Sitzkissen-Versorgung muss individuell mit anderer Versorgung abgestimmt sein

 

Berlin (5. August 2011) –  Die Versorgung der Rollstuhlfahrer mit geeigneten Sitzkissen kann nach Meinung des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) durch individuelles Ausprobieren stark verbessert werden. „Das Probesitzen ist bei der Versorgung von Rollstuhlfahrern mit Antidekubituskissen äußerst wichtig. Nur dadurch kann festgestellt werden, ob das Hilfsmittel ideal zum Patienten und zum entsprechenden Rollstuhl passt, ob also eine optimale Versorgung gewährleistet werden kann“, so Daniela Piossek, Hilfsmittelexpertin des BVMed. Trotzdem sitzen gerade einmal 27 Prozent der Anwender ihr Antidekubituskissen Probe, bevor sie es bekommen. Das ist ein Ergebnis einer Online-Umfrage des Dekubitus-Forums des BVMed, an der sich 173 Menschen, großteils Anwender, beteiligt haben.

 

Um eine möglichst individuelle und dadurch ideale Versorgung zu gewährleisten, empfiehlt das Dekubitus-Forum des BVMed Versorgern das Hilfsmittel mit Hilfe eines Erhebungsbogens auszuwählen. „Nicht jedes gute Hilfsmittel ist das richtige Hilfsmittel“, erklärt Piossek. Versorger könnten sich deshalb nicht allein auf die Qualität des Kissens verlassen, die Eignung für den jeweiligen Patienten sei mindestens genauso wichtig. Ein Sitzkissen, das für den einen Patienten genau richtig sei, könne für einen anderen absolut ungeeignet sein. Und zwar unabhängig vom Preis des Produkts. „Die Nutzung eines Erhebungsbogen erleichtert dem Versorger die Auswahl des richtigen Kissens für eine patientengerechte Vorsorgung“, so die Hilfsmittelexpertin.

Unter Dekubitus versteht man ein Druckgeschwür, das entsteht, wenn ständiger Druck auf bestimmte Hautareale deren Versorgung mit sauerstoffreichem Blut verhindert. Druckgeschwüre zählen zu den chronischen Wunden. Betroffen sind in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen.

Das Dekubitus Forum, das durch Mitgliedsunternehmen des BVMed-Fachbereichs „Hilfsmittel gegen Dekubitus“ gegründet wurde, hat sich u. a. zum Ziel gesetzt, eine patientenorientierte Versorgung und Produktauswahl durch Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.bvmed.de/themen/Dekubitus. Dort ist auch der Erhebungsbogen abrufbar.

 


 

Quelle: BVMed, 05.08.2011 (tB).

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