Indikationserweiterungen für JANUVIA® (Sitagliptin, MSD) in der EU

Kombination mit Sulfonylharnstoff nun ebenfalls zugelassen

 

Haar (März 2008) – Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA hat JANUVIA® für die Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes für zwei weitere Anwendungen zugelassen. JANUVIA® kann nun als einziger Di-Peptidyl-Peptidase(DPP)-4-Hemmer auch kombiniert mit einem Sulfonylharnstoff oder in einer Dreierkombination mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff eingesetzt werden.

Bereits seit März 2007 ist JANUVIA® in der Europäischen Union für die Behandlung von Typ-2-Diabetikern in Kombination mit Metformin oder bei bestimmten Patienten mit einem PPARgamma-Agonisten (d. h. einem Thiazolidin) zugelassen. Der DPP-4-Hemmer ist indiziert, wenn die Monotherapie mit einer dieser Substanzen plus Diät und Bewegung den Blutzucker nicht ausreichend senkt.

 

Die aktuelle Indikationserweiterung basiert auf den Ergebnissen einer randomisierten Doppelblind-Studie. In dieser waren die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer 24-wöchigen Behandlung mit JANUVIA® (100 mg einmal täglich) bei 441 Patienten mit Typ-2-Diabetes, die unter einer Therapie mit Glimepirid allein oder Glimepirid in Kombination mit Metformin die Blutzuckerziele nicht erreichten, im Vergleich zu Placebo geprüft worden1. Der primäre Wirksamkeitsparameter war die mittlere HbA1c-Veränderung vom Ausgangswert bis zur Woche 24. Weitere Wirksamkeitsendpunkte waren unter anderem die Nüchternplasmaglukose und die Betazellfunktion berechnet nach dem HOMA-ß-Modell (HOMA =homeostasis model assessment).

 

Der Ausgangs-HbA1c-Wert lag in den Gruppen unter JANUVIA® und Placebo bei einem LS-Mittelwert (=Least-Square-Mittelwert = Kleinstquadrat-Mittelwert) von 8,34 Prozent. Nach 24 Wochen hatte die Behandlung mit JANUVIA® den HbA1c-Wert placebokorrigiert um im Mittel 0,74 Prozent (p<0,001) gesenkt. In der Untergruppe der Patienten unter Glimepirid plus Metformin, reduzierte die Therapie mit JANUVIA® den HbA1c-Wert placebokorrigiert um im Mittel 0,89 Prozent, in der Gruppe unter Glimepirid alleinplacebokorrigiert um 0,57 Prozent. Die Nüchternplasmaglukose wurde durch die Zugabe von JANUVIA® placebokorrigiert im Mittel um 20,1 mg/dl (p < 0,001) reduziert, die nach dem HOMA-ß-Modell bestimmte Betazellfunktion nahm im Mittel um 12 Prozent zu – ebenfalls placebokorrigiert.

 

Studie zur initialen Kombination von Sitagliptin plus Metformin

Gleichzeitig mit den Indikationserweiterungen wurde auch die Produktinformation weiter ergänzt. Neu aufgenommen wurden die Ergebnisse einer klinischen Studie zur initialen Kombinationstherapie mit JANUVIA® plus Metformin2. An dieser randomisierten placebokontrollierten faktoriellen Doppelblindstudie hatten 1.091 Patienten mit Typ-2-Diabetes teilgenommen, die mit Diät und Bewegung allein keine annehmbare Blutzuckerkontrolle erreichten.
In der Patientengruppe, die als Starttherapie eine Kombination von JANUVIA® 100 mg (50 mg zweimal täglich) mit 2000 mg (1000 mg zweimal täglich) Metformin erhielt (n=178; mittlerer Ausgangswert des HbA1c war 8,8 Prozent), betrug die placebokorrigierte mittlere Veränderung beim HbA1c-Wert nach 24 Wochen 2,1 Prozentpunkte (p<0,0001).

 

Gute Verträglichkeit von JANUVIA®

In dieser 24-Wochenstudie zur initialen Kombinationstherapie mit Sitagliptin und Metformin bei zweimal täglicher Gabe (Sitagliptin/Metformin 50 mg/500 mg oder 50 mg/1000 mg) betrug die Gesamtinzidenz an arzneimittelbezogenen Nebenwirkungen bei den Patienten, die mit Sitagliptin und Metformin behandelt wurden, 14,0 Prozent im Vergleich zu 9,7 Prozent bei denjenigen, die Placebo erhielten. Die Gesamtinzidenz an arzneimittelbezogenen Nebenwirkungen war dabei bei den Patienten, die Sitagliptin und Metformin nahmen, ebenso hoch wie bei denjenigen, die Metformin allein erhielten (jeweils 14,0 Prozent), und höher als bei alleiniger Behandlung mit JANUVIA® (6,7 Prozent). Die Unterschiede zur Monotherapie mit JANUVIA® waren hierbei hauptsächlich durch gastrointestinale Nebenwirkungen bedingt.

In kontrollierten klinischen Studien, in denen Sitagliptin als Monotherapie oder kombiniert mit Metformin oder Pioglitazon gegeben wurde, lag die Gesamtinzidenz von unerwünschten Reaktionen, Hypoglykämie und Therapieabbrüchen wegen klinischer Nebenwirkungen unter Sitagliptin im Bereich von Placebo. In diesen klinischen Studien waren die häufigsten Nebenwirkungen, über die unter JANUVIA® berichtet wurde (mindestens 5 Prozent und höher als unter Placebo), eine verstopfte oder laufende Nase, Halsschmerzen, Infektion der oberen Atemwege und Kopfschmerzen.

 

Erhöhtes Hypoglykämierisiko in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff

In klinischen Studien, in denen JANUVIA® mit einem Sulfonylharnstoff (Glimepirid) mit oder ohne Metformin gegeben wurde, zeigte sich unter JANUVIA® eine höhere Gesamtinzidenz an Nebenwirkungen als unter Placebo. Dies war zum Teil durch eine höhere Hypoglykämieinzidenz unter JANUVIA® im Vergleich zu Placebo bedingt (12,2 versus 1,8 Prozent). Eine höhere Rate an Hypoglykämien wird oft gesehen, wenn blutzuckersenkende Medikamente in Kombination mit Sulfonylharnstoffen gegeben werden. Wenn JANUVIA® in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff angewendet wird, kann eine niedrigere Dosierung des Sulfonylharnstoffs erwogen werden, um das Hypoglykämierisiko zu reduzieren.

 

Weltweite Verfügbarkeit von JANUVIA®

Die Indikationserweiterungen durch die EMEA gelten für 27 Mitgliedsstaaten der EU, einschließlich Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.
Schätzungsweise 53 Millionen Menschen in Europa haben einen Diabetes mellitus. JANUVIA® ist insgesamt in mehr als 60 Ländern zugelassen und weltweit in jeder Region verfügbar. Aufgrund dieser weitreichenden Verfügbarkeit sind bereits mehr als drei Millionen Verordnungen von JANUVIA® erfolgt.

 

Ausgedehntes klinisches Entwicklungsprogramm für die Sitagliptinfamilie

Das klinische Entwicklungsprogramm von MSD für JANUVIA® ist umfangreich und wird ständig erweitert. 49 Studien sind bereits beendet oder laufen noch. Fünf weitere Studien sollen in diesem Jahr beginnen. Die vom Unternehmen durchgeführten Studien hatten mehr als 9.400 Teilnehmer, etwa 6.000 von ihnen erhielten JANUVIA®. Ungefähr 2.300 Patienten sind länger als ein Jahr mit JANUVIA® behandelt worden, mehr als 400 von ihnen nahmen JANUVIA® mindestens zwei Jahre.

 

Literatur

1. K. Hermansen et al. Efficacy and safety of the dipeptidyl peptidase-4 inhibitor, sitagliptin, in patients with type 2 diabetes mellitus inadequately controlled on glimepiride alone or on glimepiride and metformin. Diabetes Obesity and Metabolism 2007; 9 (5):733-745

2. B. J. Goldstein et al. Effect of Initial Combination Therapy With Sitagliptin, a Dipeptidyl Peptidase-4 Inhibitor, and Metformin on Glycemic Control in Patients With Type 2 Diabetes. Diabetes Care 2007; 30: 1979–1987


Quelle: Pressemitteilung der Firma MSD, März 2008.

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