Broschüre der Deutschen Alzheimer Gesellschaft

Gute Pflege von Menschen mit Demenz am Lebensende erfordert Fachwissen und Engagement

Berlin (23. November 2009) – Bei der Pflege und Betreuung Demenzkranker am Lebensende gibt es große Unsicherheiten. Eine Arbeitsgruppe der Dachorganisation Alzheimer Europe hat sich deshalb ausführlich mit diesem Thema beschäftigt und ihre Ergebnisse in einer Broschüre veröffentlicht, die jetzt auch in deutscher Sprache vorliegt. Die gemeinsame Publikation von Alzheimer Europe, Deutscher Alzheimer Gesellschaft und Schweizerischer Alzheimervereinigung wendet sich an alle, die beruflich, als Familienangehörige oder Ehrenamtliche mit der Pflege und Betreuung Demenzkranker am Lebensende zu tun haben.


Sabine Jansen, Geschäftsführerin der DAlzG, die an der Arbeitsgruppe beteiligt war, sagte: „Menschen mit einer Demenz brauchen am Lebensende Pflege und Betreuung, die auf ihre Bedürfnisse und ihre Erkrankung abgestimmt sind. Dies ist besonders wichtig, weil sie selbst ihre Wünsche nicht mehr verbal äußern können. Hier gilt es noch viel zu tun, besonders Fachwissen, z.B. zu nonverbaler Kommunikation, zu verbreiten und eine angemessene Pflege am Lebensende sowohl in der häuslichen Pflege als auch in Pflegeeinrichtungen zu ermöglichen“.

Die Broschüre enthält kurz gefasste, praxisnahe Empfehlungen zur Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz in der letzten Lebensphase sowie zur Unterstützung ihrer Angehörigen. Professionell Pflegende sollten Angehörige stets informieren und einbeziehen, wie auch unterstützen. Der Band beinhaltet detaillierte Empfehlungen, etwa zum Umgang mit Schmerzen. Da Demenzkranke Schmerzempfindungen oft nicht mehr mitteilen können, ist besondere Aufmerksamkeit nötig, um Anzeichen von Schmerz zu erkennen, und Erfahrung, um Schmerzen richtig zu behandeln. In weiteren Empfehlungen geht es u.a. um den Umgang mit Infektionen und Inkontinenz, Schluckproblemen, (künstlicher) Ernährung und Sedierung. Zu einer guten Betreuung am Lebensende gehört, dass religiöse und kulturelle Vorstellungen, auch von Minderheiten, beachtet werden. Abschließend werden in dem Band Überlegungen zu ethischen Fragen angestellt, etwa zur Würde und Autonomie der Erkrankten, zum Verhältnis von Patientenverfügungen u! nd aktuellem Willen, zu Entscheidungen zur Einstellung der Behandlung.

Broschüre: Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz am Lebensende.

Herausgeber: Alzheimer Europe, Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Schweizerische Alzheimervereinigung. 1. Auflage, November 2009, 80 Seiten, 10 €

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Deutsche Alzheimer Gesellschaft, http://www.deutsche-alzheimer.de/index.php?id=39&no_cache=1#1


Hintergrundinformationen

Heute leben etwa 1,2 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen in Deutschland. Ungefähr 60% von ihnen leiden an einer Demenz vom Alzheimer-Typ. Ihre Zahl wird bis 2050 auf 2,6 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz ist ein gemeinnütziger Verein. Als Bundesverband von derzeit 119 regionalen Gesellschaften und Landesverbänden vertritt sie die Interessen von Demenzkranken und ihren Familien.

Alzheimer Europe ist die Dachorganisation von 34 Alzheimer-Gesellschaften aus 30 europäischen Ländern und hat ihren Sitz in Luxemburg. Internet: www.alzheimer-europe.org


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft vom 23.11.2009 (tB).

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