Menschen mit Demenz im Krankenhaus

Handreichung für Krankenhäuser vorgestellt

 

Köln (6. Februar 2013) – Die Diözesan-Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Krankenhäuser (DiAG) in der Erzdiözese Köln hat unter der wissenschaftlichen Begleitung des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) eine praxisnahe Handreichung für Krankenhäuser entwickelt. Im Rahmen einer Fachtagung wurden jetzt die Ergebnisse vor rund 60 Experten vorgestellt und diskutiert.

 

Der demografische Wandel bedeutet auch für Krankenhäuser eine große Herausforderung. In 2030 werden bereits zwei von drei Patienten über 60 Jahre alt sein. Ebenso wird sich die Zahl der an Demenz erkrankten Patienten weiter erhöhen. Prof. Michael Isfort vom dip, wissenschaftlicher Leiter des Projektes, hob hervor: “Mit der Handreichung liegt ein weiterer Baustein vor, der Krankenhäuser dazu anregen soll, sich intensiv und konkret mit der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus auseinanderzusetzen.“

 

Im Projekt wurde dies in einer ersten Phase bundesweit analysiert und bewertet. Darüber hinaus fand eine Basisbefragung statt, an der mehr als 130 Chefärzte und 140 leitende Pflegende teilnahmen. Hier konnte ermittelt werden, dass im Durchschnitt auf jeder Station stets zwei Patienten mit einer Nebendiagnose Demenz betreut werden und dass die Bedeutsamkeit des Themas als hoch eingestuft wurde. Als größte Problematik wurde von Ärzten und Pflegenden übereinstimmend beschrieben, dass eine notwendige Bettruhe von den betroffenen Menschen nicht eingehalten wird oder werden kann. Die Ergebnisse zeigen Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede der Berufsgruppen in der Bewertung einzelner Ansätze und notwendiger Anpassungen sowie unterschiedlicher Fortbildungsthemen auf.

 

Auf der Grundlage der Ergebnisse wurden sieben Handlungsfelder identifiziert und von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe konkretisiert. Neben einer notwendigen Sensibilisierung zum Thema soll die Einbindung der Angehörigen und das Ehrenamt weiter ausgebaut werden. Die bestehende Netzwerkarbeit soll intensiviert und Demenzbeauftragte in die Koordination eingebunden werden, die dazu von anderen Aufgaben befreit werden sollen. Ferner soll der Umgang mit Psychopharmaka kritisch hinterfragt und möglichst standardisiert werden. Darüber hinaus konnten konkrete Bildungsmaßnahmen für verschiedene Zielgruppen benannt werden.

Werbung

 

Die Handreichung kann unter http://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/projekte/Demenz_im_Krankenhaus_Handreichung_Endbericht.pdf  kostenlos heruntergeladen werden.

 

Das gemeinnützige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) ist ein Institut an der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) in Köln und betreibt einen weiteren Standort an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) bei Koblenz.

 


 

Quelle: Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V., 06.02.2013 (hB).

MEDICAL NEWS

Monoclonal antibody therapy for COVID-19 safe, effective for transplant patients
Having trouble falling asleep predicts cognitive impairment in later life
SARS-CoV-2 detectable — though likely not transmissible — on hospital…
Waking just one hour earlier cuts depression risk by double…
Moving one step closer to personalized anesthesia

SCHMERZ PAINCARE

Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung
Risikobasiertes Brustkrebs-Screening kosteneffektiv
Krebs – eine unterschätzte finanzielle Herausforderung

MULTIPLE SKLEROSE

Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose
Patienteninformationen zu Interferon-beta-Präparaten
Zulassung des S1P Modulators Ponesimod zur Behandlung von erwachsenen Patienten…
Neue S2k-Leitlinie für Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose
Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose: Stellungnahme zu SARS CoV 2 Impfdaten…

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung