Gemeinsame Entwicklung neuer Therapien

Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca kooperieren im Kampf gegen Typ-2-Diabetes

 

Leipzig (20. Mai 2009) – Mit der gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung neuer Therapien möchten Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca künftig dazu beitragen, die Perspektiven von Patienten mit Typ-2-Diabetes weltweit zu verbessern. Über ihr gemeinsames Engagement informierten die beiden Unternehmen auf einer Pressekonferenz im Rahmen der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Leipzig. Welche Herausforderungen bei der Therapie der sich epidemisch ausbreitenden Erkrankung bestehen, erläuterten Prof. Dr. Diethelm Tschöpe, Bad Oeynhausen, und Prof. Dr. Stephan Jacob, Villingen-Schwenningen.

 

„Allein in Deutschland leiden heute rund 7,3 Millionen Menschen an Typ-2-Diabetes“ so Tschöpe einleitend. Vermutlich sind es jedoch deutlich mehr, da man eine Dunkelziffer von etwa 3 Millionen undiagnostizierter Fälle vermutet. Weltweit nimmt die Prävalenz der Erkrankung sprunghaft zu, so dass die Zahl der Betroffenen von zurzeit etwa 250 Millionen auf 380 Millionen im Jahre 2025 ansteigen dürfte.

 

Trotz dieser bedrohlichen Entwicklung sei die glykämische Kontrolle bei Patienten mit Typ-2-Diabetes nach wie vor häufig unzureichend, erläuterte Tschöpe. Dies führe in Kombination mit anderen Risikofaktoren dazu, dass schwerwiegende Folgekomplikationen wie koronare Herz- und Gefäßerkrankungen nicht verhindert werden könnten. Infolge versterben über 75 Prozent aller Diabetiker an vaskulären Ereignissen, davon etwa die Hälfte an einem Herzinfarkt. „Kardiovaskuläre Komplikationen verursachen zudem die ökonomische Hauptlast dieser Volkskrankheit, da sie die Behandlungskosten vervierfachen“, so Tschöpe weiter.

 

 

Prävention vor Intervention

 

Tschöpe forderte eine Verbesserung der Frühdiagnostik, da bei vielen Patienten der Diabetes oft erst nach einem Herzinfarkt erkannt werde. Auch die Aufklärung der Patienten mit Typ-2-Diabetes über ihr Risiko für eine Herzerkrankung sei häufig unzureichend, was deren Diagnose ebenfalls verzögere. „Vorrangige Herausforderung für die Diabetologie ist eine verbesserte Versorgung von Diabetikern mit hohem Herz-Kreislaufrisiko, wie es z. B. insbesondere bei Vorliegen eines Metabolischen Syndroms besteht“, folgerte Tschöpe. „Dabei muss Prävention eindeutig vor Intervention gehen.“ Neue Therapieoptionen wie die DPP-4-Hemmer könnten hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten, da sie durch ihr günstiges Nebenwirkungsprofil die Therapietreue der Patienten und damit den Behandlungserfolg förderten.

 

 

Nebenwirkungen beeinträchtigen Compliance maßgeblich

 

Die Ursachen der mangelnden Therapietreue beleuchtete Prof. Jacob in seinem Vortrag näher. Verantwortlich seien hierfür neben der ungenügenden Aufklärung der Patienten über die Ursachen und Folgen ihrer (unzureichend behandelten) Erkrankung vor allem die Nebenwirkungen der verfügbaren Therapien. „Besonders das Risiko von Hypoglykämien verunsichert die Patienten und beeinträchtigt ihre Compliance maßgeblich“, so Jacob. „Sie nehmen ihre Medikamente dann nur unregelmäßig oder gar nicht oder sie essen präventiv und nehmen somit an Gewicht zu.“ Die Patienten befänden sich jedoch in einer Zwickmühle, da bei guter Therapietreue wiederum die Gefahr für Gewichtszunahme und Hypoglykämien steige – beides Faktoren, die nachweislich mit einer schlechteren Prognose bzw. einer erhöhten Mortalität und Morbidität assoziiert seien. Auch Jacob vertrat die Ansicht, dass inkretinbasierte Therapieformen wie die DPP-4-Hemmer den Patienten dabei helfen könnten, diesem Teufelskreis zu entkommen. Sie besitzen den Vorteil, dass sie den Blutzuckerspiegel nur bei Bedarf senken, wodurch Hypoglykämien vermieden werden. Zudem verzögern sie die Magenentleerung physiologisch, was zu einer längeren Sättigung führt. Somit besteht keine Gefahr der Gewichtszunahme aufgrund häufigerer Nahrungsaufnahme. Dritter Vorteil dieser Wirkstoffe ist, dass sie nicht nur eine Reduktion des HbA1C bewirken, sondern auch die prä- und postprandialen Blutzuckerwerte senken, die beim Diabetiker wesentlich zur Hyperglykämie beitragen. Jacob stellte mehrere Beispiele von Patienten vor, bei denen nach der Umstellung auf eine inkretinbasierte Behandlung die Therapietreue wieder hergestellt werden konnte.

 

 

Kooperation auf vielen Gebieten

 

Wie Dr. Bernd Winterhalter, Executive Medical Director von Bristol-Myers Squibb, und Henning Anders, Mitglied der Geschäftsleitung von AstraZeneca, berichteten, haben beide Unternehmen 2007 eine Allianz gegründet, um zwei innovative Wirkstoffe zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zu entwickeln und zu vermarkten. Durch die Bündelung der Stärken beider Unternehmen sollen neue Forschungs- und Entwicklungsperspektiven entstehen, die zur Lösung der geschilderten Probleme in der Versorgung von Patienten mit Typ-2-Diabetes beitragen sollen. Beide Partner verfügen über langjährige Erfahrungen im Bereich Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen und bringen ihr Wissen und ihre Ressourcen gleichberechtigt ein. So sind beispielweise die Zulassungsanträge für den gemeinsam entwickelten DPP-4-Inhibitor Saxagliptin eingereicht und jetzt arbeiten parallel die Entwicklungsteams beider Unternehmen an der Erforschung und Entwicklung des neuen SGLT-2 Inhibitors, dessen Phase-III-Studien zusammen abgeschlossen werden. Während Bristol-Myers Squibb weltweit die Hauptverantwortung für die Einreichung der Zulassungen und die Herstellung übernimmt, erfolgt die Vermarktung gemeinsam.

 

„Uns ist bewusst, dass neue Therapien unbedingt dem Anspruch einer ganzheitlichen Betrachtung des Patienten und seiner Lebensumstände gerecht werden sollten“, so Winterhalter. „Es geht neben der Senkung von Werten vor allem auch um Erhaltung und Wiederherstellung von Lebensqualität. Faktoren wie Angst vor Nebenwirkungen, Dominierung oder Beeinträchtigung des Alltags durch die Therapie sind in die Diskussion um neue Therapien und Ansätze mit einzubeziehen. Damit einher geht die umfangreiche Aufklärung des Patienten und die Ermutigung zur Eigeninitiative.“ Wie Anders ausführte, ist Typ-2-Diabetes eine Erkrankung von hoher Relevanz und die Zahl der Betroffenen steigt. Weltweit erkrankt alle fünf Sekunden ein Mensch an Diabetes. Weltweit sind weit über 200 Millionen betroffen. „Diabetes Typ 2 ist eine oft unterschätzte, chronische und fortschreitende Erkrankung, die für Patienten eine hohe Belastung bedeutet. Viele Patienten erreichen mit den bisherigen Therapien nicht ihre anzustrebenden Zielwerte“, erläuterte Anders.

 

 

Download

 

Referat Prof. Dr. Diethelm Tschöpe zum Thema "Typ-2-Diabetes – eine Erkrankung, viele Probleme"

Abstract: Abstract Prof. Tschöpe.pdf Abstract Prof. Tschöpe.pdf (11.22 KB)

 

Referat Prof. Dr. Stephan Jacob zum Thema "Die Angst des Diabetikers vor der Therapie – welche Vorteile bieten moderne Ansätze?"

Abstract: Abstract Prof. Jacob.pdf Abstract Prof. Jacob.pdf (10.89 KB)

 

 


 

Quelle: Gemeinsame Pressekonferenz der Firmen Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca zum Thema „Neue Wege im Diabetesmanagement – Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca“ im Rahmen der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft am 20.05.2009 in Leipzig.

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