Lang wirksame Insulinanaloga auf dem Prüfstand

Levemir®: Mehr Verordnungssicherheit für Ärzte, klinische und praktische Vorteile für Patienten

 

 

Wiesbaden (1. Mai 2011) – Viele Menschen mit Typ 2 Diabetes können mit einem einmal täglich verabreichten Basalinsulin wie Levemir® (Insulindetemir) zusätzlich zu ihren oralen Antidiabetika einfach, effektiv und sicher die in den Leitlinien geforderten Therapieziele erreichen. Das betonte Dr. Marcel Kaiser, Frankfurt, auf einer Veranstaltung, die am 1. Mai 2011 in Wiesbaden stattfand.1 Das Basalinsulin führt neben einer besseren Kontrolle des Nüchternblutzucker-Spiegels auch zu einem insgesamt besseren Blutzuckertagesprofil, führte Dr. Kaiser weiter aus.

 

 

Hypoglykämierisiko bei Insulindetemir geringer als unter NPH-Insulin

 

Mehrere Studien belegen, dass die zur Verfügung stehenden Basalinsuline – humanes Basalinsulin (Neutrales Protamine Hagedorn Insulin, NPH-Insulin) sowie die modernen Insulinanaloga Insulindetemir und Insulinglargin – zu einer vergleichbaren Senkung des HbA1c-Wertes führen.2,3,4

 

Ein deutlicher Unterschied zwischen NPH-Insulin und den modernen Insulinanaloga Insulindetemir und Insulinglargin liegt allerdings im Hypoglykämierisiko. Hintergrund scheint die unterschiedliche Freisetzungskinetik der Insuline zu sein: Unter NPH-Insulin steigen die Insulinspiegel nach drei bis fünf Stunden stärker an als unter den modernen Insulinanaloga, die ein langes, flaches und weniger variables Wirkprofil aufweisen. Diese optimierte Freisetzungskinetik geht einher mit einem geringeren nächtlichen Hypoglykämierisiko für Patienten mit Typ 1 Diabetes unter den modernen Insulinen, so Kaiser. Dies bestätigen sowohl klinische als auch Beobachtungsstudien bei Typ 2 Diabetes.2,8 So zeigte eine klinische Studie unter Insulindetemir im Vergleich zu NPH-Insulin bei abendlicher Gabe eine signifikante Reduktion der nächtlichen Hypoglykämien von 65 Prozent; die Gesamthypoglykämien waren unter Levemir® um 53 Prozent verringert.2

 

Kaiser unterstrich dabei, dass eine Hypoglykämie mehr bedeutet als nur ein niedriger Blutzuckerwert: So leiden die Patienten unter unangenehmen Symptomen wie beispielsweise Zittern, Herzklopfen, Konzentrationsstörungen, Schwindel oder Schweißausbrüchen. Aber auch hämodynamische Auswirkungen eines niedrigen Blutzuckerspiegels wie Pulsanstieg und Anstieg des systolischen Blutdrucks sind möglich.5 Darüber hinaus konnten während einer Hypoglykämie kritische EKG-Veränderungen gezeigt werden.6

 

„Jede Hypoglykämie, besonders in der Nacht, belastet den Patienten und kann eine adäquate Dosissteigerung und damit eine effektive Therapie verhindern“, betonte Kaiser. Diese Aussage steht in Einklang mit den aktualisierten Praxis-Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft7, die die Forderung nach einem HbA1c-Wert unter 6,5 Prozent und einem Nüchternblutzucker zwischen 90 bis 120 mg/dl präzisieren: Der Vermeidung von Hypoglykämien kommt eine wesentliche prognostische Bedeutung zu; bei Übergewicht / Adipositas sind Substanzen zu bevorzugen, die keine weitere Gewichtszunahme begünstigen.7

 

 

Moderne Insuline: Keine Resuspendierung nötig

 

Kaiser erklärte: „Neben dem langen und flachen Wirkprofil, das eine einmal tägliche Injektion ermöglicht, spricht noch ein weiteres wichtiges Argument für den Einsatz moderner Basalinsuline: Im Gegensatz zu NPH-Insulin müssen die Insulinkartuschen bei modernen Basalinsulinen vor der Verwendung nicht mehr geschwenkt werden, um das Insulin zu resuspendieren. Die klare Lösung zum Beispiel von Insulindetemir kann direkt injiziert werden. Damit entfällt ein wesentlicher Handhabungsfehler.“

 

Wegen der klinischen und praktischen Vorteile moderner Analoginsuline forderte Kaiser abschließend, beim Einsatz eines lang wirksamen Insulins über die Nacht primär ein modernes Insulin und nicht ein NPH-Insulin zu verwenden.

 

 

AMNOG stellt Berücksichtigung von Rabatten sicher

 

Dass auch aus Kostensicht nichts gegen die Forderung von Kaiser spricht, machte der Gesundheitsökonom Professor Dr. Bernd Brüggenjürgen, Celle, klar.

 

So hat das Unternehmen Novo Nordisk für Insulindetemir Versorgungswahlverträge zur Behandlung des Typ 2 Diabetes mit 154 Kassen abgeschlossen, die gewährleisten, dass Levemir® und NPH-Insulin kostengleich sind. Damit ist Levemir® für 95 Prozent der GKV-Versicherten uneingeschränkt verordnungsfähig.

 

Brüggenjürgen stellte auch das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) vor, das eine wichtige Neuerung enthält: Die arztbezogene Berücksichtigung von Rabatten. So ermitteln die Gesetzlichen Krankenkassen seit Februar 2011 die Summe der Rabatteinnahmen und geben sie arztbezogen an die Prüfungsstelle weiter. Durch diese Neuregelung wird erreicht, dass die Kostenvorteile, die Krankenkassen durch Rabattverträge erzielen, bei der Richtgrößenprüfung vorab zugunsten des Arztes bei der Ermittlung der Verordnungskosten berücksichtigt werden. Dies schafft mehr Verordnungssicherheit für Ärzte; denn dem Budget des Arztes werden damit nur die tatsächlich entstandenen Kosten belastet und nicht die Listenpreise.

 

 

Über Novo Nordisk

 

Novo Nordisk ist ein international tätiges und forschendes Unternehmen der Gesundheitsbranche mit einer weltweit führenden Position in der Diabetesversorgung. Dem ganzheitlichen Anspruch „Changing Diabetes® – Diabetes verändern“ entsprechend werden alle Produkte und Aktivitäten in größtmöglicher Verantwortung für Patienten, Ärzte und Gesellschaft konzipiert. Daneben hält Novo Nordisk führende Stellungen in den Bereichen Blutgerinnung (Hämostase), Wachstumshormon- und Hormonersatztherapie. Das Unter­nehmen mit Hauptsitz in Dänemark beschäftigt weltweit etwa 30.900 Mitarbeiter in 76 Ländern, davon rund 600 in Deutschland. Seine Produkte werden in 179 Ländern vertrieben. Als Aktiengesellschaft ist Novo Nordisk an den Börsen von Kopenhagen und New York gelistet. Weitere Informationen unter www.novonordisk.de.

 

 

Quellen 

  1. Media-Lunch „Lang wirksame Insulinanaloga auf dem Prüfstand” Die medizinische Perspektive / Die Kosten-Perspektive, 1. Mai 2011, Wiesbaden; Veranstalter: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
  2. Philis-Tsimikas A Clin Thera 2006;28:1569-1581
  3. Hermansen K et al. Diabetes Care 2006;29(6):1269-1274
  4. Riddle MC et al. Diabetes Care 2003;26:3080-3086
  5. Fisher BM et al. Diabetologia 1987;30:841-845
  6. Gill GV et al. Diabetologia 2009;52:42-45
  7. Matthaei S et al. Diabetologie 2010;5 Suppl.2:127-132
  8. Fajardo Montañana C et al. Diabet Med 2008;25:916-923

 

 


Quelle: Media-Lunch „Lang wirksame Insulinanaloga auf dem Prüfstand” Die medizinische Perspektive / Die Kosten-Perspektive, 1. Mai 2011, Wiesbaden; Veranstalter: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz (3K-Agentur für Kommunikation) (tB).

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