Glücksspielsucht: Hilfe für Angehörige

Wenn die Suche nach dem Glück zur Sucht wird

München (6. September 2010) – Die Lust, einmal sein Glück an einem Spielautomaten oder in einem Kasino zu versuchen, kennt fast jeder. Und für die meisten bleibt das auch ein reines Freizeitvergnügen. Doch aus dem Spiel kann bitterer Ernst werden, wenn die Suche nach dem Glück zur Sucht wird. Mit der Zeit dreht sich für die Betroffenen alles nur noch ums Spiel. Doch Glücksspielsucht hat auch negative Folgen für die Angehörigen. Das Pilotprojekt ETAPPE, das im September in vier bayerischen Städten startet, soll sie entlasten.

Das Projekt ETAPPE richtet sich speziell an Angehörige, Freunde und Bekannte von Menschen, die süchtig nach Glücksspiel sind. Während es zahlreiche Beratungs- und Hilfsangebote für Spieler gibt, stehen Angehörige mit ihren Sorgen, ihren Schuldgefühlen und Fragen alleine da. „Diese Lücke möchten wir schließen", sagt Ursula Buchner von der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS). „Wir erleben nämlich häufig, dass Angehörige den Spielern helfen wollen, aber ratlos sind, was sie tun können. Das belastet sie sehr und deshalb benötigen auch sie Hilfe."

Hier setzt ETAPPE an: Das Programm vermittelt an sieben Abenden u.a. Informationen zur Glücksspielsucht, zu rechtlichen und finanziellen Fragen. In der Gruppe können die Angehörigen außerdem mit anderen Betroffenen über ihren Umgang mit der Glücksspielsucht und die Probleme, die dabei ganz konkret für sie entstehen, sprechen.

Das Pilotprojekt ETAPPE findet zunächst in Bayreuth, Ingolstadt, München und Nürnberg statt. Dabei stehen den Angehörigen Berater der jeweiligen Suchtberatungsstelle, Psychologen und Sozialpädagogen zur Seite. Wenn das Programm erfolgreich ist, soll es auf andere Städte in Bayern ausgeweitet werden.

Nähere Informationen zur Anmeldung an ETAPPE und den Startterminen unter:

1. Bayreuth, Starttermin: 21.09.2010, 18:00-19.30 Uhr Suchtberatungsstelle DW Bayreuth
Ansprechpartnerin: Dipl.-Soz.Päd. [FH] Gunhild Scheidler
Tel.: 0921/78517730, E-Mail: scheidler@diakonie-bayreuth.de

2. Ingolstadt, Starttermin: 22.09.2010, 17:30-19:00 Uhr
Caritas Suchtambulanz Kreisstelle Ingolstadt
Ansprechpartner: Dipl.-Soz.Päd [FH] Daniel Matasic
Tel.: 0841/309138, E-Mail: daniel.matasic@caritas-ingolstadt.de

3. München, Starttermin: 17.09.2010, 18:00-19:30 Uhr Suchtberatungsstelle Condrobs Pasing
Ansprechpartner: Dipl.-Soz.Päd. [FH] Harald Preiss
Tel.: 089/82075680, E-Mail: harald.preiss@condrobs.de

4. Nürnberg, Starttermin: 27.09.2010. 18:00-19.30 Uhr Stadtmission Nürnberg e.V.
Ansprechpartnerin: Dipl.-Soz.Päd. [FH] Heidrun Kunze
Tel.: 0911/277390, E-Mail: heidrun.kunze@stadtmission-nuernberg.de


ETAPPE – EntlastungsTraining für Angehörige pathologischer und problematischer Glücksspieler – psychoedukativ: Ein Projekt der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS Unternehmergesellschaft (
www.bas-muenchen.de). Die BAS ist Kooperationspartner der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (www.lsgbayern.de). Sie vermittelt Erkenntnisse aus der Forschung in die Praxis von Suchtberatungsstellen und Berufsgruppen, die mit Suchtfragen beruflich beschäftigt sind. Die Landesstelle koordiniert bayernweit Prävention, Forschung, Beratung und Hilfe rund um das Thema pathologisches Glücksspielen. Sie wurde im Juni 2008 auf Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit gegründet, das sie auch finanziert. Weiterer Kooperationspartner ist das Münchner „IFT Institut für Therapieforschung" (www.ift.de). Im Februar 2010 startete die Landesstelle die Kampagne „Verspiel nicht Dein Leben" (www.verspiel-nicht-dein-leben.de).

 

Weitere Informationen

http://www.lsgbayern.de

http://www.verspiel-nicht-dein-leben.de

 


Quelle: Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern, 06.09.2010 (tB).

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