Kongress der Europäischen Schmerzföderation EFIC

Kaum Rückgang bei krebsbedingten Schmerzen in den letzten zehn Jahren

 

Wien, Österreich (4. September 2015) – Schmerzen sind unter Krebspatienten sehr verbreitet, daran hat sich auch in den letzten zehn Jahren trotz großer Bemühungen und neuer Behandlungsmethoden kaum etwas geändert: Rund die Hälfte der Betroffenen leidet an Schmerzen, mehr als ein Drittel empfindet diese als mäßig bis stark. Dieses ernüchternde Ergebnis einer Meta-Analyse präsentierte eine niederländische Forschungsgruppe beim Kongress der Europäischen Schmerzföderation EFIC in Wien.


Der Frage, wie die Schmerzen von Krebspatienten besser in den Griff zu bekommen sind, wurde in den letzten zehn Jahren sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt. Große Erwartungen weckten auch die zahlreichen Behandlungsmethoden, die in der vergangenen Dekade entwickelt wurden. Doch die Erkenntnisse einer Maastrichter Forschungsgruppe sind ernüchternd: „An der Situation der Betroffenen hat sich kaum etwas verändert. Heute leiden nicht weniger Krebspatienten unter Schmerzen als noch vor zehn Jahren“, berichtete Studienautorin Dr. Marieke van den Beuken-van Everdingen beim 9. Kongress der Europäischen Schmerzförderation EFIC „Pain in Europe IX“ in Wien. 4.000 Experten aus aller Welt diskutieren hier über aktuelle Trends in der Schmerzmedizin. 

 

 

Jeder zweite Krebspatient leidet unter Schmerzen

 

Bereits vor zehn Jahren hatte eine Forschergruppe der Universitätsklinik Maastrich (Niederlande) untersucht, inwieweit Schmerzen unter Krebspatienten verbreitet sind. Nun wurden in einer neuerlichen Literaturanalyse 122 ausgewählte Arbeiten aus den Jahren zwischen 2005 und 2014 ausgewertet. Die aktuellen Durchschnittswerte wurden mit denen vor zehn Jahren verglichen. Dr. van den Beuken-van Everdingen bedauerte, dass die Anstrengungen und Innovationen offenbar nicht bewirkt haben, die Leiden der Patienten zu lindern. Vor zehn Jahren litten 33 Prozent der Patienten nach einer Tumorbehandlung an Schmerzen, laut der aktuellen Ergebnisse waren es fast 38 Prozent. Leicht verbessert hat sich die Situation während der Behandlung: Vor zehn Jahren hatten 59 Prozent während der Behandlung Schmerzen, inzwischen sind es 55 Prozent. Zwei Drittel der Patienten (rund 66 Prozent), die im fortgeschrittenen, metastatischen oder End-Stadium ihrer Erkrankung sind, werden laut aktueller Daten von Schmerzen gepeinigt, vor zehn Jahren war das mit 64 Prozent kaum anders. Studien, die alle Krankheitsstadien zusammen analysierten, kamen zum Schluss, dass nach wie vor bei jedem zweiten Krebserkrankten (rund 49 Prozent) Schmerzen auftreten, bei mehr als einem Drittel (rund 38 Prozent) sind diese mäßig bis stark ausgeprägt. 

 

  • Quelle: EFIC Abstract Van den Beuken-van Erdingen et al: Prevalence of pain in Patients with cancer. A systematic review and meta-analysis: 10 years later.

 

 


Quelle: Kongress der Europäischen Schmerzföderation EFIC in Wien, 04.09.2015 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen

ONKOLOGIE

WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…
Stellungnahme zur 3. Impfung gegen SARS-CoV2 bei Personen mit MS
NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…