Mechanismen-orientierte Schmerztherapie mit Pregabalin

Rückenschmerzen sind nicht gleich Rückenschmerzen

 

Mannheim (19. Oktober 2012) – Jeder vierte Mann bzw. nahezu jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal im Leben von Rückenschmerzen betroffen1. Sie sind damit sehr häufig, neigen zur Chronifizierung und haben eine gesundheitsökonomische Tragweite. Bei einem Großteil der Betroffenen finden sich verschiedene pathophysiologische Komponenten und die neuropathische Beteiligung ist häufiger und bedeutsamer als bislang angenommen1. In diesen Fällen greift die nozizeptiv ansetzende Standardtherapie nicht ausreichend. Eine geeignete Therapie des neuropathischen Rückenschmerzes z.B. mit Pregabalin (LYRICA®) kann neben der Pathophysiologie des Schmerzes auch individuelle Komorbiditäten des Patienten berücksichtigen. Diesen Mechanismen-orientierten Therapieansatz verfolgen führende Schmerzexperten, die sich auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Schmerzgesellschaft in Mannheim für eine personalisierte Schmerztherapie aussprachen2.

 

Die Ursache neuropathischer Schmerzen liegt in der Schädigung oder Erkrankung des peripheren oder zentralen Nervensystems. Je nach Ätiologie und Pathophysiologie der Schmerzen kann die nozizeptive oder neuropathische Komponente beim Rückenschmerz im Vordergrund stehen. Da viele chronische Schmerzsyndrome durch ein Nebeneinander von nozizeptiven und neuropathischen Komponenten („Mixed-Pain-Syndrom“) gekennzeichnet sind und oft keine klare Einteilung ermöglichen, ist je nach zugrundeliegendem Schmerzentstehungsmechanismus ein differenzierter Therapieansatz erforderlich.

 

 

Bestimmung des individuellen Schmerzprofils

 

Studien belegen, dass bei rund 40 Prozent der chronischen Rückenschmerzpatienten eine neuropathische Komponente vorliegt3. Die Therapie mit Entzündungshemmern, die bei einem rein nozizeptiven Schmerzgeschehen indiziert ist, greift bei einer neuropathischen Beteiligung zu kurz. Dank validierter Schmerzscreening-Verfahren wie painDETECT® können neuropathische Schmerzkomponenten leichter erkannt werden: Der einfach in den Praxisalltag zu integrierende painDETECT®-Screeningbogen umfasst sieben Fragen zu Schmerzintensität, -muster und -qualität und erlaubt mit hoher Genauigkeit Rückschlüsse, ob ein neuropathisches Schmerzsyndrom vorliegt oder eine wesentliche neuropathische Komponente bei einem Mixed-Pain-Syndrom vorhanden ist.

 

 

Die Therapie am Schmerzmechanismus ausrichten

 

Mit Hilfe des painDETECT®-Fragebogens konnten in einem großen Studienkollektiv fünf charakteristische Subgruppen des neuropathischen Rückenschmerzes anhand sensorischer Grundmuster identifiziert werden4. Da den unterschiedlichen Phänotypen verschiedene Schmerzentstehungsmechanismen zugrunde liegen können, plädierte Professor Ralf Baron, Kiel, dafür, die Behandlung konsequent an den Mechanismen auszurichten und den bisher verfolgten Ansatz, ausschließlich auf Basis der verursachenden Grunderkrankung zu therapieren, abzulösen. Ein Beispiel Mechanismen-orientierter Therapie stellt Pregabalin dar: Der Kalziumkanalmodulator Pregabalin ist eine wirksame Option bei peripheren und zentralen neuropathischen Schmerzen und wird in den Guidelines der European Federation of Neurological Society (EFNS) als First-Line-Therapeutikum bei Radikulopathie empfohlen5. Komorbiditäten wie schmerzbedingte Schlafstörungen können durch das Antikonvulsivum ebenso signifikant verbessert werden6 wie auch die Substanz durch das geringe Interaktionspotenzial bei multimorbiden Patienten mit Polymedikation meist gut einzusetzen ist7.

 

 

Therapieresponder individuell behandeln

 

Dass eine isolierte Betrachtung einzelner Schmerztypen für die Wahl einer individuellen Therapie sinnvoll sein kann, zeigte Baron anhand von Subgruppenanalysen zur Identifikation von Therapierespondern. Häufig werden Schmerzpatienten mit sehr unterschiedlichen pathophysiologischen Hintergründen in Studien eingeschlossen, die mit einer ebenso unterschiedlichen Response auf das Prüfpräparat reagieren. Dies hat zur Folge, dass klinische Studien im Median negativ ausgehen können, auf Medikamente wie z.B. Pregabalin in der individuellen Behandlung jedoch gut angesprochen wird. In beispielhaft vorgestellten Studien fiel auf, dass Pregabalin in bestimmten phänotypischen Subgruppen signifikant überlegen war, der primäre Endpunkt aber verfehlt wurde. „Wenn wir weiterhin so verfahren wie bisher und nur Mittelwerte betrachten, versenken wir das Potenzial vieler innovativer Medikamente. Wir müssen weg von Mittelwert-orientierter Betrachtung hin zu einer Response-orientierten Betrachtungsweise.“ zog Baron als Fazit. Seine Vision für die Schmerztherapie liegt in der genauen Phänotypisierung des Schmerzpatienten. Der dadurch gewonnene Einblick in den individuellen Schmerzmechanismus werde in Zukunft eine personalisierte Schmerzmedizin ermöglichen.

 

 

Referenzen

  1. Baron R, Binder A, Der Orthopäde 2004; 33(5): 568-575
  2. Satelliten-Symposium „Responder und Non-Responder – Was lernen wir aus Studien wirklich?“ im Rahmen des Kongresses der Deutschen Schmerzgesellschaft, Mannheim, 19. Oktober 2012
  3. Freynhagen R et al., Curr Med Res Opin 2006; 22(10): 1911-1920
  4. Mahn F et al., PLoS One 2011; 6(5): e18018
  5. Attal N et al., Eur J Neurol 2006; 13(11): 1153-1169
  6. Rosenstock J et al., Pain 2004; 110: 628-638
  7. Fachinformation LYRICA® , Stand November 2011

 

Pfizer – Gemeinsam für eine gesündere Welt

 

Pfizer erforscht und entwickelt mit weltweit über 100.000 Mitarbeitern moderne Arzneimittel für alle Lebensphasen von Mensch und Tier. Mit einem der höchsten Forschungsetats der Branche setzt der Weltmarktführer mit Hauptsitz in New York neue Standards in Therapiegebieten wie Krebs, Entzündungskrankheiten, Schmerz oder bei Impfstoffen. Pfizer erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 67,8 Milliarden US-Dollar.

In Deutschland beschäftigt Pfizer derzeit rund 4.000 Mitarbeiter an vier Standorten: Berlin, Freiburg, lllertissen und Karlsruhe.

 


 

Quelle: Pfizer Pharma, 19.10.2012 (hB).

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