Wer Demenzkranke betreut, muss sich nicht nur mit der Pflege auskennen

„Ratgeber Recht und Finanzen“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft neu aufgelegt

 

Berlin (21. Oktober 2008) – Der Band „Ratgeber in rechtlichen und finanziellen Fragen“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ist in aktualisierter Auflage erschienen. Die Rechtsanwältin Bärbel Schönhof (Bochum), ehemalig pflegende Angehörige und Vorstandsmitglied der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, hat den Band überarbeitet und weiß: „Angehörige Demenzkranker müssen sich neben Betreuung und Pflege mit zahlreichen rechtlichen Fragen, Antragsverfahren usw. beschäftigen. Dabei kann der Ratgeber eine Hilfe sein“. 

 

In dem Kapitel zur Finanzierung werden die seit 1. Juli 2008 geltenden Veränderungen durch das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz berücksichtigt. Dazu Bärbel Schönhof: „Die Pflegereform hat erfreuliche Verbesserungen für Demenzkranke gebracht, viele haben jetzt einen Leistungsanspruch, auch wenn noch keine Pflegestufe vorliegt. Doch viele Angehörige kennen diese Regelung nicht, wissen nicht wie es mit der Antragstellung ist und welche Rechte sie haben“. Ähnlich verhält es sich mit der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises, der vielfältige Vergünstigungen ermöglicht. Auch die möglichen Leistungen der Sozialhilfe oder steuerliche Ermäßigungen für Kranke und Pflegende sind weitgehend unbekannt.

 

Dazu Bärbel Schönhof: „Mit Pflegebedürftigkeit sind zumeist hohe zusätzliche Kosten für die Betroffenen und ihre Angehörigen verbunden. Der Ratgeber soll dazu ermutigen, die Ansprüche wahrzunehmen und sich nicht durch lästige Bürokratie einschüchtern zu lassen“.

 

Demenzerkrankungen führen früher oder später dazu, dass die Betroffenen nicht mehr geschäftsfähig sind. Viele Pflegende glauben, dass sie dann ohne weiteres für den Ehepartner oder die Mutter handeln können. Bärbel Schönhof erklärt, dass dies nicht möglich ist: „Ein Bankgeschäft, ein Heimvertrag oder die Zustimmung zu einer ärztlichen Behandlung sind rechtsgültig nur möglich, wenn der Angehörige eine Vollmacht hat oder rechtlicher Betreuer ist. Eine Vollmacht muss in gesunden Tagen ausgestellt sein.“

 

Zu empfehlen ist, dass sehr rechtzeitig geregelt wird, was geschehen soll, wenn jemand seine Angelegenheiten nicht mehr alleine besorgen kann. Das betrifft die Vollmacht, die Betreuungsverfügung, die Patientenverfügung und auch das Testament. In dem Ratgeber werden der Zweck dieser Verfügungen, worauf man bei der Formulierung achten sollte, wo man sie hinterlegen sollte usw. in verständlicher Form erklärt. Allerdings: „Wenn man unsicher ist oder in schwierigen Fällen sollte man sich durch eine Rechtsberatungsstelle oder einen Rechtsanwalt beraten lassen.“

 

Titel

Deutsche Alzheimer Gesellschaft (Hrsg.): Ratgeber in rechtlichen und finanziellen Fragen für Angehörige von Demenzkranken, ehrenamtliche und professionelle Helfer. Schriftenreihe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Band 2, 5. Auflage, Berlin 2008, 160 Seiten, 4,50 €.

 

Bestellung

Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Friedrichstraße 236, 10969 Berlin, Telephon (0 30)  259 37 95 – 0, eMail: info@deutsche-alzheimer.de , Internet: www.deutsche-alzheimer.de  

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft vom 21.10.2008 (tB).

 

MEDICAL NEWS

COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…
Suliqua®: In komplexem Umfeld – einfach besser eingestellt
Suliqua®: Überlegene HbA1c-Senkung  im Vergleich zu Mischinsulinanalogon
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 

ERNÄHRUNG

Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen

ONKOLOGIE

Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…
Stellungnahme zur 3. Impfung gegen SARS-CoV2 bei Personen mit MS
NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…