Extavia® – etablierte und moderne Therapie

Von PD Dr. med. Volker Limmroth, Chefarzt der Neurologischen Klinik, Krankenhaus Köln-Merheim

Frankfurt am Main (22. Januar 2009) – Interferon beta-1b ist eine etablierte Wirksubstanz, die bereits seit über 15 Jahren auf dem Markt verfügbar ist und die sich als „State of the Art“ Therapie immer wieder etablieren konnte. Novartis führte Interferon beta-1b unter dem Markennamen Extavia aufgrund von Fusionen und vertraglichen Regelungen ein. Extavia wird in derselben Produktionsstätte hergestellt wie Betaferon – und ist somit das identische Molekül. Die identische Wirksamkeit wurde von der EMEA mit der breiten Zulassung für Frühstadien der MS (CIS), schubförmigen Verlauf (RRMS) und sekundär-progredienten Stadien (SPMS) mit Schubaktivität bestätigt.

Für alle drei dieser Stadien liegen positive Studiendaten für Interferon beta-1b vor. So konnte im Frühstadium nach einem ersten Schub das Auftreten einer klinisch gesicherten MS nach zwei Jahren um 50 Prozent gesenkt werden.1 Ein Vorteil, der bei späterem Therapiebeginn nicht wieder aufgeholt werden kann. Daher gilt der langfristigen Wirkung der Therapie ein besonderes Augenmerk: Für Interferon beta-1b zeigte sich, dass die sekundäre Progredienz bei einer konsequenten Therapie um über sechs Jahre verzögert werden kann.2 Auch bei Patienten mit einer manifesten SPMS mit Schüben führt eine Therapie mit Extavia noch zu einer Verlangsamung der Behinderungsprogression und ca. ein Drittel weniger Patienten werden nach drei Jahren rollstuhlpflichtig als unter Placebo.3 Sehr viel versprechend sind auch neue Daten von Interferon beta-1b-behandelten CIS-Patienten nach fünf Jahren: Sie belegen, dass die bestehenden kognitiven Defizite verringert werden.

Anders die Behandlung von kognitiven Defiziten – sie ist bis heute noch nicht optimal. Kleinere Pilotstudien geben erste Hinweise auf eine Wirksamkeit von Acetylcholinesterasehemmern. Im zweiten Halbjahr 2009 startet daher eine große klinische Studie mit über 200 Patienten, in der die Wirksamkeit von Exelon (Wirkstoff Rivastigmin) in Kombination mit Extavia als immunmodulierender Basistherapie speziell bei MS-Patienten untersucht wird. Eine ähnliche Studie ist auch für einen anderen Symptomkomplex, die Osteoporose bei MS-Patienten, geplant.


Literatur

  • 1 Kappos, L. et al. Neurology 2006; 67(7): 1242-1249.
  • 2 Goodin, DS et al. Presented at 131st Annual Meeting of hte American Neurological Association, October 2006 ; Chicago IL.
  • 3 European study group on interferon beta-1b in secondary progressive MS. Lancet 1998; 352(9139): 1491-1497.

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Referent
Privatdozent Dr. med. Volker Limmroth
Kliniken der Stadt Köln
Neurologische Klinik
Ostmerheimer Str. 200
51109 Köln


Quelle: Einführungspressekonferenz der Firma Novartis zum Thema „Lebe Dein Leben trotz Multipler Sklerose: Extavia® – oder wie moderne Behandlungsmöglichkeiten dabei unterstützen“ am 22.01.2009 in Frankfurt am Main (3K-Agentur für Kommunikation).

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