13. Bamberger Gespräche 2009

Sexualitätsprobleme beim alternden Mann

 

Von Prof. Dr. Wolfgang Weidner

 

Bamberg (5. September 2009) – Sexuelle Gesundheit wird nach WHO wie folgt definiert: Auch der alternde Mann sollte eine ausreichende Libido erhalten haben, die Erektion sollte in der Rigidität für die Penetration ausreichen, die Ejakulation sollte als „normal“ bewertet werden und die Fruchtbarkeit des alternden Mannes sollte in physiologischer Weise erhalten sein. In einer Umfrage erhobene Daten zeigen, dass mit zunehmendem Alter die Lebensqualität bei Männern abnimmt. Eine repräsentative Studie für Deutschland hat gezeigt, dass auch die sexuelle Zufriedenheit abnimmt, wobei Erektionsstörungen im Vordergrund stehen.

 

Die individuelle Gesundheitssituation ist dabei ein wichtiger Co-Faktor, wobei Erkrankungen wie das metabolische Syndrom eine besondere Schädigungsmöglichkeit für eine gesunde Sexualität im Alter darstellen: mit einer Erektionsstörung in über 90 %, Libidostörungen bis zu 40 %, Ejakulationsstörungen bis zu 23 % und einen Testosteronmangel in etwa 10 %. Schon frühere Untersuchungen der MMAS (Massachusetts Male Aging Study) haben gezeigt, dass die Testosteronwerte im Alter um 1 % pro Jahr abnehmen. Wichtige Co-Faktoren sind auch ein Diabetes mellitus, kardiovaskuläre Erkrankungen, die Hypertension und insbesondere eine altersbedingt zunehmende depressive Grundhaltung. Darüber hinaus beeinflussen benigne Prostataerkrankungen und ihre Therapie die Sexualität, wobei die Symptomatik von Lower Urinary Tract Symptoms (LUTS) signifikant mit einer vermehrten ED und Ejakulationsstörung einhergehen. Die Therapie mit 5-alpha Reduktasehemmern beeinträchtigen Libido und Erektion, die Behandlung mit Alphablockern vermindert das Ejakulationsvolumen.

 

Die Nachfrage nach ejakulationsprotektiven, deobstruierenden Verfahren bei BPH zeigt, dass auch für ältere Männer der Erhalt der antegraden Ejakulation ein Aspekt ist, der angesprochen werden muss.

 

Zusammenfassend sollte die routinemäßige Beschäftigung mit sexuellen Funktionsstörungen in der urologischen Praxis erfolgen.

 


 

Quelle: 13. Bamberger Gespräche der Firma Dr. R. Pfleger am 05.09.2009 in Bamberg (Fleishman Hillard).

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