bzw. DKG-Empfehlung werden nicht als erweiterte pflegerische Praxis im Sinne von ANP bewertet.

 


 

Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK), 05.07.2011 (tB).

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…
DBfK: Besondere Rolle für Pflegeexpert/innen Schmerz – nicht nur in…

DIABETES

“Körperstolz”: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
Finanzierung der ambulanten Krebsberatung weiterhin nicht gesichert
Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT

MULTIPLE SKLEROSE

Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…