DGPPN 2011: Die optimale Therapie der Alzheimer-Demenz

Antidementiva und nicht-medikamentöse Maßnahmen kombinieren

 

Den Alzheimer-Patienten ganzheitlich betrachten

 

Berlin (25. November 2011) – Die optimale Therapie der Alzheimer-Demenz besteht aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen, die individuell auf den Patienten zugeschnitten werden müssen. Das ist das Fazit eines Pressegesprächs der Firma Lundbeck auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) vom 23.-26.11.2011 in Berlin. Die medikamentöse Therapie mit dem Antidementivum Memantin (Ebixa®) ist in den moderaten bis schweren Stadien der Alzheimer-Demenz geeignet, um den Erkrankungsverlauf zu verzögern und die Selbstständigkeit der Betroffenen zu erhalten.1 „Der Alltag wird von den Patienten besser bewältigt, so kann auch die Einweisung in ein Pflegeheim hinausgezögert werden“, erläuterte Professor Rainer Hellweg von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Berlin. „Daneben sind individuelle nicht-medikamentöse Maßnahmen als Zusatz zur Arzneimittel-Therapie ein wichtiger Baustein der Behandlung“, so Dr. Brigitte Grass-Kapanke vom Gerontopsychiatrischen Zentrum, Krankenhaus Maria-Hilf, Krefeld.

 

Eine Vielzahl von Alzheimer-Patienten ist immer noch unterversorgt, weil sie mit unspezifischen Psychopharmaka behandelt werden, anstatt mit Antidementiva. Mit Psychopharmaka werden nur die Symptome und nicht die Grunderkrankung therapiert. „Nur Antidementiva wie Memantin und Acetylcholinesterase-Hemmer können die Grunderkrankung wirksam und gezielt behandeln“, so Professor Hellweg. Die im September 2011 veröffentlichten Responderanalysen1 zeigen: Die leitliniengerechte Behandlung mit Memantin führt zu einer Verzögerung der klinischen Verschlechterung, sowohl bei den kognitiven Beeinträchtigungen als auch bei den Alltagsaktivitäten und dem klinischen Gesamteindruck bei moderater und schwerer Alzheimer-Demenz.

 

Für eine ganzheitliche Therapie stehen verschiedene nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Verfügung, die den Patienten und die Angehörigen unterstützen: Bewegungstherapien sowie das Training alltagspraktischer Fähigkeiten, der Orientierung und Selbsterhaltung sind nur einige Möglichkeiten, um den Patienten zu aktivieren und den schweren Verlauf der Erkrankung zu verzögern. Durch diese Maßnahmen werden Alzheimer-Patienten motiviert, für sich selbst noch etwas zu tun. So kann zum Beispiel durch Krafttraining die Sturzgefahr gemindert werden. Eine Schulung für ein sicheres, häusliches Umfeld für Alzheimer-Patienten reduziert potenzielle Gefahrenquellen im eigenen Haus. Wichtig dabei ist, dass der Patient mit den Maßnahmen Erfolge verspürt, die das Selbstbewusstsein stärken und Ängste nehmen. „Bleiben Erfolgserlebnisse durch die Trainings beim Patienten aus, kann dies einen negativen Effekt haben“, so Dr. Grass-Kapanke. Daher ist es wichtig, die verschiedenen nicht-medikamentösen Optionen individuell auf den Patienten zuzuschneiden und ihn als Ganzes zu betrachten, seine Angehörigen entsprechend zu informieren und zu schulen. „Eine nicht-medikamentöse Therapie ist ein Zusatz zu einer medikamentösen Behandlung, um den Patienten umfassend zu betreuen und ihm Motivation und Mut zu geben, noch an einem selbstständigen Leben teil haben zu können“, so Dr. Grass-Kapanke.

 

 

Responderanaylsen zu Memantin (Ebixa®)

 

Die Responderanalysen beruhen auf den ausgewerteten Daten von 2.506 Patienten mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz. Ziel war die Bestimmung der klinischen Response auf Memantin in den einzelnen Domänen Kognition, Alltagsaktivitäten und klinischer Gesamteindruck sowie als Triple-Response (Kombination der einzelnen Domänen). Die Analyse belegt: Bei Behandlung mit Memantin zeigten signifikant weniger Patienten eine klinische Verschlechterung im Vergleich zu Plazebo. Dies gilt sowohl für die Kognition als auch für die Alltagsaktivitäten und den klinischen Gesamteindruck. Aufgrund dieser Analysen hatte das IQWiG im März 2011 in seinem Rapid Report den Nutzen von Memantin bei Patienten mit Alzheimer-Demenz bestätigt.2 Im August 2011 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass Memantin (Ebixa®) zur Behandlung der moderaten bis schweren Alzheimer-Demenz wie bisher verordnet werden kann.3

 

 

Über Lundbeck und Memantin

 

Lundbeck ist ein international tätiges Pharmaunternehmen, das 1915 in Dänemark gegründet wurde und heute ca. 5.900 Mitarbeiter in über 57 Ländern beschäftigt. Der deutsche Firmensitz ist in Hamburg. Das „Unternehmen ZNS“ hat sich auf die Entwicklung und den Vertrieb innovativer Medikamente zur Behandlung von psychischen und neurologischen Erkrankungen spezialisiert, unter anderem Ebixa® (Memantin) zur Therapie moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz. Seit Mai 2008 hat die europäische Arzneimittelbehörde EMEA die Zulassung für die einmal tägliche Dosierung von Memantin (Ebixa® 20 mg Filmtabletten)4 zur Behandlung der moderaten bis schweren Alzheimer-Demenz erteilt.

 

 

Anmerkungen

 

  1. Hellweg R et al. (2011): Efficacy of memantine in delaying clinical worsening in Alzheimer’s disease (AD): responder analyses of nine clinical trials with patients with moderate to severe AD. Int J Geriatr Psychiatry (publ. online, DOI10.1002/gps.2766).
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: IQWiG-Berichte – Jahr: 2011 Nr. 84, Responderanalysen zu Memantin bei Alzheimer-Demenz.
  3. Memantin bei Alzheimer-Demenz auch künftig zu Lasten der GKV verordnungsfähig. Pressemeldung Nr. 23/2011 des GBA, 18. August 2011, online verfügbar unter http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/zum-aufgabenbereich/7/.
  4. Fachinformation Ebixa® (2010).

 

Download

 

 

 

 


Quelle: Lundbeck Expertengespräch DGPPN 2011 zum Thema „Alzheimer-Demenz: Welche Therapien sind optimal für den Patienten?“ am 25.11.2011 in Berlin (Hering Schuppener) (tB).

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