Moderate bis schwere Alzheimer-Demenz

Metaanalyse bestätigt Wirksamkeit von Memantine

 

Hamburg (26. Juli 2007) – Der NMDA-Rezeptorantagonist Memantine (Ebixa®) ist als bislang einzige Substanz für das Therapiespektrum der moderaten bis schweren Alzheimer‑Demenz zugelassen. Eine kürzlich veröffentlichte Metaanalyse von sechs klinischen Studien hat die gute Wirksamkeit von Memantine in den Kerndomänen Kognition, Alltagskompetenz, Verhalten und Globalurteil nun erneut bestätigt. (1) Die meisten Patienten mit Alzheimer-Demenz werden im moderaten Stadium der Erkrankung diagnostiziert. Experten schätzen, dass etwa 80 Prozent der Patienten an moderaten bis schweren Formen leiden. (2) Dieser große Anteil der Betroffenen kann von einer Therapie mit Memantine (Ebixa®) profitieren.

 

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Memantine ist in zahlreichen Untersuchungen nachgewiesen und in der Praxis vielfach bestätigt worden. Eine Metaanalyse von sechs randomisierten, plazebokontrollierten Phase-III-Studien, die in Europa und den USA durchgeführt wurden, hat nun die positiven Effekte des Antidementivums in der Therapie der moderaten bis schweren Alzheimer-Demenz zusammengefasst.(1)

 

Die Subgruppe der Patienten mit moderater bis schwerer Alzheimer‑Demenz (MMST zur Baseline < 20) umfasste insgesamt 1.826 Patienten. Das mittlere Alter betrug 76 Jahre. Die Wirksamkeit wurde in den folgenden vier Kerndomänen gemessen: Klinischer Gesamteindruck (CIBIC-Plus)(3), Kognition (ADAS-cog (4) und SIB (5)), Alltagskompetenz (ADCSADL19/23) (6) und Verhalten (NPI)(7). Das Ergebnis der Analyse: In allen vier untersuchten Domänen wies die Therapie mit Memantine statistisch signifikante Vorteile gegenüber Plazebo auf. Die beobachteten Effektstärken unterstützen die klinische Relevanz der Effekte. In allen sechs Studien wurde die Therapie gut vertragen, die Rate der unerwünschten Ereignisse blieb auf Plazeboniveau.

 

Wie die Metaanalyse erneut bestätigt, verbessert Memantine die Symptomatik der Erkrankung, verzögert die Progression und trägt damit zur Entlastung der Patienten und ihrer Angehörigen bei. Hier ist insbesondere die gute Wirksamkeit auf Alltagskompetenz und Verhalten zu nennen. Wie eine europaweite Umfrage unter mehr als 1.100 pflegenden Angehörigen gezeigt hat, sind es vor allem diese beiden Symptombereiche, die den täglichen Umgang mit den Erkrankten zunehmend erschweren.(8) Besonders Verhaltensstörungen wie Aggression und Agitation sind im Alltag äußerst belastend und geben oft den Ausschlag für die Unterbringung in einem Pflegeheim. Der Blick auf die individuellen Items der Skalen, die in den Einzelstudien sowie in weiteren Untersuchungen ausgewertet wurden, zeigt, dass die Therapie mit Memantine gerade hier zu signifikanten Verbesserungen führt und damit den Bedürfnissen der Betroffenen entgegen kommt.

 


Anmerkungen

 

  1. Bengt Winblad, Roy W Jones, Yvonne Wirth, Albrecht Stöffler, Hans Jörg Möbius (2007): Memantine in moderate to severe Alzheimer’s disease (AD): a meta-analysis of randomised clinical trials, in: Dementia and Geriatric Cognitive Disorders 2007;24:20‑27
  2. Morpace Pharma Group (2001)
  3. Clinician’s Interview‑Based Impression of Change Plus Caregiver Input
  4. Alzheimer’s Disease Assessment Scale ‑ cognitive subscale
  5. Severe Impairment Battery
  6. Alzheimer’s Disease Cooperative Study Activities of Daily Living 19- or 23-item scale
  7. Neuropsychiatric Inventory
  8. Alzheimer Europe (2006): Who cares? The state of dementia care in Europe http://www.alzheimereurope.org/upload/SPTUNFUYGGOM/downloads/BAF644C16E7D.pdf

 


 

Quelle: Pressekonferenz der Firma Lundbeck zum Thema “Noch behandlungswürdig? Alzheimer-Therapie: Nutzen in der Praxis“ am 26.06.2007 in Mainz (GCI HealthCare) (tB).

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