Handlungsempfehlungen für Pflegepersonal

Suchtkrank im Alter

 

Köln (11. August 2015) – Wie verhalte ich mich als Pflegekraft, wenn ich den Eindruck habe, dass eine Bewohnerin oder ein Bewohner in meiner Altenpflegeeinrichtung ein Suchtproblem hat? In zahlreichen Pflegeeinrichtungen müssen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Frage stellen. Aber nur in wenigen Einrichtungen gibt es festgelegte Konzepte, wie sie mit diesem Personenkreis umgehen sollen.  


In einem Forschungsprojekt haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) nun Handlungsempfehlungen erarbeitet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Altenpflegeeinrichtungen unterstützen sollen: Wie sie zum Beispiel Anzeichen für eine Suchterkrankung erkennen können oder welche Bedeutung eine Suchterkrankung für die Pflege der Bewohner und Bewohnerinnen hat.

„Es ist oft nicht leicht, bei älteren Personen eine Suchtproblematik zu erkennen“, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Tanja Hoff, „da bei ihnen zum Beispiel Trinkexzesse oder impulsive, aggressive Äußerungen seltener vorkommen. Darüber hinaus ist es oft schwierig, zwischen altersbedingten Veränderungen und Folgen von Suchtmittelkonsum zu unterscheiden. Ein Beispiel sind zittrige Hände.“ Für die Bewohner sei es aber zum Teil lebenswichtig, dass die Pflegekräfte Entzugserscheinungen oder eine mögliche Vergiftung rechtzeitig erkennen und richtig reagieren.

Die Handlungsempfehlungen enthalten auch Listen-Vordrucke, Frage- und Dokumentationsbögen sowie Checklisten, die den Pflegekräften den Umgang mit suchtkranken oder -gefährdeten Bewohnern erleichtern sollen. Das Dokument kann auf der Internetseite http://www.sanopsa.de/internet/projektergebnisse/ kostenlos heruntergeladen werden.

Gefördert wurde das Forschungsprojekt „Sucht im Alter – Netz- und netzwerkbasierte Optimierung der ambulanten und stationären Pflege“ (SANOPSA) vom Bundesforschungsministerium im Rahmen der Förderlinie „SILQUA-FH“ des Programms „Forschung an Fachhochschulen“.

 

 

Weitere Informationen

 

 


Quelle: Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, 11.08.2015 (tB).

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