Rückenschmerzen

Neue Daten, spezifische Ursachen, zielgerichtete Therapie

 

Mannheim (8. Oktober 2010) – Rückenschmerzen gehören zu den großen Volkskrankheiten. Nahezu jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens davon betroffen. Aus Unsicherheit in der Diagnose kommen dann viele Hightech-Methoden zum Einsatz, die aber überflüssig sind. 85 bis 90 Prozent der Beschwerden sind durch Fehlfunktion und Verspannungen der Muskulatur bedingt. Diese muskulären Ursachen können durch körperliche Untersuchung des Patienten diagnostiziert werden und erfordern eine ursachenorientierte effektive Therapie. In einer Pressekonferenz im Rahmen des Deutschen Schmerzkongresses 2010 in Mannheim wurden neue Daten, spezifische Ursache sowie zielgerichtete Therapiemöglichkeiten von Rückenschmerzen vorgestellt und diskutiert.

 

Die Gesamtausgaben infolge von Rückenschmerzen werden in Deutschland auf 49 Milliarden EUR geschätzt, wovon 54 Prozent auf indirekte Kosten auf Grund von Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung entfallen.

 

Für wirtschaftliche Folgen von Rückenschmerzen werden in der BRD etwa ein Prozent des Bruttosozialproduktes benötigt. Sechs Prozent aller direkten Krankheitskosten, 15 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage und 18 Prozent aller Frühberentungen sind auf Rückenerkrankungen zurückzuführen. „Nicht in Zahlen zu fassen ist das mit chronischen Rückenschmerzen verbundene Leid der Patienten“, betonte Prof. Dr. Hans Raimund Casser, „Rückenschmerzen erfordern daher von Anfang an eine rationale, effektive und verträgliche Therapie.“

 

Durch mangelnde Bewegung, Fehl- und Schonhaltungen, Fehlfunktionen, Traumata oder massive Überbelastung kommt es zu Verspannungen, Verkürzungen und Abschwächungen der Muskulatur. „Mit Grundlagen- und Fachwissen sowie gezielter Diagnostik und körperliche Untersuchung werden bei 85 bis 90 Prozent der Rückenschmerzpatienten vor allem muskuläre Ursachen identifiziert“, erklärt Prof. Dr. Walter Zieglgänsberger.

 

Ein Expertengremium der interdisziplinären Gesellschaft für orthopädische und interdisziplinäre Schmerztherapie (IGOST) hat kürzlich bereits darauf hingewiesen, dass der immer noch für muskuläre Rückenschmerzen verwendet Begriff „unspezifisch“ eher auf unzureichende Diagnostik hinweist und dass durch gezielte Diagnostik und körperliche Untersuchung der Patienten funktionelle Störungen und muskuläre Ursachen der meisten Rückenschmerzen sehr wohl identifiziert werden können.

 

Auf Grund der überwiegenden muskulären Beteiligung hat zusätzlich zur effektiven Analgesie die Normalisierung des Muskeltonus bei der Therapie von Rückenschmerzen oberste Priorität. „Je eher eingegriffen wird, desto schneller ist die Therapie wirksam“, unterstreicht Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe.

 

Der selektive neuronale Kaliumkanalöffner (SNEPCO) Flupirtin ist ein rationaler Therapieansatz, um muskuläre Dysbalancen positiv zu beeinflussen. Der Wirkstoff hemmt die Erregbarkeit von Nervenzellen, die Erregungsweiterleitung – auch an alpha-Motorneurone – sowie die latente Übererregbarkeit und verstärkt damit endogene Hemmmechanismen. Das Analgetikum ist nicht nur effektiv gegen Schmerzen, sondern löst verspannte Muskulatur und unterbricht zusätzlich Schmerzchronifizierungsprozesse, indem es die Schmerz-Lernprogramme im Nervensystem blockiert.

 

„Für die Therapie von chronischen Rückenschmerzen existiert bis heute keine Leitlinie, die, wie es bereits der Begründer der evidenzbasierten Medizin David Sackett gefordert hat, neben der klinischen Evidenz aus Studien und Metaanalysen auch Erfahrungen der Ärzte und Erwartungen der Patienten ausreichend berücksichtigt“, mahnt Privatdozent Dr. Michael Überall.

 

Neueste Daten einer gepoolten Re-Analyse von acht randomisierten, doppelblinden, kontrollierten Studien mit 1.046 Patienten mit chronischen Schmerzen des Haltungs- und Bewegungsapparates und insgesamt 3.339 Messzeitpunkte über eine Behandlungsdauer von bis zu 56 Tagen mit Flupirtin zeigen, dass Flupirtin im Vergleich zu Placebo bereits ab dem vierten Behandlungstag zu einer signifikanten Schmerzreduktion (p<0,01) führt, die über den gesamten Dokumentationszeitraum kontinuierlich zunahm.

 

Im klinischen Alltag zeigt Flupirtin bei einmal täglicher Anwendung (Katadolon® S long) eine signifikante Verspannungslösung und Schmerzreduktion. Sämtliche Teilaspekte der schmerzbedingten Beeinträchtigung der Patienten wurden bereits nach vierwöchiger Therapie deutlich verbessert und damit die Patientenerwartungen erfüllt. Eine Substanz wie Flupirtin, für die ein hohes Maß an Evidenz besteht, mit der die Ärzte positive Erfahrungen besitzen und die die Erwartungen der Patienten erfüllt, wird die Rückenschmerztherapie im Alltag zunehmend erleichtern – notfalls auch gegen rigide Vorgaben von Leitlinien“, prognostiziert Überall.

 

„Ziel jeder Pharmakotherapie im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzeptes ist immer die rasche Aktivierung von Patienten. Die eigene körperliche Aktivität stellt die effektivste Therapie dar“, schließt sich Müller-Schwefe an und konstatiert: „Insofern ist jede sinnvolle Pharmakotherapie Hilfe zur Selbsthilfe.“

 

 

Download

 

 

 

  • PD Dr. med. Michael A. Überall: „Rationale, Empirie und Evidenz für den gezielten Einsatz von Medikamenten jenseits der NSAR“
    Abstract: Abstract_Ueberall.pdf Abstract_Ueberall.pdf (13.50 KB)

 

 


 

Quelle: Pressekonferenz der Firma AWD.pharma/TEVA zum Thema „Rückenschmerzen – neue Daten, spezifische Ursachen, zielgerichtete Therapie“ anlässlich des Schmerzkongresses am 08.10.2010 in Mannheim (BPI Service) (tB).

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