MS-Therapie braucht Adhärenz

Bedeutung einer professionellen Patientenbetreuung

 

Hattenheim (3. Juli 2007) – Jeder vierte MS‑Patient bricht die Therapie mit Interferon beta innerhalb der ersten drei Monate ab (1). Die Gründe dafür liegen oft in der Motivation der Betroffenen. Die prophylaktische Natur der Therapie, mehrmals wöchentliche Injektionen sowie anfängliche Nebenwirkungen verunsichern und demotivieren viele Patienten. Sie brauchen, gerade in der kritischen ersten Zeit nach der Diagnose beziehungsweise nach dem Therapiestart einen Ansprechpartner, der sie fachlich und psychologisch unterstützt. Speziell ausgebildete MS-Schwestern sind essentiell, wenn es darum geht, die Notwendigkeit einer Basisbehandlung unmittelbar nach der Diagnose zu verdeutlichen: der Erfolg hängt direkt von der dauerhaften Anwendung, auch in Zeiten der Symptomfreiheit, ab.

 

„Die prophylaktische Basistherapie verlangt dem Patienten einiges an Motivation ab”, erklärte Dr. Mathias Buttmann, Neurologische Universitätsklinik Würzburg, im Rahmen eines Fachpresse-Workshops in Hattenheim. „Es ist deshalb sehr wichtig, dass alle Betroffenen über den langfristig vorbeugenden Charakter der Behandlung aufgeklärt werden." Unrealistische Erwartungen oder unzureichende Information zu Fragen wie „Warum soll ich die Behandlung fortsetzen, wenn ich doch Schübe bekomme?" oder „Mir geht es doch gut, warum also spritzen?" führen in vielen Fällen zum Therapieabbruch.

 

Unterstützung und Hilfestellung bieten den Betroffenen spezielle Programme wie der strukturierte und persönliche RebiSTAR Schwesternservice des Biotechnologie-Unternehmens Merck Serono. „Im Rahmen des Betreuungs-Programms werden Patienten über den Krankheitsverlauf und die Therapie aufgeklärt. Die praktische Umsetzung beinhaltet unter anderem Injektionstrainings, Hausbesuche und persönliche Gespräche.", berichtet Stefanie Herath, MS‑Schwester am MS‑Zentrum der Neurologischen Klinik am Klinikum Bayreuth, aus ihrer Praxis. „Außerdem versuchen wir, ihnen ihre Ängste zu nehmen und stehen bei Problemen zur Seite."

 

Aktuelle Zahlen belegen die therapeutische Relevanz der Schwesternprogramme: „So konnte beispielsweise in Studien nachgewiesen werden, dass durch den Schwesternservice die Abbruchrate einer Therapie mit Rebif® von 26 Prozent in den ersten drei Monaten auf sechs Prozent gesenkt werden konnte ‑ ein beachtlicher Erfolg für die Arbeit der MS-Schwestern und MS-Pfleger", so Buttmann.

 

Anmerkung 

(1) Tremlett und Oger 2003; Taus et al. 2001; Mohr et al. 1996; DMD‑Monitor 2005

 


Quelle: Fachpresse-Workshop der Firma Merck Serono zum Thema “Hoffen, Bangen und Verdrängen: MS-Therapie als Herausforderung für die Pflege“ am 03.07.2007 in Hattenheim (the messengers) (tB).

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