Der Patient im Fokus

Vorteile der 1x wöchentlichen MS-Basistherapie

 

Nürnberg (4. Dezember 2012) – In der Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) ist Interferon beta-1a i.m. (Avonex®) als effektives und gut verträgliches Basistherapeutikum etabliert. MS-Patienten profitieren zudem von der nur 1x wöchentlichen Anwendung, die mit der Einführung des automatischen Avonex® Pen™ noch einfacher geworden ist. Welchen Stellenwert diese Vorteile in der Praxis haben, erläuterte Privatdozent PD Dr. Ralf Linker, Erlangen, im Gespräch mit der MS-Schwester Tanja Stirnweiß und einer Patientin im Rahmen einer Presseveranstaltung der Biogen Idec GmbH.

 

Das oberste Ziel der MS-Therapie ist die Freiheit von klinisch relevanter und messbarer Krankheitsaktivität. Mit Interferon beta-Präparaten und Glatiramera-cetat stehen dafür verschiedene gut wirksame Substanzen zur Verfügung, die hinsichtlich ihres Einflusses auf die Schubfrequenz und die EDSS-Entwicklung keine signifikanten Unterschiede aufweisen [1]. „Angesichts der Äquieffizienz der gängigen MS-Basistherapeutika gewinnt die Patientenperspektive bei der Wahl der Therapie zusätzlich an Bedeutung“, so Linker. „Für den langfristigen Behand-lungserfolg ist es entscheidend, dass wir unseren Patienten eine patienten-freundliche Therapie ermöglichen, die diese so wenig wie möglich in ihrem Alltag beeinträchtigt.“

 

 

Anwendung und Hautverträglichkeit

 

Eine aktuelle Umfrage unter MS-Patienten zeigt, dass mehr als die Hälfte der Befragten sich eine möglichst unkomplizierte Therapie wünscht [2]. „Insbesondere eine hohe Injektionsfrequenz ist für die Mehrheit unserer Patienten eine enorme Belastung im Alltag“, so Stirnweiß. „Die nur 1x wöchentliche Anwendung von Interferon beta-1a i.m. ist in dieser Hinsicht ein großer Vorteil.“ Die Einführung des Avonex® Pen™ hat die Anwendung zusätzlich vereinfacht: In der Zulassungs-studie wendeten 89 % der Patienten die automatische Injektionshilfe spontan richtig an – 94 % zogen den Wochen-Pen der Fertigspritze vor [3]. „Wir haben von unseren Patienten bislang nur positive Rückmeldungen zum Wochen-Pen bekommen“, bestätigte Stirnweiß. Ein weiterer Vorteil ist die Hautverträglichkeit: Unter der 1x wöchentlichen intramuskulären Applikation treten gegenüber den subkutan zu verabreichenden Basistherapeutika signifikant weniger injektions-bedingte Lokalreaktionen auf (24 vs. 77-86 %; p < 0,05), so das Ergebnis einer interviewbasierten Studie [4]. „Dies ist ein wichtiger Aspekt, denn Hautreaktionen an den Injektionsstellen können nicht nur physisch einen großen Leidensdruck verursachen“, so Linker.

 

 

Hohe Adhärenz unter Interferon beta-1a i.m.

 

Die Vorteile der 1x wöchentlichen MS-Basistherapie mit Interferon beta-1a i.m. bestätigen sich letztlich in der Adhärenz: Laut einer aktuellen Beobachtungsstudie Presseinformation Biogen Idec GmbH, 4. Dezember 2012, Seite 2 sind 85 % der Patienten unter Interferon beta-1a i.m. adhärent – die Adhärenzrate ist damit signifikant höher als bei den gängigen subkutanen Basistherapeutika (66-78 %; p < 0,0001) [5]. „Aus klinischer Sicht ist dies höchst relevant“, betonte Linker. „Die Adhärenz beeinflusst direkt den Krankheitsverlauf und damit die physische und mentale Lebensqualität unserer Patienten.“ Studien belegen die direkte Korrelation: Patienten mit einer hohen Adhärenz (≥ 85 %) haben gegen-über nichtadhärenten Patienten (< 70 %) ein signifikant niedrigeres Schubrisiko über 3 Jahre [6]. Zudem erleiden sie signifikant weniger schwere Schübe, die eine Notfallversorgung notwendig machen [7].

 

 

Nur 1x wöchentlich an die Therapie denken

 

Welche Bedeutung die Vorteile von Interferon beta-1a i.m. letztlich für den einzelnen Patienten haben können, zeigte das konkrete Beispiel einer Patientin, deren Adhärenz aufgrund injektionsbedingter Probleme eingeschränkt war. Durch den Wechsel auf den Wochen-Pen konnte sie wieder zur regelmäßigen Therapie motiviert werden. „Die Anwendung des Pens ist unkompliziert und geht ganz schnell“, so die Patientin. „Der größte Vorteil für mich ist aber, dass ich nur 1x wöchentlich an die Therapie denken muss.“

 

 

Über Interferon beta-1a i.m.

 

Interferon beta-1a i.m. ist weltweit eines der meist verschriebenen Basistherapeutika, das seit 1997 zur Behandlung von schubförmiger MS zugelassen ist (EMA-Zulassung). Es verlangsamt das Fortschreiten von Behinderungen und verringert die Häufigkeit von Schüben. Interferon beta-1a i.m. ist ebenfalls zugelassen zur Behandlung von Patienten nach einem einmaligen demyelinisierenden Ereignis (CIS). Seit Juni 2011 ermöglicht der Avonex® Pen™ MS-Patienten eine noch einfachere und sichere MS-Therapie per Knopfdruck. Die Langzeitwirksamkeit der 1x wöchentlichen Therapie mit Interferon beta-1a i.m. ist umfassend belegt. Aktuelle Ergebnisse bestätigen die bisherigen Erkenntnisse: Auch 10 Jahre nach einem CIS hatten 92 % der Patienten unter Interferon beta- 1a-Exposition noch immer einen schubförmigen MS-Verlauf – 81 % zeigten einen EDSS-Wert ≤ 2,5 [8]. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Der initiale Beginn der Therapie mit Interferon beta-1a i.m. nach einem CIS reduzierte das Risiko für die Entwicklung einer klinisch manifesten MS (CDMS) gegenüber dem verzögerten Therapiestart signifikant um 39 % adjustiert (HR: 0,61; p = 0,001) [8]. Die Analyse von mehr als 385 Tsd. Patienten mit kumuliert > 1,4 Mio. Patientenjahren belegt zudem, dass das Langzeitsicherheitsprofil in der klinischen Praxis dem der Zulassungsstudien entspricht. Es zeigten sich keine neuen oder unerwarteten Nebenwirkungen und kein Hinweis auf eine erhöhte Inzidenz maligner Erkrankungen [9-11]. Aktuelle Ergebnisse belegen darüber hinaus, dass das Basistherapeutikum bei schwangeren Patientinnen nach Eintritt der Schwangerschaft bis Ende des ersten Trimenons unbedenklich ist und zu keiner erhöhten Rate an Spontanaborten und Fehlbildungen führt [12]. Weitere Informationen finden Sie unter www.avonex.de. Presseinformation Biogen Idec GmbH, 4. Dezember 2012, Seite 3

 

 

Quellen 

  1. Marziniak M et al., ECTRIMS 2012; Poster P547
  2. BIIB Data on file
  3. Phillips J et al., BMC Neurol 2011; 11: 126
  4. Schroeter M, Göncu A. DNP 2011; 1: 1-8 (keine klinische Head-to-head-Studie)
  5. Devonshire V et al., Eur J Neurol 2011; 1: 1-8 (keine klinische Head-to-head-Studie)
  6. Steinberg S et al., Clin Drug Investig 2010; 30: 89-100
  7. Ivanova J et al., J Med Econ 2012; 15(3): 1-9
  8. Kinkel R et al., Arch Neurol 2012; 69(2): 183-90
  9. BIIB Data on file
  10. Bloomgren G et al., Ther Clin Risk Manag 2012; 8: 313-21
  11. Foulds P et al., ECTRIMS 2010; Poster P482
  12. Tomczyk S et al., AAN 2012, Poster P06.191

 

Über Multiple Sklerose

 

Multiple Sklerose ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), mit unterschiedlichen Verlaufsformen. Dabei zerstören körpereigene Immunzellen die Schutzschicht der Nervenfasern (Myelinscheide). Die Folgen reichen von Fatigue über körperliche Behinderungen bis hin zu kognitiven Beeinträchtigungen. Schätzungen zufolge sind weltweit circa 2,5 Millionen Menschen an MS erkrankt. 85 % der Betroffenen leiden unter schubförmiger MS (RRMS). Diese Form der Erkrankung ist gekennzeichnet durch klar definierte Schübe, gefolgt von Zeiten der partiellen oder gar vollständigen Remission. In Deutschland leben nach aktuellen Hochrechnungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) circa 130.000 MS-Erkrankte.

 

 

Über Biogen Idec

 

Biogen Idec nutzt modernste wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden zur Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Arzneimitteln zur Behandlung von schweren Erkrankungen, insbesondere in den Bereichen Neurologie, Immunologie, Dermatologie und Hämophilie. Mit seinen marktführenden Medikamenten zur Behandlung der Multiplen Sklerose verbessert Biogen Idec weltweit die Lebensqualität der betroffenen Patienten. Biogen Idec wurde 1978 gegründet und ist damit das älteste, unabhängige Biotechnologie-Unternehmen der Welt. Der Jahresumsatz des Unternehmens beläuft sich auf über 4 Mrd. US-Dollar. Weitere Informationen zu Biogen Idec finden Sie unter www.biogenidec.de.

 

 

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Quelle: Biogen Idec, 04.12.2012 (tB).

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