Keine Angst vor Insulin?!

Die Bedenken vieler Menschen mit Typ-2-Diabetes gegenüber Insulin sind meist unbegründet. Das bestätigt eine aktuelle Umfrage auf dem Diabetes-Portal DiabSite

Leipzig (1. Juni 2011) – Trotz einer kontinuierlichen Verbesserung der Therapieoptionen bei Typ-2-Diabetes erreicht die Mehrheit der Patienten nicht das Ziel einer normnahen Stoffwechseleinstellung (1). Gründe hierfür sind u.a. psychologische Barrieren, die die Initiierung einer notwendigen Insulintherapie verzögern oder behindern(2). Besonders häufig genannt werden Ängste vor Injektionen und Hypoglykämien, die Sorge Gewicht zuzunehmen und die weit verbreitete Einschätzung, dass der Beginn der Insulintherapie den Eintritt in eine schwere Phase der Erkrankung markiert. Doch wie beurteilen insulintherapierte Typ-2-Patienten rückblickend den Wechsel von Tabletten auf Insulin? Sind die Sorgen berechtigt oder überwiegen nach der Umstellung die Vorteile der Insulintherapie? Diesen Fragen ging das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite mit Unterstützung von Bayer Diabetes Care im Rahmen einer Umfrage nach(3). Bis November 2010 beteiligten sich rund 750 insulintherapierte Menschen mit Typ-2-Diabetes und berichteten von ihren Erfahrungen, um anderen Betroffenen bei der Umstellung auf Insulin zu helfen. Das wichtigste Ergebnis: Die große Mehrheit sagt, ihr Leben sei durch das Insulin einfacher geworden – und die Diabetes-Einstellung besser.

Jeder Dritte äußert vor der Umstellung Bedenken gegen Insulin

Rückblickend erinnert sich jeder dritte Teilnehmer der Online-Umfrage auf www.diabsite.de, vor dem Wechsel Sorgen oder Ängste gehabt zu haben. „Wir wissen jedoch, dass unmittelbar vor der Umstellung auf Insulin fast alle Patienten Vorbehalte haben", erklärt Dr. Bernhard Kulzer von der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim. In den meisten Fällen seien die Bedenken jedoch eher vage und eigene Erfahrungen der beste Weg, um sie zu überwinden, so der Psychologe.

„Das Leben hat mich wieder"

Diese Einschätzung bestätigt auch die Umfrage auf www.diabsite.de. Denn nach der Umstellung auf Insulin fällt das Urteil der Patienten überwiegend positiv aus. Die große Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer berichtet von einer besseren Blutzuckereinstellung (80,8 Prozent) und einem verbesserten Langzeitwert (74,9 Prozent). Ebenso wichtig: Auch die persönliche Lebensqualität hat sich durch das Insulin für die meisten verbessert (64,2 Prozent) oder zumindest nicht verschlechtert (29,8 Prozent). „Das Leben hat mich wieder", so schildert eine Umfrageteilnehmerin ihre Erfahrung nach der Umstellung. Wieder freier essen zu können, war die am häufigsten genannte positive Auswirkung der Insulinbehandlung (49 Prozent). 40 Prozent sagten, sie seien im Leben insgesamt flexibler geworden, 34 Prozent fühlen sich seit der Umstellung fitter. Auch die Umgewöhnung erfolgte in den meisten Fällen erstaunlich schnell. 64,7 Prozent der Befragten sagten, dass es weniger als einen Monat gedauert hatte, bis sie sich mit der Insulintherapie angefreundet hatten.

Blutzuckerselbstkontrolle hilft Unterzuckerungen zu vermeiden

Doch nicht alle Befürchtungen erweisen sich als unbegründet. Etwa die Hälfte der Umfrageteilnehmer auf dem Diabetes-Portal berichtet von einer Gewichtszunahme nach der Umstellung auf Insulin, und 29 Prozent fürchten sich vor Unterzuckerungen. Für Dr. Bernhard Kulzer sind dies jedoch keine automatischen Konsequenzen der Insulintherapie. Er rät den Patienten, eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen, um der Gewichtszunahme gezielt vorzubeugen. Zur Vermeidung von Unterzuckerungen empfiehlt er die Teilnahme an speziellen Wahrnehmungstrainings und die regelmäßige Kontrolle und Dokumentation der Blutzuckerwerte. Moderne Blutzuckermessgeräte können hierbei hilfreich sein. So erleichtert beispielsweise die integrierte Diabetes-Management-Software des Contour® USB die Auswertung und das Erkennen von wiederkehrenden Mustern. Per USB Schnittstelle werden die Messwerte direkt auf den PC übertragen und als übersichtliche Verlaufsgrafiken dargestellt.

Service: Info-Karten zum Thema Insulin

Um Menschen mit Typ-2-Diabetes die Umstellung auf Insulin einfacher zu machen, bietet Bayer Diabetes Care Info-Karten an. Der Kartensatz – zu einem kleinen Ringbuch zusammen gefasst – kann kostenfrei beim Diabetes Service unter der Rufnummer 0800 5088822 bestellt werden.

Mehr Informationen über Diabetes erhalten Sie im Internet unter www.bayerdiabetes.de oder über den Bayer Diabetes Service unter der kostenfreien Rufnummer (0800) 50 888 22.

Die Bayer Vital GmbH vertreibt in Deutschland die Produkte der in der Bayer HealthCare AG zusammengeführten Divisionen Animal Health, Consumer Care, Diabetes Care und Pharma. Bayer Vital konzentriert sich auf das Ziel, in Deutschland innovative Produkte in Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen zu erforschen und Ärzten, Apothekern und Patienten anzubieten. Die Produkte dienen der Diagnose, der Versorgung und der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Damit will das Unternehmen einen nachhaltigen Beitrag leisten, die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern. Mehr über Bayer Vital steht im Internet: http://www.bayervital.de.

 

Umfrage und Ergebnisse

Von August bis November 2010 führte das unabhängige Diabetes-Portal www.diabsite.de mit Unterstützung von Bayer Diabetes Care eine Umfrage unter Typ-2-Diabetikern zur Umstellung von Tabletten auf Insulin durch. Die Teilnahme erfolgte anonym, wahlweise online auf www.diabsite.de oder durch schriftliches Ausfüllen und Zusenden des Fragebogens. Die Auswertung wurde von Dr. Sonia Lippke, Maastricht University, vorgenommen.

Teilnehmer:                452 Männer und 291 Frauen mit Typ-2-Diabetes
Durchschnittsalter:      63,7 Jahre
Dauer zwischen Diabetes-Diagnose
und Insulinumstellung: durchschnittl. 7,5 Jahre
Umfragezeitraum:        Aug-Nov 2010

Wie ist Ihre Blutzuckereinstellung unter der Insulintherapie?

besser: 80,8%      unverändert: 15,7%      schlechter: 2,4% k.      Antw.: 1,1%


Wie ist Ihr Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) unter der Insulintherapie?

besser: 74,9%      unverändert: 20,3%      schlechter: 3,5% k.      Antw.: 1,3%


Wie ist Ihr persönliches Wohlbefinden unter der Insulintherapie?

besser: 64,2%      unverändert: 29,8%      schlechter: 4,6% k.      Antw.: 1,3%


Hatten Sie Bedenken/Angst vor der Insulintherapie?

ja: 33,2 %      weiß nicht: 4,7%      nein: 61,8%      k. Antw.: 0,3%


Hatte Ihr Arzt Bedenken vor der Umstellung auf Insulin?

ja: 6,2 %       weiß nicht: 9,9%      nein: 83,6%      k. Antw.: 0,3%


Wie wurden Sie zum Umgang mit Insulin und Spritze geschult?

kurze Einweisung: 39,5%      Einzelschulung: 23,5 %      Gruppensch. 36%      k. Antw.: 0.9%


Welche der Aussagen treffen seit der Umstellung auf Sie zu? Ich…

kann freier essen: 49%      bin flexibler im Leben: 40%

bin einfach fitter: 34%        muss häufiger zum Arzt: 25%

bin nicht mehr so oft müde: 26%      habe zugenommen: 55%

fürchte Unterzuckerungen: 29%       ärgere mich über das Spritzen: 20%

 

Anmerkungen

  1. Wallace TM, Matthews DR: Poor glycaemic controle in type 2 diabetes: a conspiracy of disease, suboptimal therapy and attitude. Qjm 2000; 93:369-374
  2. Pfützner A, Reimer T, Stridde E, Huppertz E, von Thöne I, Forst T, Petrak F. Insulinresistenz, ß-Zelldysfunktion und kardiovaskuläres Risiko oral schlecht eingestellter Patienten mit Typ 2 Diabetes – Ergebnisse der SETT2D-Studie. 41. Jahrestagung der DDG 2006
  3. Umfrage von www.diabsite.de, November 2010, 744 Teilnehmer, alle mit Typ-2-Diabetes unter Insulintherapie, data on file


 

Quelle: Pressegespräch der Firma Bayer HealthCare zum Thema: „Diabetes managen – Folgen reduzieren" am 01.06.2011 in Leipzig (Goerke PR)(tB).

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