Schmerztherapie im Alter – eine Herausforderung

Ältere Schmerzpatienten können von pharmakokinetischen und -dynamischen Eigenschaften des 7-Tage-Schmerzpflasters profitieren

 

Frankfurt am Main (8. März 2013) – Ärzte, die chronische nicht-tumorbedingte Schmerzen bei Betagten und Hochbetagten behandeln, stehen im Praxisalltag vor besonderen Herausforderungen. Neben altersbedingten physiologischen, psychologischen und kognitiven Veränderungen erschweren auch Multimorbidität, Polymedikation und Non-Compliance die Auswahl eines adäquaten Analgetikums. Daher sollte bei Auswahl eines Opioids, insbesondere im Hinblick auf renale Dysfunktion, auf eine stabile Pharmakokinetik sowie ein geringes Interaktionspotential geachtet werden.(1) Eine suffiziente Analgesie, durch die Schmerzen langfristig gut kontrolliert werden können, ist für die Betroffenen oft der Schlüssel zu mehr Lebensqualität. Das transdermale 7-Tage-Schmerzpflaster NORSPAN® eignet sich vor allem aufgrund seiner pharmako­kinetischen und -dynamischen Eigenschaften zur Therapie betagter und hochbetagter Schmerzpatienten. Aktuelle Daten einer nicht-interventionellen Studie liefern nun auch in der Langzeittherapie neue Erkenntnisse zu dieser Applikationsform und bestätigen die Vorteile des 7-Tage-Schmerzpflasters.(2)

 

 

Schmerz im Alter – was gilt es zu bedenken?

 

Schmerzen gehören bei über 70-Jährigen zu den häufigsten Beschwerden; jeder vierte ältere Mensch leidet unter ständigen oder rezidivierenden Schmerzen.(3) Gerade die Besonderheiten des betagten Patienten erfordern eine andere Auseinandersetzung mit dem Thema Schmerz.(4) Zahlreiche Faktoren wie altersassoziierte physiologische, psychologische und kognitive Veränderungen müssen bei der Therapie und Analgetika-Auswahl ebenso berücksichtigt werden wie Multimorbidität und Polypharmazie. „Neben der Abnahme der Körperflüssigkeit und der Muskelmasse sinkt vor allem die glomeruläre Filtrationsrate“, erklärte Dr. Not-Rupprecht Siegel, Geriatriezentrum Neuburg an der Donau, auf dem 24. Deutschen interdisziplinären Schmerz- und Palliativkongress, Frankfurt am Main, 6.-9. März 2013.

 

Durch die zunehmend eingeschränkte Nierenfunktion können viele Analgetika oder deren Metabolite kumulieren, was unerwünschte Nebenwirkungen verstärkt auftreten lasse. Gerade bei älteren Menschen müssen laut Siegel in der Behandlung chronischer Schmerzen Nutzen und Risiko einer medikamentösen Therapie noch sorgfältiger gegeneinander abgewogen werden. Siegel plädierte dafür, bereits bei älteren Patienten mit leichten chronischen Schmerzen starke Opioide, wie das 7-Tage-Schmerzpflaster NORSPAN®, in niedriger Dosis einzusetzen. „Die Verträglichkeit der Schmerztherapie hängt wesentlich davon ab, dass die Therapie auf das altersphysiologische Veränderungsprofil der älteren Schmerzpatienten abgestimmt ist“, fasste Siegel zusammen.

 

 

Differenzierte Schmerztherapie bei älteren Patienten

 

„Wer unter ständigen Schmerzen leidet, reagiert oft mit Rückzug, Resignation und Passivität. Schmerzpatienten leiden häufiger unter Schlaflosigkeit, Stress, Angst und Depressionen“, führte Ulf Schutter, Marl, weiter aus. Nicht selten führe dies bis zum Verlust von Selbst­ständigkeit, Beweglichkeit und allgemeinem Wohlbefinden. Dies zu verhindern beziehungs­weise Lebensqualität, Funktion und Autonomie der Patienten so lange wie möglich zu erhalten oder – sofern möglich – wieder herzustellen, sei neben der Schmerzreduktion primäres Ziel der Schmerztherapie. Als kritisch könne sich auch die zusätzliche Gabe trizyklischer Antidepressiva erweisen, die gerade bei betagten und hochbetagten Schmerzpatienten zu einer Hyponatriämie, beispielsweise verbunden mit Gangunsicherheit, Müdigkeit oder Sturzneigung, führen könne. Das transdermale Buprenorphin-haltige 7-Tage-Pflaster NORSPAN® stelle aufgrund seiner pharmakokinetischen und -dynamischen Eigenschaften in diesem Kontext eine wertvolle Therapieoption bei betagten und hochbetagten Schmerz­patienten dar. Da Buprenorphin vorwiegend über die Leber metabolisiert wird, kann die Substanz auch bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ohne Dosisanpassung eingesetzt werden.(5,6,7) Schutter verwies dabei auf den besonderen Vorteil für ältere Schmerzpatienten, deren renale Clearance mit zunehmendem Alter kontinuierlich abnehme. Zudem verfüge der Wirk­stoff über eine vergleichsweise gute ZNS-Verträglichkeit, erläuterte der Experte. Buprenorphin führe auch bei eingeschränkter  Nierenfunktion nicht zu einer unerwünschten Substanz­kumulation, die das Auftreten von ZNS-Nebenwirkungen verstärken kann – eine ebenso wichtige Eigenschaft für die geriatrische Patientengruppe.(8) Denn ZNS-Unverträglichkeiten wie Schwindel und Benommenheit können das Risiko für Stürze und somit die Gefahr von Frakturen erhöhen, resümierte Schutter. Speziell für ältere Schmerzpatienten, bei denen ein transdermales System angezeigt ist, sei das Buprenorphin-haltige 7-Tage-Pflaster NORSPAN® hinsichtlich Analgesie, Wirkdauer und Verträglichkeit eine sichere und effektive Therapieoption.

 

 

Alltag und Lebensqualität – Effektivität eines 7-Tage-Opioidpflasters aus Patientensicht

 

In zwei nicht-interventionellen Studien über 12 beziehungsweise 24 Wochen wurde der Einfluss der Langzeittherapie mit dem 7-Tage-Schmerzpflaster auf schmerzbedingte Einschränkungen des alltäglichen Lebens und die Lebensqualität älterer Patienten mit chronischen Schmerzen untersucht. Die Patienten (n=891 bzw. n=3221) dokumentierten über den gesamten Untersuchungszeitraum ihre Daten – unabhängig von ärztlicher Einflussnahme – in deutschen Arztpraxen anhand des Deutschen Schmerzfragebogens beziehungsweise des Deutschen Schmerztagebuchs. „Die Daten der nicht-interventionellen Langzeitstudie unterstreichen den hohen Stellenwert des 7-Tage-Pflasters“, so Studienleiter PD Dr. med. Michael A. Überall, IQUISP (Institut für Qualitätssicherung in Schmerztherapie & Palliativmedizin). Die durchschnittliche Schmerzintensität reduziert sich unter der 12-wöchigen Therapie mit NORSPAN® von 6,8 Punkten (NRS-11 Skala) um 5,1 auf 1,7 Punkte. Das entsprach einer 76% Verbesserung gegenüber der Anfangssituation. Zudem bewirkte die Therapie eine nachhaltige Verbesserung aller schmerzbedingten Aspekte des täglichen Lebens und der Lebensqualität der Patienten. Die schmerzbedingte Beeinträchtigung (Mean burden of pain) nahm kontinuierlich ab.(9)

 

Auch die 24-wöchige Langzeitanwendung von NORSPAN® bei 321 älteren Schmerzpatienten führte bei hoher Dosisstabilität insgesamt zu einer schnell und stark wirksamen sowie langfristig guten Schmerzreduktion. Das 7-Tage-Schmerzpflaster reduzierte die durchschnittliche mittlere Schmerzintensität und verbesserte die schmerzbedingte Beeinträchtigung des täglichen Lebens. Zudem wirkte sich die Therapie positiv auf die Lebenssituation dieses älteren Patientenkollektivs aus – mit wesentlichen Verbesserungen der Parameter ‚Selbstständigkeit‘ und ‚Lebensqualität‘.(10)

 

 

Über Grünenthal

 

Die Grünenthal Gruppe ist ein unabhängiges, international tätiges, forschendes Pharma­unternehmen im Familienbesitz mit Konzernzentrale in Aachen. Aufbauend auf ihrer einmaligen Kompetenz in der Schmerzbehandlung ist es das Ziel, das patientenzentrierteste Unternehmen und damit führend in Therapie-Innovation zu werden. Als eines der letzten verbliebenen fünf forschenden Pharmaunternehmen mit Konzernzentrale in Deutschland investiert Grünenthal nachhaltig in die Forschung und Entwicklung. Im Jahr 2011 betrugen diese Investitionen circa 25 % des Umsatzes. Die Forschungs- und Entwicklungsstrategie Grünenthals konzentriert sich auf ausgesuchte Therapiegebiete und modernste Technologien. Den Schwerpunkt bildet die intensive Suche nach neuen Wegen, um Schmerzen besser, nachhaltiger und mit weniger Nebenwirkungen zu lindern. Die Grünenthal Gruppe ist in 26 Ländern weltweit mit Gesellschaften vertreten. Grünenthal-Produkte sind in mehr als 155 Ländern erhältlich und circa 4.200 Mitarbeiter arbeiten heute weltweit für die Grünenthal Gruppe. Der Umsatz 2011 betrug 947 Mio. €.

 

Weitere Informationen unter: www.grunenthal.de

 

 

Referenzen

  1. Pergolizzi J et al., Pain Practice (2008) 8 (4): 287-313
  2. Überall MA et al., Current Medical Research & Opinion (2012) 28 (10) 1-11
  3. Schweizerische Gesundheitsbefragung (2002)
  4. Junker U et al., MMP (2009) 32 (5): 175-181
  5. Boeger K et al., Palliative Medicine (2006) 20: 17-23
  6. NORSPAN® Fachinformation (03/2009)
  7. Tegeder I et al., Schmerz (1999) 13: 183-195
  8. Likar R ,Ther Clin Risk Manage (2006) 2 (1): 115-125
  9. Überall MA et al., Current Medical Research & Opinion (2012) 28 (10): 1-11
  10. Bisher unveröffentlichte Daten (DGSS Datensammelprojekt II)

 


 

Quelle: NORSPAN®-Symposium „Schmerztherapie im Alter – eine Herausforderung“, 24. Deutscher inter­disziplinärer Schmerz- und Palliativkongress 2013, 8. März 2013, Frankfurt am Main (tB).

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