Insulin glargin

Bessere Stoffwechseleinstellung und weniger Hypoglykämien

 

Frankfurt am Main (6. Februar 2015) – Für Menschen mit Typ-2-Diabetes, die mit Lebensstiländerungen und oralen Antidiabetika allein ihre Blutzuckerwerte nicht ausreichend kontrollieren können, gibt es zahlreiche Möglichkeiten der Therapie­intensivierung. Anlässlich einer Pressekonferenz in Berlin1 wurden die Vorteile einer basalunterstützten oralen Therapie (BOT) mit Insulin glargin (Lantus®) diskutiert.  

Patientendaten aus neun randomisierten, kontrollierten Studien, in denen jeweils die BOT mit Insulin glargin mit anderen Therapieregimen verglichen worden war, wurden in einer gepoolten Analyse2 zusammengefasst. Zu den Vergleichstherapien gehörten Lebensstiländerungen, die Zugabe weiterer oraler Antidiabetika oder Mischinsulin, der Beginn einer Insulintherapie mit NPH-Insulin sowie der Start einer supplementären Insulintherapie (SIT) mit Insulin lispro. Alle eingeschlossenen Patienten wiesen kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Hypertonie, Dyslipidämie oder/und eine koronare Herzkrankheit auf.

 

 

BOT mit Insulin glargin senkt HbA1c-Wert stärker

 

Sowohl hinsichtlich der Effektivität der Behandlung als auch hinsichtlich der Vermeidung von Hypoglykämien schnitten die Patienten unter Insulin glargin  besser ab, betonte Prof. Dr. Markolf Hanefeld, Dresden: „Eine HbA1c-Senkung auf Werte ≤ 7 Prozent und/oder um mindestens einen Prozentpunkt erzielten 57,7 Prozent der Patienten unter Insulin glargin, aber nur 51,4 Prozent in den Vergleichsgruppen. Es wurden 5,04 vs. 7,01 bestätigte Hypoglykämien pro Patientenjahr beobachtet“. Der Vorteil der BOT mit Insulin glargin gegenüber den Vergleichstherapien war jeweils signifikant (p < 0,001).

 

 

Seltener Hypoglykämien als unter NPH-Insulin

 

Die Vermeidung von Hypoglykämien spielt eine wichtige Rolle in der Insulintherapie, nicht nur bei kardial vorgeschädigten Patienten. Dass Insulin glargin hier sicherer ist als NPH-Insulin, bestätigen weitere Studien. So wurde die Outcomeanalyse einer Fünfjahresstudie von Rosenstock et al.3 vorgestellt, in der dieser seine Beobachtung aus einer früheren eigenen Studie, die Häufung von Hypoglykämien unter NPH-Insulin, noch einmal genauer betrachtete. Es bestätigte sich, dass die Zahl symptomatischer Hypoglykämien pro Patientenjahr unter Insulin glargin deutlich niedriger war als unter NPH-Insulin. Die Rate Ratio betrug 0,72 zugunsten von Insulin glargin, dieser Vorteil war signifikant (p = 0,001). Dabei spielte es keine Rolle, welchen HbA1c-Wert die Patienten erreicht hatten. Die Überlegenheit von Glargin war besonders ausgeprägt bei der Vermeidung nächtlicher Unterzuckerungen.

 

 

Therapiesicherheit in ORIGIN bestätigt

 

Hanefeld erinnerte an die ORIGIN-Studie4: Sie schloss 12.537 Patienten ein, die entweder einen frühen Typ-2-Diabetes hatten (89%) oder eine erhöhte Nüchternglukose bzw. gestörte Glukosetoleranz (11%). Insulin glargin ist zur Therapie von Patienten mit manifestem Diabetes zugelassen. Über die Beobachtungsdauer von mehr als sechs Jahren war Insulin glargin neutral in Bezug auf kardiovaskuläre Risiken, darüber hinaus wurde die onkologische Sicherheit bestätigt. „Der mediane HbA1c-Wert der Patienten blieb über die gesamte Zeit ≤ 6,5 Prozent“, konstatierte Hanefeld. Dabei war es in der Glargin-Gruppe seltener als in der Kontrollgruppe notwendig, zwei oder gar drei OAD einzusetzen.4 Schwere Hypoglykämien traten in beiden Studienarmen selten auf; zudem waren sie in der Gruppe mit Insulin glargin seltener mit kardiovaskulären Komplikationen verbunden.5

 

 

Insulin glargin steht für hohe Therapiepersistenz

 

Dr. Franz-Werner Dippel, Berlin, stellte Daten zum Einsatz von Insulin glargin unter realen Versorgungsbedingungen vor: In einer retrospektiven Datenbankanalyse6 mit Daten von 17.472 US-amerikanischen Patienten wurden die medizinischen und ökonomischen Konsequenzen eines Therapiewechsels zwischen Insulin glargin und Insulin detemir untersucht.

 

Die 13.882 Patienten der Kohorte 1 wurden seit mindestens sechs Monaten mit Insulin glargin therapiert. Wurde diese Therapie fortgesetzt, gehörten sie zur Gruppe der Glargin-Continuer (GLA-C). Wurden die Patienten auf Insulin detemir umgestellt, wurden sie als Detemir-Switcher (DET-S) erfasst. Die Kohorte 2 umfasste 3.590 Patienten, die ihre Therapie mit Insulin detemir begonnen hatten. Sie setzten die Behandlung entweder mit Insulin detemir fort (Detemir-Continuer, DET-C), oder sie wechselten zu Insulin glargin (Glargin-Switcher, GLA-S). Strukturelle Unterschiede zwischen den Gruppen wurden mittels Propensity Score Matching ausgeglichen. Letztlich gingen die Daten von 5.921 Patienten in die Auswertung ein (GLA-C, n = 3.930; DET-S, n = 792; DET-C, n = 780; GLA-S, n = 419).

 

Die Verweildauer (Persistenz) der Glargin-Continuer bei ihrer Therapie war nach einem Jahr Follow-up signifikant höher als die Persistenz der Detemir-Switcher; sie betrug im Mittel 281 vs. 250 Tage (p < 0,0001). Zudem waren die HbA1c-Werte der Glargin-Continuer zum Ende der Beobachtungszeit deutlich niedriger (8,35 vs. 8,64%, p < 0,0165). 40 Prozent der Detemir-Switcher wechselten zurück zu Insulin glargin. Die Patienten der Kohorte 2 zeigten dagegen in beiden Gruppen eine ähnliche Persistenz mit einer mittleren Verweildauer von 262 vs. 268 Tagen. Nur 20 Prozent der Patienten der Gruppe GLA-S wechselten zu Insulin detemir zurück.

 

In der Versorgungsrealität profitieren Menschen mit Typ-2-Diabetes, die mit Insulin detemir  behandelt werden (DET-C), von einem Wechsel auf Insulin glargin (GLA-S).

 

 

Quellen 

  1. Pressekonferenz „Die Highlights des Jahres 2014: Weltneuheiten, Studienergebnisse, bewährte und neue Therapiekonzepte im Diabetesmanagement“, 05.12.2014, Berlin
  2. Blonde L, Baron MA, Zhou R, Banerji MA. 2014. Postgrad Med 126: 172-89
  3. Rosenstock J, Fonseca V, Schinzel S, Dain MP, Mullins P, Riddle M. 2014. J Diabetes Complications 28: 742-9
  4. Gerstein HC, Bosch J, Dagenais GR, Diaz R, Jung H, et al. 2012. N Engl J Med 367: 319-28
  5. Mellbin LG, Ryden L, Riddle MC, Probstfield J, Rosenstock J, et al. 2013. Eur Heart J 34: 3137-44
  6. Levin P, Wei W, Miao R, Ye F, Xie L, et al. 2014. Diabetes Obes Metab

 

Über Sanofi in Deutschland, der Schweiz und Österreich

 

Sanofi ist ein weltweit führender, integrierter Gesundheitskonzern, der, ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Menschen, therapeutische Lösungen erforscht, entwickelt und vermarktet. In der länderübergreifenden Organisation Deutschland-Schweiz-Österreich hat Sanofi das Marketing und den Vertrieb der drei Landesgesellschaften vereint. In allen drei Märkten gehört Sanofi zu den führenden Anbietern von Arzneimitteln und Gesundheitslösungen. Sanofi legt im Gesundheitsbereich seine Schwerpunkte auf sieben Wachstumsplattformen: Lösungen bei Diabetes, Impfstoffe, innovative Medikamente, frei verkäufliche Gesundheitsprodukte, Schwellenmärkte, Tiergesundheit und Genzyme. Die Aktien von Sanofi werden an den Börsen von Paris (EURONEXT: SAN) und New York (NYSE: SNY) gehandelt. 

 


Quelle: Sanofi-Aventis, 06.02.2015 (tB).

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