Deutsches Netzwerk Primary Nursing veröffentlicht Kriterienkatalog

 

Berlin (14. April 2008) – Das Deutsche Netzwerk Primary Nursing, gegründet 2007 unter dem Dach des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), hat heute unter dem Titel „Merkmale von Primary Nursing“ eine praxisnahe Orientierung- und Handlungshilfe für die Umsetzung der Bezugspflege veröffentlicht. „Damit eine Implementierung von Primary Nursing (PN) als Organisationsform von Pflege gelingt, muss die Qualität stimmen. Dies nicht nur während der unmittelbaren Einführungsphase, sondern darüber hinaus auch später immer wieder im laufenden Betrieb zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren ist sinnvoll und wichtig. Nur so können die erhofften positiven Effekte für Patienten, Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter und letztlich die Einrichtung selbst eintreten“, sagte Johanna Knüppel, DBfK-Referentin und Leiterin des Netzes.

 

Die vorgestellten „Merkmale“ können dabei als Orientierungshilfe bzw. Indikatoren dienen, an denen entlang man im Sinne einer „Checkliste“ den Umsetzungsgrad misst und Schwachpunkte aufdeckt. Die Liste beinhaltet, dass sich Schwerpunkte innerhalb der Bereiche Krankenhaus, stationäre Altenhilfe und ambulante Pflege unterschiedlich gewichten und adaptiert werden müssen. „Merkmale von Primary Nursing“ kann als Download von der Seite des Netzwerks unter www.dbfk.de/fachgruppen/primary-nursing/aktuell  abgerufen werden.

 

Vor dem Hintergrund wirtschaftlichen Drucks haben die Leistungserbringer im deutschen Gesundheitswesen in den vergangenen Jahren viele Veränderungen vorgenommen. Verkürzte Liegezeiten in den Krankenhäusern, neue Behandlungsmethoden, steigende Anforderungen an die Qualität der Versorgung, Forderungen nach mehr Transparenz, immer mehr ältere und/oder chronisch Kranke stehen angesichts jahrelangen Personalabbaus immer weniger Pflegefachkräften gegenüber. Die daraus resultierende Leistungsverdichtung erfordert, Prozesse optimal zu gestalten, Risiken zu minimieren, neue Organisationsformen zu suchen und innovative Lösungen zu erproben.

 

Seit einigen Jahren rückt deshalb in Deutschland das Konzept „Primary Nursing“ wieder in den Blickpunkt. Immer mehr Einrichtungen und Pflegedienste beschäftigen sich mit den Prinzipien der patientenorientierten, personengebundenen Bezugspflege und stellen ihre Pflegeorganisation flächendeckend oder in Teilbereichen um. Damit verbunden sind vielfältige Erwartungen der Verantwortlichen in Bezug auf mittel- bis langfristig spürbare Folgen und Ergebnisse dieser Umstellung. Das Deutsche Netzwerk Primary Nursing wurde 2007 gegründet und zählt inzwischen mehr als 70 Mitglieder bzw. Mitgliedsorganisationen. Hauptanliegen sind Erfahrungsaustausch, Informationsvermittlung, Unterstützung von PN-Einsteigern durch Beratung und Hospitationsangebote und die Verbreitung der PN-Idee in Deutschland.


 

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe e.V. (DBfK) vom 14.04.08.

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