Mehr Durchblick bei der Pflegeheimwahl

 

  • Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) veröffentlicht Marktstudie zu Qualitätssiegeln und Zertifikaten
  • „Siegelkarte“ bietet Orientierung

 

Berlin (15 Mai 2012) – Fast drei Viertel aller Qualitätssiegel und Zertifikate sind seit der letzten Marktstudie im Jahr 2004 in deutschen Pflegeeinrichtungen vergeben worden. Die Folge: Der Siegelmarkt ist sowohl für die Einrichtungen als auch für den Verbraucher unübersichtlicher geworden. Aus diesem Grund hat das ZQP eine Studie durchgeführt, die einen umfassenden Überblick über die Qualitätssiegel und Zertifikate in der deutschen Langzeitpflege gibt. Ziel des Projekts war es, neben der aktuellen Marktübersicht auch eine Nutzeneinschätzung der Pflegeanbieter zu erhalten.

 

Vor allem für Pflegebedürftige und ihre pflegenden Angehörigen ist es schwierig, die Bedeutung vorhandener Qualitätssiegel einzuschätzen. Um mehr Transparenz zu schaffen, hat die Stiftung eine Karte zu den TOP 5 Siegeln in Deutschland entwickelt, die bei der Frage weiterhilft, wie die Pflegequalität bei dem jeweiligen Anbieter gesichert wird. „Wir wollen den Beteiligten eine verlässliche Information in die Hand geben, die eine zusätzliche Orientierung bei der Auswahl von guten Pflegeeinrichtungen ermöglicht“, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Qualität in der Pflege. Siegel und Zertifikate können bei der Pflegeheimauswahl allerdings nur einen groben Hinweis geben. Wichtig sei vor Ort mit der Heimleitung oder den Bewohnern zu sprechen, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Entscheidend für die Qualität sei unter anderem die Sauberkeit der Einrichtungen oder ob das Personal freundlich ist, so Suhr.

 

Deutschlandweit gibt es etwa 24.000 Pflegeeinrichtungen. Davon waren in einer Vorgängerstudie 2004 nur zehn Prozent zertifiziert. Inzwischen besitzen 32 Prozent im ambulanten und 42 Prozent im stationären Bereich ein Qualitätssiegel. Insgesamt wurde eine Gesamtzahl von 20 Siegeln gefunden. Neun der 17 Siegel, die bei der letzten Untersuchung erhoben wurden, werden nicht mehr angewandt. Hingegen wurden zwölf neue Verfahren identifiziert. Bei den Pflegeanbietern, die bisher kein Siegel oder Zertifizierungsverfahren anstrebten, führten knapp 70 Prozent die hohen Kosten als Begründung hierfür an. Zudem wurde der Nutzen der Verfahren als gering und die externen Qualitätsprüfungen durch den MDK als ausreichende Qualitätsmaßnahme eingeschätzt.

 

Mehr Hintergründe zur Studie und zur Siegelkarte finden Sie unter www.zqp.de

 

 

Hintergrundinformationen zur Studie

 

Methode: Basierend auf Literaturrecherchen, Internetrecherchen, Telefoninterviews mit Anbietern von Qualitätssiegeln sowie einer Fragebogen-Erhebung in 188 ambulanten und 220 stationären Pflegeeinrichtungen hat die Abteilung Qualitätsmanagement und Sozialmedizin des Universitätsklinikums Freiburg (AQMS) im Auftrag des ZQP eine aktuelle Übersicht der verschiedenen Siegelanbieter erstellt. Das Projekt geht über die WIdO-Studie (Wissenschaftliches Institut der AOK) des Jahres 2004 hinaus. Es legt den Fokus auf neuere Entwicklungen und wurde zudem durch eine empirische Befragung in Pflegeeinrichtungen zu den Themen Qualitätsmanagement, Zertifizierung, Akzeptanz und Nutzenbewertung von Zertifizierungsverfahren ergänzt.

 


 

Quelle: Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), 15.05.2012 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung