Geringes Geburtsgewicht und Diabetes haben gemeinsamen genetischen Hintergrund

Neuherberg/München (12. November 2009) – Ein niedriges Geburtsgewicht erhöht das Risiko, später Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Bislang hatten Wissenschaftler dies auf eine Fehlernährung der Mutter während der Schwangerschaft zurück geführt. Doch inzwischen gehen sie davon aus, dass auch der genetische Hintergrund eine starke Rolle spielt. So können Genvarianten, die den Insulin-Stoffwechsel beeinflussen, gleichzeitig Auswirkungen auf das Geburtsgewicht haben, wie ein Forscher-Team der Technischen Universität München und des Helmholtz Zentrums München jetzt zeigen konnte.


In der BABYDIAB-Studie analysierten Forscher um Prof. Anette-Gabriele Ziegler vom Institut für Diabetesforschung der Forschergruppe Diabetes e.V. am Helmholtz Zentrum München und der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München die Daten von 729 Kindern, deren Mütter an Typ-1-Diabetes litten und die damit ebenfalls ein höheres Diabetesrisiko aufwiesen.

Die Wissenschaftler untersuchten den genetischen Hintergrund der Feten auf die Veränderung in einzelnen Basen der DNA. Hierbei legten sie ihr Augenmerk auf drei Genregionen, die als Risiko-Allele für Diabetes durch eine verminderte Insulinsekretion bekannt sind. Diese betrachteten sie in Relation zum Geburtsgewicht.

Dabei zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen den zwei SNPs der HHEX-IDE-Genregion und einem verringerten Geburtsgewicht. Dieser war unabhängig vom HbA1c-Wert ("Langzeit-Blutzucker") der Mutter während der Schwangerschaft, was auf einen geringeren Einfluss der mütterlichen Ernährung und Blutzuckereinstellung hindeutet. "Besonders interessant war, dass wir diesen Effekt bei Kindern von Müttern mit Typ 1-Diabetes gefunden haben. Das könnte bedeuten, dass eine a priori verminderte Insulinsekretionsleistung auch bei Entwicklung des autoimmunen Typ 1-Diabetes eine Rolle spielt" erklärt Dr. Christiane Winkler von der Forschergruppe Diabetes e.V. am Helmholtz Zentrum München und Erstautorin der Veröffentlichung.

Im nächsten Schritt wollen die Forscher untersucht werden, ob die gefundenen genetischen Einflüsse auch die Gewichtsentwicklung im späteren Leben beeinflussen könnten.


Quelle: Pressemitteilung des Helmholtz Zentrums München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt vom 12.11.2009

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