Neuer Weg zu einer Alzheimer-Therapie

 

Eine neue Substanz kann die Alzheimersche Krankheit zumindest im Tierversuch wirksam bekämpfen

 

Düsseldorf (18. November 2008) – Die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Dieter Willbold, Leiter des Instituts für Physikalische Biologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Direktor am Institut für Neurowissenschaften und Biophysik des Forschungszentrum Jülich, hat eine Substanz gefunden, die einen neuen Weg zu einer Therapie der Alzheimersche Demenz aufzeigen kann.

Die Alzheimersche Demenz (AD) ist eine chronische, neurodegenerative Erkrankung, die weltweit mehr als 20 Millionen Menschen betrifft, davon alleine eine Million in Deutschland. Heutzutage ist die AD nicht heilbar, es können lediglich die Symptome bekämpft werden. In der Pathogenese der AD spielt das Amyloid-beta-Peptid (Abeta) eine entscheidende Rolle. Im Gehirn von Alzheimer Patienten sind Protein-Ablagerungen nachzuweisen, die als Amyloid- oder Alzheimer-Plaques bezeichnet werden. Alzheimer-Plaques sind diffus in die Hirnrinde und verschiedene andere Gehirnregionen eingestreute, extrazelluläre Proteinaggregate, deren Hauptbestandteil das Abeta ?ist.

 

Bedeutendes Therapieziel ist es, die Anhäufung von Abeta im Gehirn zu unterbinden. In der Arbeitsgruppe um Professor Willbold wurde ein Peptid entwickelt, das an Abeta bindet. Es besteht aus D-enantiomeren Aminosäuren, also Spiegelbildern der natürlich in Eiweißen vorkommenden Aminosäuren, gilt als besonders stabil im Körper und ruft in der Regel keine schädliche Immunantwort hervor. Versuche im Reagenzglas zeigten, dass das Peptid “D3” die Aggregation von Abeta aufhalten und sogar rückgängig machen kann. In Zellkulturen kann das Peptid die schädlichen Auswirkungen von Abeta unterbinden. In bestimmten Mäusestämmen, die die Alzheimersche Demenz entwickeln, konnte in enger Kooperation mit amerikanischen Wissenschaftlern von der University of Alabama in Birmingham (AL, USA) gezeigt werden, dass eine Behandlung mit D3 die Zahl der Alzheimer-Plaques in den Gehirnen der Mäuse erheblich reduziert. Dabei werden interessanterweise auch entzündliche Prozesse im Gehirn deutlich herabgesetzt.

Die beteiligten Wissenschaftler wollen nun möglichst schnell zeigen, dass sich die kognitiven Leistungen der behandelten Mäuse selbst nach oraler Aufnahme des Peptids verbessern. Vorversuche geben allen Anlass zur Hoffnung. Anschließend soll das neue Peptid “D3” möglichst schnell auf seine Anwendbarkeit im Menschen geprüft werden.

Kontakt
Prof. Dr. Dieter Willbold, Institut für Physikalische Biologie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Institut für Neurowissenschaften und Biophysik – Molekulare Biophysik II, Forschungszentrum Jülich, dieter.willbold@uni-duesseldorf.de , Tel. 0211/81-11390.

Dr. Susanne Aileen Funke, Institut für Neurowissenschaften und Biophysik – Molekulare Biophysik II, Forschungszentrum Jülich, a.funke@fz-juelich.de , Tel: 02461/61 6940.

 


Quelle: Pressemitteilung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf vom 18.11.2008.

 

MEDICAL NEWS

Perinatal patients, nurses explain how hospital pandemic policies failed them
Johns Hopkins Medicine expert creates comprehensive guide to new diabetes…
An amyloid link between Parkinson’s disease and melanoma
Ultrasensitive, rapid diagnostic detects Ebola earlier than gold standard test
Paranoia therapy app SlowMo helps people ‘slow down’ and manage…

SCHMERZ PAINCARE

Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: Schmerzmediziner, Politiker und…
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: COVID-19-Pandemie belastet Schmerzpatienten…

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ meldet…
Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe und…
Neue Studie will Entstehung von Typ-1-Diabetes bei Kindern verhindern
Toujeo®: Ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes
Diabeloops Ziel: Baldige Marktpräsenz mit ​individuellen Lösungen zum Diabetes-Management für​ verschiedene…

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?
Konferenzbericht vom virtuellen Münchener Fachpresse-Workshop Supportive Therapie in der Onkologie
Wie neuartige Erreger die Entstehung von Darmkrebs verursachen können
Onkologische Pflegekräfte entwickeln Hörspiel für Kinder: Abenteuer mit Alfons
Krebsüberleben hängt von der Adresse ab

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Salzkonsum reguliert Autoimmunerkrankung
Erste tierexperimentelle Daten zur mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Immuntherapie erhöht nicht das Risiko für schweren COVID-19-Verlauf
Empfehlung zur Corona-Impfung bei Multipler Sklerose (MS)
Fallstudie: Beeinflusst SARS-CoV-2 Infektion die Multiple Sklerose?

PARKINSON

Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Covid-19-Prävention: besondere Vorsicht bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit
Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…