Neues Projekt zur Demenz im Krankenhaus

"Rooming-in" von Angehörigen wird im Krankenhaus Lübbecke erprobt und evaluiert

 

Köln (15. Juli 2009) – Das Krankenhaus Lübbecke (Westfalen) hat gemeinsam mit dem Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip), der Alzheimergesellschaft "Leben mit Demenz" und regionalen Angehörigengruppen das Projekt "Doppelt hilft besser bei Demenz" gestartet. Ziel des von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projektes ist es, durch ein "Rooming-in" von Angehörigen im Krankenhaus die für demenzkranke Menschen oft belastende Behandlung zu erleichtern.

 

Dr. Michael Isfort vom dip, wissenschaftlicher Leiter des Projektes, hob hervor: "Die Besonderheiten in den Lebensgewohnheiten von demenzkranken Menschen, die Notwendigkeit, vertraute Personen als ständige Begleiter zu haben und der oft hohe Anteil an Betreuung können unter den derzeitigen Bedingungen in vielen Krankenhäusern nicht hinreichend berücksichtigt werden." Gerade für Demenzkranke erweise sich aber ein höheres Tempo in der medizinischen Behandlung als zusätzliches Risiko für erlebte Unsicherheit und nicht selten als Ursache zusätzlicher Verwirrtheit, dem durch eine konsequente Stabilisierung auf der Ebene persönlicher Begleitung begegnet werden könne, so Isfort weiter.

 

In dem auf 18 Monate angelegten Projekt sollen Erfahrungen mit den Bedürfnissen und Erfordernissen von Angehörigen von an Demenz erkrankten Patienten gesammelt werden, die sich für ein Rooming-in entschieden haben. Ziel des Projektes ist es, neben der Gewinnung neuer Einblicke, eine Handreichung mit Empfehlungen zu entwickeln, die anderen Krankenhäusern dabei helfen sollen, ähnliche Konzepte voranzubringen.

 

In einer Projekt-Vorphase wurden Mitarbeiter von zwei Modellstationen des Krankenhauses umfassend geschult. Sie hospitierten in anderen Kliniken mit speziellen Konzepten für Demenzkranke und nahmen an Fortbildungen teil, um sich auf die Aufgabe vorzubereiten. Den Angehörigen soll neben zusätzlichen Beratungs- und Begleitungsangeboten durch ehrenamtlich Tätige regionaler Angehörigengruppen und speziellen Sprechstunden von Demenzfachberatern auch eine Hilfestellung bei der nachstationären Versorgung angeboten werden. Dafür wird das Projekt mit bestehenden Hilfsangeboten in der Region vernetzt.

 

Das gemeinnützige Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. finanziert sich überwiegend aus Projektmitteln und beschäftigt rund zwanzig Mitarbeiter/innen. Zu den Auftraggebern und Kooperationspartnern gehören Bundes- und Landesministerien, Stiftungen, Träger von Einrichtungen im Gesundheitswesen, Krankenkassen, Verbände, Kommunen, Hochschulen, wissenschaftliche Institute und weitere Einrichtungen. Zum Angebot des dip gehört das gesamte Spektrum der Forschung, Entwicklung, Evaluation, Beratung, wissenschaftlichen Begleitung und Gutachtenerstellung im Pflege- und Gesundheitswesen. Es ist ein Institut an der Katholischen Hochschule NRW (KatHO NRW) in Köln und betreibt einen weiteren Standort an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV) bei Koblenz.

 


 

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) vom 15.07.2009.

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