62. Kongress der deutschen Gesellschaft für Urologie

Heterogene Patientenbilder, eine Lösung – Behandlungsfortschritt in der Therapie der überaktiven Blase

 

Düsseldorf (24. September 2010) – Harninkontinenz stellt immer noch ein Tabuthema dar, so dass Patienten oft nicht identifiziert und einer adäquaten Therapie zugeführt werden können. Anlässlich des diesjährigen 62. Kongresses der deutschen Gesellschaft für Urologie in Düsseldorf diskutieren führende Experten über innovative Behandlungs­möglichkeiten der überaktiven Blase (OAB: overactive bladder). Aufgrund ihrer besonderen Molekülstruktur und pharmakologischen Eigenschaften bietet die Retardformulierung von Trospiumchlorid (uriVesc®) eine optimierte Therapie.

 

Insbesondere durch die im Vergleich zur bisherigen immediate-release-Form verbesserten Verträglichkeit wird das Anticholiner­gikum individuellen Patientenanforderungen gerecht. „Überfallartiger, kaum oder nicht unterdrückbarer Harndrang, häufige Miktion – tagsüber und oft auch nachts, mit und ohne Urinverlust, sind nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein soziales sowie psychologisches Problem“, veranschaulicht Dr. Ruth Kirschner-Hermanns, Aachen, die Symptome der überaktiven Blase (OAB: overactive bladder). Die Prävalenz der Erkrankung ist hoch: Bei den über 60-jährigen leiden circa 20 Prozent der Männer und 33 Prozent der Frauen an einer OAB. Da im Alter die Funktionsfähigkeit des Detrusors nachlässt und hierbei der Miktionsbeginn besonders relevant scheint, tritt in dieser Lebensphase die Drangsymptomatik der OAB deutlich in den Vordergrund. „Zahlreiche neue Erkenntnisse, insbesondere über die zentrale Steuerung der Speicher- und Miktionsfunktion der Blase, lassen das Bild der überaktiven Blase als wesentlich komplexer erscheinen als noch vor Jahren angenommen“, erklärt Kirschner-Hermanns. In den meisten Fällen handelt es sich um eine chronische Erkrankung mit lebenslanger Therapienotwendigkeit. Die multifaktorielle Genese bedingt eine individuelle Diagnostik und Therapie. Durch einen interdisziplinären Therapieansatz kann Inkontinenz vermieden beziehungsweise reduziert werden. Neben den Aspekten Patientenaufklärung, Verringe­rung von Risikofaktoren, Blasen- und Miktionstraining, stellen auch Anticholinergika eine wesentliche Säule der idiopathischen OAB-Behandlung dar. Hierbei sind sowohl Alter, Komorbiditäten als auch Art und Häufigkeit der Wirkstoffeinnahme einzubeziehen.

 

 

Trospiumchlorid als Einmalgabe – Steigerung von Wirksamkeit und Verträglichkeit

 

Dank seiner spezifischen molekularen und pharmakologischen Eigenschaften wird Trospiumchlorid seit einigen Jahrzehnten in der OAB-Therapie eingesetzt. Die neue Darreichungsform als Retardformulierung (uriVesc®, 60 mg) ermöglicht nun die einmal tägliche Einnahme des Anticholinergikums. Durch die veränderte Galenik könne, so Dr. Christian Gratzke, München, die klinische Wirksamkeit und Verträglichkeit im Vergleich zur bisherigen immediate-release-Form verbessert werden. „In klinischen Studien wurde gezeigt, dass Trospiumchlorid zu einer signifikanten Verbesserung der Symptome der überaktiven Blase, wie Pollakisurie, Nykturie, imperativer Harndrang mit oder ohne Inkontinenz, bei geringer Nebenwirkungsrate führt“, führt Gratzke aus. Wirksamkeit und Sicherheit von uriVesc® wurden in zwei randomisierten, placebo­kontrollierten Phase-III-Studien an insgesamt 1 165 OAB-Patienten überprüft: Bei den Patienten der Verumgruppe wurde bereits nach den ersten Tagen eine signifikante Verbesserung der Symptomatik beobachtet. Im Verlauf der 12-wöchigen doppelblinden Behandlungsphase kam es zu einer weiteren deutlichen Verbesserung der Miktionshäufigkeit und der täglichen Inkontinenzepisoden. Bezüglich der Nebenwirkungen wies uriVesc® die niedrigste Inzidenz der unerwünschten Ereignisse auf, die in klinischen Studien zu oralen antimuskarinischen Wirkstoffen gemeldet werden (trockener Mund, Verstopfung, Kopfschmerzen).

 

 

Trospiumchlorid – das Anticholinergikum mit besonderer Molekülstruktur

 

Laut Professor Dr. Helmut Madersbacher, Innsbruck, weisen die gängigen Anticholinergika unterschiedliche Nebenwirkungsprofile auf. Klinisch bedeutsam seien die Neben­wirkungen besonders für ältere, meist multimorbide OAB-Patienten, die oft mehrere Arzneimittel gleichzeitig erhalten. Trospiumchlorid ist das einzige Anticholinergikum,
das nicht primär oder sekundär über das Cytochrom-P-450-System metabolisiert wird. Medikamente, die über dieses System abgebaut werden, können Schwankungen im Wirkstoffspiegel hervorrufen. Unter Trospiumchlorid tritt das Problem nicht auf, da die Substanz bis zu 80 Prozent unverändert renal ausgeschieden wird und auf diese Weise der Wirkstoffspiegel konstant bleibt.

 

Aufgrund seiner hydrophilen quartären Ammoniumstruktur überwindet Trospiumchlorid kaum die Blut-Hirn-Schranke. Die kognitiven Fähigkeiten bleiben erhalten; in einer Fahr­simulationsstudie kam es nicht zu einer erhöhten Fehlerrate. Einer jüngst publizierten Studie zufolge wurde bei Patienten, die bereits aufgrund einer Alzheimer-Demenz Cholinesterasehemmer einnahmen, unter Trospiumchlorid – im Gegensatz zu Tolterodin – keine Verschlechterung der Kognition beobachtet. In der vor kurzem veröffentlichten PRISCUS-Liste wird Trospiumchlorid laut Madersbacher als einzige medikamentöse Alternative zu jenen Anticholinergika genannt, die als potentiell inadäquate Medikation für ältere Menschen klassifiziert werden. Die Möglichkeit, Trospiumchlorid als tägliche Einmaldosis („once daily“) zu verschreiben, erhöhe die Compliance: Laut einer Studie zum Einfluss der Dosierungsfrequenz auf die Compliance von Patienten ist die Wahrscheinlichkeit der Therapietreue bei einer einmal täglichen Einnahme eines Medikaments mehr als doppelt so hoch im Vergleich zu einer zweimal täglichen Einnahme. Die Compliance ist bei ‚Einmalgabe’ sogar viermal höher als bei Präparaten, die drei beziehungsweise viermal täglich eingenommen werden müssen.

 

Insgesamt handelt es sich bei der Retardformulierung von Trospiumchlorid (uriVesc®) um ein hoch wirksames und gut verträgliches Anticholinergikum. Aufgrund seiner geringen Abbruchrate eignet es sich zur Langzeiteinnahme. Die spezifischen pharmakologischen Eigenschaften bieten eine Lösung für die verschiedensten Patiententypen.

 

 

Rottapharm l Madaus GmbH

 

Seit 01.03.2010 vereint die in Köln ansässige Rottapharm l Madaus GmbH unter einem Dach die Stärken der deutschen Traditionsunternehmen Opfermann Arzneimittel GmbH, Madaus GmbH sowie der italienischen Rottapharm-Gruppe. Als Teil eines international agierenden Familien­unternehmens verfügt die Rottapharm l Madaus GmbH dank der langjährigen Expertise in den Kompetenzfeldern „Orthopädie“, „Gynäkologie“, „Urologie“ und „Phytophar­maka“ über eine Vielzahl wissenschaftlich belegter Produkte und etablierter Marken in pharmazeutischer Qualität. Während die Rottapharm l Madaus GmbH für den Vertrieb dieser Produkte in Deutschland verantwortlich zeichnet, ist die Madaus GmbH auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung aktiv und produziert am Standort Troisdorf nach modernsten Qualitätsanforderungen Produkte für den Weltmarkt.

 

 

Download

 

Priv.-Doz. Dr. med. Christian Gratzke zum Thema „Einmalgabe Trospiumchlorid: Verbesserte Wirkung und Verträglichkeit – ein Studienüberblick“
Abstract: Abstract Gratzke.doc Abstract Gratzke.doc (31.00 KB)

 

Priv.–Doz. Dr. med. Ruth Kirschner-Hermanns zum Thema „Overactive bladder: Eine heterogene Patientengruppe bedarf einer individuell angepassten Diagnostik“:
Abstract: Abstract Kirschner-Hermanns.doc Abstract Kirschner-Hermanns.doc (33.00 KB)

 

Professor Dr. Helmut Madersbacher zum Thema „Spezifische Eigenschaften von Trospiumchlorid: Auswirkungen auf die Compliance unter Berücksichtigung des Patientenprofils“
Abstract: Abstract Madersbacher.doc Abstract Madersbacher.doc (35.00 KB)

 


 

Quelle: Pressekonferenz der Firma Madaus/Rottapharm zum Thema „Heterogene Patientenbilder, eine Lösung – Behandlungsfortschritt in der Therapie der überaktiven Blase“ am 24.09.2010 in Düsseldorf (Adlexis) (tB).

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