Diakonie fordert verbindliche Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Pflegeausbildung

Berlin (16. Juni 2009) – „Diakonie will, dass gute Pflege und Unterstützung von Menschen Zukunft hat. Dafür brauchen wir hochqualifizierte, angemessen entlohnte Fachkräfte und mehr gesellschaftliche Wertschätzung für die Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten“, sagte Diakonie-Präsident Klaus-Dieter Kottnik am Dienstag beim Diakonie-Kongress zukunft:pflegen, der vom 15. bis 17. Juni in Berlin stattfindet.

Die Politik sei aufgefordert, hierfür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Eine Entprofessionalisierung der Pflege werde die Diakonie nicht mitmachen. „Im Gegenteil, die Diakonie hat ein neues Ausbildungskonzept entwickelt, das eine gemeinsame Grundausbildung für Altenpfleger, Heilerziehungspfleger sowie Kranken- und Gesundheitspfleger vorsieht.“ Außerdem setze sie sich für eine Akademisierung der Pflege ein sowie Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die Pflegekräften neue attraktive Karrierewege eröffnen.

Der Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes und Leiter der Führungsakademie für Kirche und Diakonie in Berlin, Professor Dr. Udo Krolzik, forderte die Politik zum Handeln auf. „Wir haben zukunftsweisende Konzepte entwickelt und sind bereit, entsprechende Schritte zu gehen. Jetzt müssen neue bundesweit verbindliche Rahmenbedingungen für die Ausbildung gesetzt werden, damit junge Menschen berufliche Perspektiven und Chancen zur Weiterentwicklung in den Pflegeberufen erkennen.“ Dazu gehöre die Finanzierung der Ausbildung und eine angemessene Entlohnung der hoch engagierte Pflegkräfte entsprechend ihrer praxisorientierten und auch akademischen Ausbildung.

„Das zunehmende Alter und die Individualisierung der Lebensverhältnisse sind die zentrale Herausforderung für die Pflege von morgen“, sagte Marlehn Thieme, Direktorin der Deutschen Bank und Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie stellte fest: „Pflege ist soziale Beziehungsarbeit, die wir in den Kirchen und in der Diakonie im Wesentlichen mitverantworten müssen.“ Bürgerschaftliches Engagement könne nicht die professionelle Pflege ersetzen. Der Bedarf werde sich bis 2010 mehr als verdoppeln. „Die Chancen und Herausforderungen für die Diakonie liegen in der Qualität und Qualifikation, das heißt in der Wertschätzung des Pflegeberufes und der Pflege als Beziehungsarbeit.“

Am 2. Diakonie-Kongress zukunft:pflegen nehmen über 2.100 Nachwuchskräfte und Mitarbeitende sowie Leitungs- und Führungskräfte aus diakonischen Einrichtungen. Sie diskutieren mit Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über notwendige Schritte für die Pflege von morgen. Der Kongress, der in Kooperation mit dem Bundesverband evangelische Behindertenhilfe und dem Deutschen Evangelischen Verband für Altenhilfe und Pflege veranstaltet wird, endet am Mittwochmittag.

 

Download

Statement_Klaus-Dieter_Kottnik_Pressegespraech.pdf Statement_Klaus-Dieter_Kottnik_Pressegespraech.pdf (9.10 KB)

Statement_Udo_Krolzik_Pressegespraech.pdf Statement_Udo_Krolzik_Pressegespraech.pdf (17.31 KB)


Quelle: Pressemitteilung des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. vom 16.06.2009.

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung