DDG Herbsttagung: Beim Typ 2 Diabetes das metabolische Gedächtnis beachten

Mit Liraglutid rasch zum Ziel – mit Gewichtsabnahme und ohne Induktion von Hypoglykämien

 

Berlin (5. November 2010) – Bei der modernen Diabetestherapie ist Konsequenz gefragt, da der Körper offenbar ein metabolisches Gedächtnis besitzt. Es sollte deshalb frühzeitig nach Diagnosestellung des Diabetes ein HbA1c-Zielwert unter 6,5 Prozent erreicht werden, allerdings ohne eine Ge­wichtszunahme oder Hypoglykämien zu induzieren. Möglich ist dies durch GLP-1-basierte Antidiabetika wie Liraglutid, das den Blutzucker direkt glucoseabhängig reguliert. Inwie­weit das humane-GLP-1 Analogon auch kardioprotektive Effekte vermittelt, wird derzeit in einer großen Endpunktstudie geprüft.

 

Je früher nach der Diagnose eines Typ 2 Diabetes wieder eine normale Stoffwechsel­einstellung gewährleistet ist, umso günstiger ist das im Hinblick auf das kardiovaskuläre Risiko des Patienten. „Die antidiabetische Therapie darf deshalb keinesfalls zaghaft begonnen werden“, forderte Professor Dr. Werner Kern, Ulm, bei der 4. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Berlin.

 

 

Wichtig ist eine rasche Therapieeskalation

 

Gefragt ist vielmehr eine schnelle Therapieeskalation, wenn sich mit den üblichen oralen Antidiabetika der HbA1c-Zielwert nicht rasch einstellt. Denn eine Analyse der vor­liegenden Daten (1) dokumentiert eine Reduktion der Rate an Myokardinfarkten von 17 Prozent bei Senkung des HbA1c um 0,9 Prozentpunkte, wobei die Patienten am meisten profitieren, bei denen bereits von Beginn an eine strikte Blutzuckersenkung erfolgt (2). „Dann ist die kardiovaskuläre Ereignisrate langfristig am niedrigsten“, sagte Kern in Berlin. Die  anfängliche Konsequenz lohnt sich folglich auf lange Sicht und das laut Kern sogar, wenn sich später die Glucoseeinstellung wieder etwas verschlechtern sollte. „Der Körper besitzt offenbar ein metabolisches Gedächtnis“, betonte der Diabetologe.

 

Ein Dilemma der modernen Diabetestherapie liegt nach seinen Worten aber darin, dass die Blutzuckereinstellung weder eine Gewichtszunahme noch Hypoglykämien induzieren darf, da dies das kardiovaskuläre Risiko des Patienten wieder steigern würde.

 

Hier setzt die Behandlung mit dem humanen-GLP-1 Analogon Liraglutid (Victoza®) an, das seine hohe antidiabetische Effektivität im LEAD-Studien­programm (Liraglutid Effect and Action in Diabetes), bestehend aus sechs Einzelstudien, unter Beweis gestellt hat. Dabei hat sich gezeigt, dass Liraglutid in Kombination mit OADs eine rasche HbA1c-Kontrolle bewirkt. Hierbei wurden außer in Kombination mit Sulfonylharnstoffen nur sehr wenige Hypoglykämien beobachtet. Das GLP-1 Analogon bessert zugleich die Betazell-Funktion und bewirkt eine moderate Gewichtsreduktion sowie eine Senkung des systolischen Blutdrucks. Es ist hinsichtlich der HbA1c-Senkung anderen GLP-1-basierten Therapieformen wie dem DPP-IV-Inhibitor Sitagliptin statistisch signifikant überlegen, wie eine erste direkte Vergleichsstudie (3) belegt. Liraglutid reduzierte den HbA1c-Wert in dieser Studie stärker als Sitagliptin und das unabhängig vom Ausgangs-HbA1c.

 

 

LEADERTM-Studie: Endpunktstudie prüft kardioprotektive Effekte von Liraglutid

 

Da GLP-1 kardioprotektive Effekte wie eine Verbesserung einer endothelialen Dys­funktion, eine Reduktion der Infarktgröße, eine Erhöhung der myokardialen Glucose­aufnahme und eine Besserung der Funktion bei einer Herzinsuffizienz vermittelt, liegt es nahe, solche Wirkungen auch von GLP-1-Analoga wie Liraglutid zu vermuten. Inwie­weit sich diese Hoffnung realisiert, wird derzeit in einer kardiovaskulären Endpunktstudie, der LEADERTM-Studie (Liraglutide Effect and Action in Diabetes: Evaluation of Cardio­vascular Outcome Results), untersucht.

 

Es handelt sich laut Professor Dr. Stephan Jacob, Villingen-Schwenningen, um eine multi­zentrische, internationale, randomisierte, doppelblinde Langzeitstudie bei Patienten mit einem HbA1c-Wert über 7 Prozent, die ein ausgeprägtes kardiovaskuläres Risikoprofil aufweisen. In der Studie sollen rund 9.000 Patienten fünf Jahre lang placebokontrolliert mit Liraglutid zusätzlich zur Standardtherapie behandelt werden. Untersucht wird dabei, inwieweit Liraglutid die Rate kardiovaskulärer Endpunkte und anderer klinisch relevanter Ereignisse bei Patienten mit Typ 2 Diabetes zu senken vermag, wobei als primärer End­punkt die Rate kardiovaskulärer Todesfälle, nicht tödlicher Myokardinfarkte sowie nicht tödlicher Schlaganfälle definiert wurden.

 

Mit der Studie, deren Rekrutierungsphase bereits angelaufen ist, verbindet sich nach Jacob die Hoffnung, die hohe kardiovaskuläre Gefährdung der Patienten gezielt durch Liraglutid und dessen günstige metabolische Effekte reduzieren zu können. Jacob: „Wir wissen, dass es sich beim Typ 2 Diabetes um eine vaskuläre Erkrankung handelt und hoffen, dass sich die über die Blutzuckersenkung hinausgehenden Wirkungen von Liraglutid auf die kardiovaskulären Risikofaktoren langfristig günstig auf die kardio­vaskuläre Ereignisrate auswirken werden“.

 

 

Literatur

 

  1. Ray KK et al. Lancet 2009,373:1765-1772
  2. Duckworth W et al. N Engl J Med 2009,360:129-139
  3. Pratley RE et al. Lancet 2010;375 (9724):1447-1456

 

 

Über Novo Nordisk

 

Novo Nordisk ist ein international tätiges und forschendes Unternehmen der Gesundheitsbranche mit einer weltweit führenden Position in der Diabetesversorgung. Daneben hält Novo Nordisk führende Stellungen in den Bereichen Blutgerinnung (Hämostase), Wachstumshormon- und Hormonersatztherapie. Dem ganzheitlichen Anspruch „Changing Diabetes® – Diabetes verändern“ entsprechend werden alle Produkte und Aktivitäten in größtmöglicher Verantwortung für Patienten, Ärzte und Gesellschaft konzipiert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Dänemark beschäftigt weltweit mehr als 29.300 Mitarbeiter in 76 Ländern, davon rund 600 am deutschen Standort in Mainz. Seine Produkte werden in 179 Ländern vertrieben. Als Aktiengesellschaft ist Novo Nordisk an den Börsen von Kopenhagen und New York gelistet.

 

Weitere Informationen unter www.novonordisk.de

 

 

 


Quelle: Symposium der Firma Novo Nordisk zum Thema „Der Risikopatient im Dschungel der Typ 2 Therapie“ am 05.11.2010 anläßlich der 4. Herbsttagung der Detschen Gesellschaft für Diabetologie (DDG) in Berlin (3K-Agentur für Kommunikation) (tB).

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