Substitution in der MS-Basistherapie ist nicht unproblematisch

MS Therapieerfolg sichern: BETAPLUS® und innovatives Applikationssystem machen den Unterschied

Leverkusen (1. April 2009) – Bei der Multiplen Sklerose ist mehr gefragt als nur die Verabreichung einer Basismedikation wie Interferon beta-1b. Die Patienten benötigen eine umfassende Betreuung, wie sie mit dem BETAPLUS®-Programm gewährleistet wird. Nur so gelingt es bei vielen Betroffenen, sie bei der Behandlung langfristig „bei der Stange“ zu halten. Die Substitution der Basismedikation sollte in jedem Einzelfall wohl überlegt und abgewogen sein. Unter anderem sollte die umfassende Betreuung im BETAPLUS®-Programm im Hinblick auf die langfristige Adhärenz und damit die Prognose der MS-Patienten nicht unterschätzt werden.
Es gibt Hinweise darauf, dass mehr als 50 Prozent der Patienten, die aufgrund einer Multiplen Sklerose mit Interferon beta-1b behandelt werden, die Therapie innerhalb von 24 Monaten abbrechen. Über die Hälfte dieser Therapieabbrüche finden dabei in den ersten drei Monaten nach Therapiebeginn statt. Damit aber können wertvolle Therapie-chancen auch im Hinblick auf die langfristige Prognose vertan werden, wie zunehmend in klinischen Studien dargelegt wurde. „Wir müssen deshalb alle Anstrengungen unternehmen, um die langfristige Therapietreue der Patienten zu sichern“, betonte Privatdozent Dr. Karl Baum, Hennigsdorf, bei einem Pressegespräch in Berlin.

Umfassende Betreuung kann die Adhärenz unterstützen

Bei der MS-Therapie geht es nach seinen Worten nicht nur um Compliance, sondern vielmehr um Adhärenz. Eine hohe Adhärenz zu einer Therapie bedeutet, dass die Patienten aus dauerhafter Überzeugung heraus einer zuvor mit dem Arzt vereinbarten Therapie folgen.
Es ist deshalb erforderlich, Patienten zu motivieren, mit der Behandlung selbst aktiv die Kontrolle über ihre Erkrankung zu übernehmen. Dieser Prozess lässt sich durch ein umfassendes Betreuungsprogramm wie das BETAPLUS®-Programm unterstützen, wie Baum in Berlin darlegte. Dabei werden die Patienten unter anderem durch eine speziell ausgebildete MS-Schwester betreut, wobei ihnen bei einer Behandlung mit Betaferon® bundesweit 60 qualifizierte, exklusive BETAPLUS®-Schwestern und -Betreuer zur Seite stehen. Sie unterstützen Menschen mit MS in ihrer häuslichen Umgebung bei der Interferon-Therapie und darüber hinaus ganz allgemein bei der Krankheitsbewältigung und können so die langfristige Adhärenz fördern.
„Wir schulen die richtige Injektionstechnik und helfen selbstverständlich auch bei den vielen alltäglichen Problemen, die sich im Zusammenhang mit der Erkrankung ergeben“, berichtete MS-Schwester Cordula Büther aus Hennigsdorf. „Es wird so langfristig ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Für die medikamentöse Behandlung der MS und die therapeutischen Entscheidungen bleibt der Arzt der entscheidende Ansprechpartner. Die Patienten wissen aber, dass sie sich jederzeit mit ihren darüber hinaus gehenden Problemen an uns wenden können“.


Fortschrittliche Injektionstechnik ein wichtiger Beitrag zur Therapietreue

Als besonders hilfreich stellte sie in Berlin das fortschrittliche Injektionssystem vor, mit dem Betaferon® verabreicht wird. Dazu gehören die beiden Injektomaten BETAJECT® Comfort und BETAJECT® Lite, die eine gegenüber anderen Systemen deutlich dickere und griffigere Spritze enthalten und bei denen die Injektion mit der dünnsten bislang verfügbaren Kanüle für Injektomaten durchgeführt wird. Die Verabreichung von Interferon beta-1 b bei diesem System kann ferner durch spezielle Hilfen wie den Mixject-Adapter mit vormontierter Kanüle vereinfacht werden. „Dies alles hilft, die Injektion für die Patienten möglichst schmerzarm und damit komfortabler zu gestalten“, so Frau Büther. Die Verabreichung selbst erfolgt praktisch vollautomatisch per Knopfdruck, wobei ein akustisches Signal das Ende der Injektion anzeigt, während gleichzeitig die Kanüle vom Injektomaten gesteuert zurückgezogen wird und somit während des gesamten Vorgangs für den Patienten nicht sichtbar wird.


Langfristiger Therapieerfolg mit Unterstützung durch BETAPLUS

Bei dem bewährten BETAPLUS®-Programm werden die MS-Patienten außerdem durch eigens auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Informationsmaterialien wie die Zeitschrift Lidwina sowie spezielle Themenbroschüren unterstützt. Es steht ihnen ferner eine telefonische Hotline zur Verfügung, an die sie sich jederzeit mit Fragen wenden können. Dies alles kann durch eine breite Information dazu beitragen, so Baum und Büther einhellig, ein vertrauensvolles Arzt-Patientenverhältnis zu unterstützen, ein tieferes Verständnis für die Therapie zu vermitteln und so langfristig die Adhärenz und damit einen dauerhaften Therapieerfolg zu fördern.


Auch Bioidenticals können nicht einfach ausgetauscht werden

Dass auch vom Betreuungsprogramm unabhängig eine Substitution der verabreichten Medikamente bei so genannten Biosimilars und sogar bei Bioidenticals nicht unpro-blematisch ist, machte in Berlin Professor Theo Dingermann vom Frankfurter Institut für Pharmazeutische Biologie deutlich. Es handelt sich bei diesen Arzneimitteln nach seinen Worten nicht um einfache Wirkstoffe, sondern um formulierte und konfektionierte Präparate, die von den Patienten durchaus als unterschiedlich wahrgenommen werden. Vor allem in Situationen, in denen der Patient auf sein Medikament vertraut, wie es bei der MS der Fall sein sollte, kann es nach Dingermann ratsam sein, auf eine Substitution zu verzichten.

Entsprechende Ausnahmeregelungen wurden von der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft in ihren Leitlinien zur „Guten Substitutionspraxis“ zum Beispiel formuliert für die Behandlung von ängstlichen oder agitierten Patienten, bei denen ein Präparatetausch zur Einnahmeverweigerung oder zur gravierenden Verschlechterung der Compliance führen würde sowie bei Patienten, bei denen die Substitution Befürchtungen hinsichtlich einer Verschlechterung des Krankheitsbildes auslösen könnte – unabhängig davon, ob die Ängste rational begründet sind oder nicht. „Diese Ausnahmeempfehlung kann durchaus auch auf MS-Patientinnen und -Patienten angewendet werden“, so Dingermann, „Man darf Patientinnen und Patienten nicht zwingen, aus Kostengründen ein vertrautes Medikament gegen ein neues auszutauschen, auch wenn die Präparate ähnlich oder vermeintlich sogar gleich sind“.

Keine Verpflichtung zur Billigmedizin

Auch gibt es, so Rechtsanwalt Jörg Hohmann von der Hamburger Kanzlei Buchholz & Kollegen, „keine Verpflichtung zur Billigmedizin“. Ärzte sind entsprechend der Arznei-mittelrichtlinien gehalten, den Preis eines Arzneimittels zu berücksichtigen, doch bedeutet dies nach Hohmann nicht, dass stets das billigste Präparat verordnet werden muss. Vielmehr können im Einzelfall entsprechend der Umstände des Krankheitsfalls durchaus auch teurere Medikamente erforderlich sein, wobei die individuellen Behandlungsumstände dann aber dokumentiert werden sollten. Ein Regressverfahren ist bei einer Interferon-Behandlung laut Hohmann weniger zu erwarten, zumal die Interferon-Therapie bei der MS als Praxisbesonderheit anerkannt ist und die Verordnungen in Abzug gebracht werden. Generell gilt auch im Falle von Praxisbesonderheiten, dass die Verordnungen der Interferone wie auch die aller anderen verschreibungspflichtigen Arzneimittel dokumentiert werden sollten.
Ganz abgesehen davon ist nach Angaben des Rechtsanwalts vor dem Hintergrund der Rabattverträge derzeit fraglich, ob Richtgrößenprüfungen überhaupt durchgeführt werden können, da sich derzeit das Ausgabenvolumen der Ärzte praktisch nicht mehr berechnen lasse.


Der Abschluss von Rabattverträgen, wie z. B. im Falle von Betaferon® bei etlichen Gesetzlichen Krankenkassen (einigen AOK-Kassen und Betriebskrankenkassen) trägt dazu bei, die hochwertige Versorgung von MS-Kranken mit Betaferon® und dem dazu gehörigen Betreuungsprogramm BETAPLUS® in Zeiten begrenzter Ressourcen noch wirtschaftlicher zu gestalten. Bayer Vital steht derzeit mit zahlreichen weiteren Gesetzlichen Krankenkassen in Verhandlungen und ist zuversichtlich kurzfristig weitere Rabattverträge abschließen zu können. Die Bayer Vital GmbH ist davon überzeugt, dass auf diese Weise die Interessen der Patienten, Ärzte, Apotheker, und die der Kranken-kassen am besten in Einklang gebracht werden können.


Quelle: Pressemitteilung der Firma Bayer HealthCare vom 01.04.2009.

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