„Pflegequalität ist kein Zufallsprodukt –

Offenheit schafft Vertrauen“

 

Berlin (21. April 2008) – Die Politik diskutiert über die Erhöhung der Beiträge zur Pflegeversicherung, die Medien enthüllen regelmäßig menschenunwürdige Zustände in Senioreneinrichtungen und Pflegeheimen. Das Thema „Pflegequalität“ hat sich zum öffentlichen Dauerbrenner entwickelt, für viele Betroffene zum Angstmacher. Patienten, Bewohner und ihre Angehörigen möchten zu Recht wissen, wie es um die Qualität der Angebote bestellt ist. „Anstelle die Menschen immer mehr zu verunsichern und zu verängstigen, sollte es unser Ziel sein, nachhaltig für mehr Aufklärung und Orientierung zu sorgen“, sagt Thomas Dane, Vorstand beim Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e. V., „in Berlin bemühen sich Senat und Wohlfahrtsverbände – und heute an der Spitze das Diakoniewerk Bethel e. V. – um Transparenz in der Pflege, um pflegebedürftigen Menschen soviel Lebensqualität wie möglich zu erhalten. Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e. V. unterstützt diese Initiative mit voller Kraft zum Wohl der hilfebedürftigen Menschen“.

 

Am 28. März letzten Jahres hatte der von Sozialsenatorin Dr. Heidi Knake-Werner initiierte „Runde Tisch Pflegequalität“ die Herausgabe eines „Freiwilligen Qualitätsberichts Pflege“ beschlossen. Bis heute haben 204 Anbieter von Pflegedienstleistungen ihre Daten auf den Seiten des Berliner Pflegeportals eingestellt, so dass Interessenten die Einrichtungen nach einem einheitlichen Kriterienkatalog miteinander vergleichen können. Knake-Werner ist sich sicher: „Berlin hat bei der Transparenz in der Pflege eine Vorreiterrolle. Wir können stolz darauf sein, dass sich ein Großteil der Heime an unserer Transparenzoffensive beteiligt und freiwillig über die Pflegequalität ihrer Häuser Auskunft gibt. Dass sich die Häuser dem Vergleich mit anderen stellen, zeigt, dass ihnen die Qualität am Herzen liegt. Den Betroffenen und ihren Angehörigen gibt es Sicherheit und hilft ihnen bei der schwierigen Entscheidung für ein Pflegeheim. Im Pflegeportal meiner Verwaltung präsentieren sich Einrichtungen mit ihrem Angebot unter der Adresse:  http://www.berlin.de/pflege/transparenzoffensive/index.html ".

 

Offenheit ohne Wenn und Aber

Das Diakoniewerk Bethel e.V. ist Partner der Berliner Transparenzoffensive. Seit 2008 werden Stärken, aber auch Verbesserungspotentiale aller Einrichtungen im Internet offengelegt. Das Besondere daran: Veröffentlicht werden nicht nur die offiziellen Prüfberichte des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) und der Heimaufsicht, sondern auch die Zertifizierungsberichte der prüfenden Institute sowie die Analysen der Bethel-eigenen „Internen Revision in Medizin und Pflege“. Anonymisiert werden lediglich die persönlichen Daten der Patienten und Bewohner, da sie dem Datenschutz unterliegen. „Mit dieser Offenheit sorgen wir als einer der ersten Anbieter bundesweit für Transparenz ohne ‚Wenn und Aber’“, betont Dr. Katja Lehmann-Giannotti, Produktdirektorin beim Diakoniewerk Bethel e.V., „wir beschönigen nichts“. Im Vorfeld seien die Vorgehensweise mit Aufsichtsgremien und Belegschaft intensiv diskutiert worden, so Lehmann-Giannotti. „Niemand ist in seinem Handeln fehlerlos. Wer Fehler verschweigt oder verbirgt, kann nicht überzeugend vermitteln, dass er sie künftig vermeiden und aus ihnen lernen will“, ergänzt Dane. „Wenn Pflegebedürftige dieses Vertrauen gewinnen, dann lösen auch eingestandene Pflegefehler nicht Angst und Unsicherheit aus, sondern vermitteln das Signal: ‚Wir sehen das Problem, wir wollen es zukünftig besser machen!’“

 

Internes Benchmarking zur Qualitätssicherung und -entwicklung

Kompromisslose Offenheit ist für Bethel ein wichtiger Baustein des internen Qualitätsmanagements, das seit 2003 konsequent ausgebaut und weiterentwickelt wird. Seither werden alle 14 Unternehmensbeteiligungen des Diakoniewerk Bethel einmal jährlich durch die „Interne Revision in Medizin und Pflege“ überprüft und einem internen Benchmarking nach Schulnotensystem unterzogen. Die Revisionen durch die Auditoren des Gesellschafters nehmen jeweils zwei bis drei Tage in Anspruch, sie umfassen die Begehung der Einrichtung, die Visitation von Bewohnern oder Patienten, die Kontrolle der Bewohner- oder Patientenakte und die Auswertung der Qualitätshandbücher. Nach Abschluss der Revisionen werden alle Ergebnisse und Maßnahmenkataloge mit den Führungskräften der Einrichtungen diskutiert und die Qualitätsziele für das Folgejahr festgelegt. In allen Einrichtungen gibt es zusätzlich interne Prüfsysteme, die von qualifizierten Qualitätsbeauftragten gesteuert werden. Regelmäßig werden im Team nach einheitlichen Prüfkatalogen alle Versorgungsabläufe überprüft. Bei Bedarf wird „nachgebessert“. Seit 2006 werden die Einrichtungen sukzessive auch der Zertifizierung durch externe Gutachter unterzogen. Bei den Seniorenzentren und Diakoniestationen ist das Diakonie-Siegel Pflege® die Grundlage, im Krankenhaus KTQ® (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen). Bis 2009 werden alle Einrichtungen zertifiziert sein.

 

Allgemein anerkannte Standards fehlen noch

Zu Recht weisen Politik und Kostenträger darauf hin, dass es noch keine allgemein anerkannten Standards für Dienstleistungen im Gesundheitswesen gibt, an denen sich Verbraucher orientieren können. „Für Empfänger von Pflegeleistungen ist es sehr schwer, das Qualitätsniveau einzuschätzen“, so Lehmann-Giannotti.

 

Im Spannungsfeld zwischen „umfassender Information der Öffentlichkeit“ und „Umgang mit sensiblen Daten“ habe sich das Diakoniewerk Bethel aber dennoch entschieden, alle Informationen offen zulegen. Die Komplexität der eigentlich für den internen Gebrauch geschriebenen Revisions- und Prüfberichte werde dabei bewusst in Kauf genommen. Man sei davon überzeugt, dass der offene und positive Umgang mit Kritik zum einen intern das Bewusstsein für Optimierungsprozesse schärfe und extern Glaubwürdigkeit und Vertrauen fördere.

Das Diakoniewerk Bethel e. V. ist Gesellschafter von Einrichtungen an 14 Standorten in ganz Deutschland und versteht sich als Allroundanbieter in Sachen Gesundheits- und Pflegedienstleistungen. Das Angebot umfasst Akutmedizin, Rehabilitation, ambulante Dienste, betreutes Wohnen und stationäre Pflege.

 


Quelle: Presseinformation des Diakoniewerks Bethel vom 21.04.2008.

 

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Krankenhäuser und Praxen müssen sich bei der Schmerztherapie nach Operationen…
Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…

DIABETES

“Körperstolz”: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Bestmögliche Versorgungssicherheit bei der Krebstherapie mit CAR-T-Zellen
Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
Neue Darreichungsform zur Antiemese bei Chemotherapie: Akynzeo® ist ab sofort…

MULTIPLE SKLEROSE

Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…