„Standardhygiene statt Isolierung“ – Tatbestand der Körperverletzung

Stellungnahme des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene

Berlin (20. August 2010) – Im Artikel „Standardhygiene statt Isolierung“ der Augustausgabe 2010 von Management&Krankenhaus lehnt die Autorin, Frau Prof. Dr. med. Ines Kappstein (Traunstein), die Isolierung von Patienten mit Nachweis von MRSA mit der Begründung der fehlenden Evidenz und sogar der Ineffektivität ab. Europaweit durchgeführte Studien widerlegen diese Aussage. Diese unethische Forderung gefährdet die Patientensicherheit in gröbster Form. Unter Bezug auf den aktuellen Erkenntnisstand [1] erfüllt die Empfehlung unserer Ansicht nach den Tatbestand der Körperverletzung.

Eine Auswertung der MRSA-Präventionsstrategie in Europa ergab für alle 13 beteiligten Länder, dass die Isolierung mit gleichzeitig durchgeführter Sanierung der Patienten als unentbehrliche Maßnahme durchgeführt wird [2-5]. Zusätzlich wird in einer Reihe von Ländern die protektive Isolierung von Risikopatienten bis zum Ausschluss der MRSA Kolonisation mit dem Erfolg des Rückgangs der MRSA-Prävalenz betrieben [6].


Literatur

  1. Simon A, Exner M, Kramer A, Engelhart S. Implementing the MRSA recommendations made by the Commission for Hospital Hygiene and Infection Prevention (KRINKO) of 1999 – current considerations by the DGKH Management Board. GMS Krankenhaushyg Interdiszip 2009; 4(1):Doc02 (20090409.
  2. Kalenic S, Cookson B, Gallagher R, Popp W, Asensio-Vegas A, Assadian O, Blok A, Brussafero S, Eastaway A, Elstrom P, Girod Schreinerova M, Hartemann P, Iversen RBG, Jans B, Jul-Jorgensen A, Koller W, Kramer A, Laugesen D, Licker M, Mannerquist K, Nussbaum B, Parneix P, de Ruiter T, Tvenstrup Jensen E, Ummels L, Zastrow KD. Comparison of recommendations in national/regional Guidelines for prevention and control of MRSA in thirteen European countries . Int J Infect Control 2010, v6:i2 doi: 10.3396/ijic.V6i2.016.10.
  3. Kramer A, Wagenvoort H, Åhrén C, Daniels-Haardt I, Hartemann P, Kobayashi H, Kurcz A, Picazo J, Privitera G, Assadian O. Epidemiology of MRSA and current strategies in Europe and Japan. GMS Krankenhaushyg Interdiszip 2010; 5(1):Doc01 (20100210).
  4. DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information). Medizinische Wirksamkeit und Kosten-Effektivität von Präventions- und Kontrollmaßnahmen gegen Methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA)-Infektionen im Krankenhaus. Schriftenreihe Health Technology Assessment, Bd. 100. DIMDI, Köln 2010.
  5. Popp W, Exner M, Kramer A, Zastrow KD. Vorsorge und Kontrolle können MRSA-Infektionen im Krankenhaus verhindern – der neue HTA-Bericht zu MRSA. Hyg Med 2010; 35 (4):122-6.
  6. Vos MC, Behrendt MD, Melles DC, Mollema FP, de Groot W, Parlevliet G, Ott A; Horst-Kreft D, van Belkum A, Verbrugh HA. 5 years of experience implementing a methicillin-resistant Staphylococcus aureus search and destroy policy at the largest university medical center in the Netherlands. Infect Control Hosp Epidemiol 2009, 30(10): 977-84.


Quelle: Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, 20.08.2010 (tB).

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