Pflegestudie

Neue Maßnahmen gegen psychische Überlastung im Job

 

Bonn (5. November 2015) – Mit ca. einer Million Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erstmals ein Forschungsprojekt im Bereich der Pflege am Universitätsklinikum Bonn (UKB). Thematischer Schwerpunkt sind präventive Maßnahmen gegen emotionale Überlastung im Berufsalltag.


Pflegekräfte sind im Alltag einer enormen psychischen Belastung ausgesetzt, das ist seit langem bekannt. Neben der physischen Versorgung der Patient/innen dienen sie oft auch als Ansprechpartner für emotionale Belange. Viele Pflegende fühlen sich ausgebrannt und können oder wollen die Tätigkeit nicht ein Leben lang ausführen.

Deshalb startet ab dem 1. November am UKB das neue Forschungsprogramm „Pflege für Pflegende: Entwicklung und Verankerung eines empathiebasierten Entlastungskonzepts in der Care-Arbeit“ (empCARE). Das Programm bietet gezielte Präventionsmaßnahmen, um emotionale Belastungsfolgen zu verhindern. So sollen die Arbeitsbedingungen in der Pflege langfristig deutlich verbessert werden. Die Initiatoren erhoffen sich, damit auch aktiv gegen den Fachkräftemangel und die hohe Fluktuation im Pflegeberuf steuern zu können.

Hinter dem Verbundprojekt steht neben der Pflegedirektion des UKB auch die Universität Duisburg-Essen als Projektkoordinator, die Pflegedirektion und das Bildungszentrum des Uniklinikums Köln sowie DIE MOBILE Intensivpflege Köln GmbH. Im Rahmen des Forschungsprogrammes „Präventive Maßnahmen für die sichere und gesunde Arbeit von morgen“ investiert das BMBF hier 901.240,97 Euro über eine Laufzeit von 42 Monaten. „Die Bewilligung durch das BMBF bestärkt die Universitätskliniken darin, den Bereich der Forschung und Lehre auch auf die Gesundheitsfachberufe zu erweitern. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Arbeitsbedingungen in der Pflege, sondern letztlich auch auf die Patientenversorgung aus“, so Alexander Pröbstl, der das Projekt als Pflegedirektor am UKB mit initiiert hat.

Das von der Universität Duisburg – Essen konzipierte Forschungsprogramm sieht kurze Trainingseinheiten und langfristige Coachings vor. Alle Projektpartner schulen ihre Beschäftigten – insgesamt ca. 300 – im Umgang mit verschiedenen Stresssituationen und begleiten diese dann bei der Umsetzung über zwölf Monate. Das UKB schult 50 eigene Mitarbeiter/innen und zudem 60 Beschäftigte aus dem ambulanten Pflegedienst. In Bonn werden außerdem Multiplikatoren ausgebildet: Die Teilnehmer/innen sollen in der Lage sein, ihr Wissen an Kolleg/innen weiterzugeben. Durch die Ausbildung der Trainerkräfte wird der Schulungsaufwand minimiert und der Praxistransfer maximiert. Im Laufe des Forschungsprojektes sollen die Trainingseinheiten weiter optimiert werden, so dass am Ende ein optimal entwickeltes Schulungskonzept steht.

 

  • Projektleiter: Universität Duisburg-Essen: Prof. Dr. Marcus Roth, Dr. Tobias Altmann
  • Universitätsklinikum Bonn: Andreas Kocks, Alexander Pröbstl
  • Universitätsklinikum Köln: Vera Lux
  • DIE MOBILE: Daniela Roling


Kontakt

Andreas Kocks, Pflegewissenschaftler
Telefon: 0228/287-19833, 0151/58 233 412

 


Quelle: Universitätsklinikum Bonn, 05.11.2015 (tB).

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