Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der stationären Pflege halten ihre Arbeit für sinnvoll und wichtig

Motivierte Pflegekräfte

 

Berlin (23. Januar 2013) – Eine wachsende Zahl von pflegerischen Härtefällen, immer weniger Zeit für die Zuwendung einzelner Bewohner – die Anforderungen der Pflegekräfte in der Altenhilfe steigen stetig. Doch trotz hoher psychischer und physischer Belastungen sind rund 65 Prozent der professionell Pflegenden mit ihrer Arbeitssituation zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Bielefeld im Auftrag der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege. Neun von zehn Befragten bewerten ihre Aufgabe als wichtigen gesellschaftlichen Beitrag und sind in ihrem Job hochmotiviert. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass sie ihr erlerntes Fachwissen bei der täglichen Arbeit sehr gut einbringen könnten, so die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mitarbeiterbefragung.

 

Auch hängt die Zufriedenheit der Pflegenden mit der Frage zusammen, in welcher Qualität die jeweilige Einrichtung geführt wird. „Da sowohl die Anforderungen als auch die Belastungen im Pflegeberuf zunehmen, werden die Managementaufgaben immer komplexer. Um ihre Führungsverantwortung gut umzusetzen, brauchen Führungskräfte deshalb eine qualifizierende Ausbildung sowie regelmäßige Fort- und Weiterbildungen“, erläutert Prof. Doris Schaeffer von der Universität Bielefeld.

 

Unabhängig von der Arbeitszufriedenheit sowie dem jeweiligen Führungsstil gehen die vielfältigen Probleme nicht spurlos an den Pflegenden vorbei. Mehr als die Hälfte der befragten Personen gab an, dass sich der Zeitdruck negativ auf die Arbeit auswirke. Über 30 Prozent der Befragten müssen ihre Arbeit sehr oft unterbrechen, da sie an anderer Stelle einspringen müssen. Vorgesehene Pausen können deshalb oftmals nicht eingehalten werden. Dies hat auch Auswirkungen auf den Gesundheitszustand: Jede fünfte Pflegekraft klagt täglich über Rückenschmerzen. Sogar jede vierte arbeitet mit Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich weiter. Auch das Privatleben leidet. So gab mehr als jede dritte Altenpflegerin an, dass ihr Beruf nicht mit ihrem Familienleben vereinbar sei.

 

Besonders vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Fachkräftemangels in der Pflege, empfiehlt das Zentrum für Qualität in der Pflege eine bessere Vorsorgestrategie: „Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention werden immer wichtiger, um die vorhanden Potenziale der professionell Pflegenden gezielt zu stärken und diese gesellschaftlich hochrelevante Berufsgruppe langfristig im Beruf zu halten“, sagt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Qualität in der Pflege. Dazu gehöre eben auch, dass die Führungskräfte ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen so anleiten, dass sie sämtliche pflegerische Leistungen als sinnstiftend und verantwortungsvoll erleben und ausreichende Gestaltungsmöglichkeiten wahrnehmen, so Suhr.

 

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Mehr Informationen zur Studie unter www.zqp.de

 

 

Studiendesign

 

Die Universität Bielefeld führte mit Unterstützung des ZQP eine standardisierte, schriftliche Mitarbeiterbefragung in acht Einrichtungen der stationären Versorgung durch. Befragt wurden alle Pflegekräfte der teilnehmenden Einrichtungen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit direkter Beteiligung an der Pflege (z.B. aus Hauswirtschaft und Betreuung). 297 Mitarbeiter sind in die Auswertung einbezogen worden.

 

90 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Stichprobe sind Frauen, was dem klassischen Bild der „weiblichen“ Pflege entspricht. Rund 60 Prozent der befragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben eine Ausbildung in der Altenpflege absolviert und nur wenige eine Ausbildung im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege 8,1 Prozent. Rund 65 Prozent der befragten Personen haben angegeben, ein oder mehrere Kinder zu haben. Die Stichprobe ist mit der Grundgesamtheit von professionell Pflegenden vergleichbar. Lediglich der Anteil an Personen mit einer Ausbildung im Altenpflegebereich ist in der vorliegenden Studie höher, als in vergleichbaren Studienergebnissen.

 


 

Quelle: Zentrum für Qualität in der Pflege, 23.01.2013 (tB).

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