Ergebnisse einer Phase-IIIb-Studie belegen die Wirksamkeit bei der Behandlung von Patien-ten mit schweren chronischen Rückenschmerzen

Tapentadol stark wirksam bei der Behandlung von chronischen Rückenschmerzen mit und ohne neuropathische Komponente

 

Mailand, Italien (29. September 2012) – Eine kürzlich veröffentlichte Phase-IIIb-Studie1, die auf dem 14. Weltkongress des Internationalen Verbands für die Untersuchung von Schmerzen (IASP®) vorgestellt wurde, belegt, dass Patienten mit Rückenschmerzen mit und ohne neuropathische Komponente von einer Behandlung mit Tapentadol (PALEXIA® retard) profitieren können. Tapentadol ist das erste starke Analgetikum das μ-Opioid-Rezeptor-Agonismus (MOR) und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmung (NRI) in einem Molekül vereint. Weltweit leiden viele Menschen an Schmerzen des unteren Rückenbereichs und sind dadurch meist in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Die chronischen Rückenschmerzen zugrunde liegenden Ursachen sind sehr komplex und können häufig sowohl nozizeptive als auch neuropathische Komponenten bein-halten, was die pharmakologische Behandlung dieser Schmerzen zu einer großen Herausforderung macht.2,3,4

 

Ilona Steigerwald, Leiterin des Bereichs Medical Affairs New Brands von Grünenthal Europe & Australia stellte die Ergebnisse der Phase-IIIb-Studie auf einer Pressekonferenz der Grünenthal-Gruppe am 28. August 2012 vor. Diese wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Cur-rent Medical Research and Opinion [1] veröffentlicht. Die an der Studie teilnehmenden Pati-enten wurden mit einem validierten ScreeningTool (painDETECT) auf neuropathische Schmerzen gescreent. Bei 49 Rückenschmerzpatienten ohne neuropathische Komponente (painDETECT-Screeningergebnis „negativ“) und 126 Patienten mit möglichem oder wahr-scheinlichem neuropathischen Ursprung (painDETECT-Screeningergebnis „unklar/positiv“) verringerte sich die durchschnittliche Schmerzintensität von Beginn der Studie bis zu Woche 6 signifikant (p < 0.0001 main analysis population). Laut Steigerwald sind „diese Ergebnisse insbesondere bei Patienten mit ‚Schmerzmischformen’, d. h. sowohl neuropathischen als auch nozizeptiven Komponenten, höchst erfreulich, da vor allem neuropathische Schmerzen durch traditionell verwendete Analgetika oft nur unzureichend gelindert werden. Ein weiteres, wesentliches Ergebnis der Studie ist die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten".

 

 

NRI (Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmung) besonders wichtig für Patienten mit neuropathischen Schmerzen

 

Chronische Schmerzen des unteren Rückenbereichs haben häufig nozizeptive und neuropa-thische Komponenten. Bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen mit klassischen Opioiden sind oft höhere Dosen notwendig als bei der Therapie nozizeptiver Schmerzen.5 Tapentadol – ein auf das zentrale Nervensystem wirkendes Analgetikum – vereint zwei Wirkmechanismen – μ-Opoidrezeptor-Agonismus [MOR] und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmung [NRI] – in einem Molekül. Darüber hinaus weist es aufgrund seines „Opioid-Einspareffekts“ ein besseres Verhältnis von Wirksamkeit und Verträglichkeit als klassische Opioide wie z. B. Oxycodon auf.1,3,6,7,8 Interessanterweise nahm bei Patienten, die zuvor keine Opioide eingenommen hatten, die täglich notwendige Durchschnittsdosis von Tapentadol bei größerer Wahrscheinlichkeit einer vorliegenden neuropathischen Komponente ab. Dieser Trend lässt vermuten, dass die durch Tapentadol hervorgerufene Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmung bei der Schmerzlinderung von neuropathischen Schmerzen eine größere Rolle spielen könnte.

 

 

Studiendesign

 

In der offenen Studie wurden 175 Patienten mit starken chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich während einer fünfwöchigen Titrationsphase und einer anschließenden, siebenwöchigen Erhaltungsphase mit retardiertem Tapentadol behandelt. Eine Behandlung mit Analgetika der WHO-Stufen 1 und 2 oder auch eine nicht regelmäßig erfolgte Schmerztherapie hatte bei diesen Patienten bisher keine oder nur unzureichende Wirkung gezeigt. Mithilfe des painDETECT-Fragebogens konnten die Patienten in verschiedene Untergruppen einge-teilt werden, je nachdem, ob ihre Schmerzen eine neuropathische Komponente beinhalteten oder nicht. Primärer Endpunkt der Studie war die Veränderung der durchschnittlichen Schmerzintensität im Zeitraum vom Beginn der Studie bis Woche 6, die auf einer 11-Punkte-Skala gemessen wurde (NRS-3, erinnerte durchschnittliche Schmerzintensität während der vorangegangen 3 Tage). Darüber hinaus erfüllte Tapentadol weitere sekundäre Endpunktkriterien wie die Lebensqualität und Patientenzufriedenheit und wurde allgemein gut vertragen. In beiden Patientengruppen wurde in den Wochen 6, 8 und 12 eine signifikante Verbesse-rung der Lebensqualität beobachtet (p ≤ 0.0022 bei allen Datenvergleichen). Insgesamt be-richteten 81,9 % der behandelten Studienteilnehmer im Zeitraum vom Beginn der Studie bis Woche 6 von einer Schmerzminderung, in Woche 12 waren es sogar 86,8 %. Grundsätzlich vertrugen die Teilnehmer Tapentadol gut; als häufigste Nebenwirkungen wurden Übelkeit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Verstopfung, Durchfall, Entzündung des Nasen-Rachen-Raums, Schläfrigkeit, Erbrechen, Oberbauchbeschwerden, Hyperhidrose (übermäßige Schweißabsonderung) und Juckreiz genannt. Die Mehrheit dieser Nebenwirkungen wurde als mild (51,3 %) bis mäßig (42,2 %) eingeschätzt.

 

 

Herausforderungen bei der Behandlung von Schmerzen des unteren Rückenbereichs

 

Weltweit leidet eine beträchtliche Anzahl von Menschen an chronischen Rückenschmerzen und den durch sie verursachten Beeinträchtigungen2, die die Lebensqualität der Patienten oft erheblich einschränken.3 Aus der großen Prävalenz chronischer Schmerzen des unteren Rückenbereichs resultieren z.B. hohe Behandlungskosten und Lohnausfälle, was einen er-heblichen volkswirtschaftlichen Schaden verursacht. NSAR (nicht steriodale Antirheumatika) und Opioide zählen zu den klassischen Behandlungsmethoden; allerdings treten bei diesen Medikamenten oft Nebenwirkungen auf, die – nicht zuletzt deshalb, weil die Patienten die Einnahme der Medikation häufig vorzeitig beenden3,6,7 – die Effektivität von Langzeitbehandlungen beeinträchtigen können. Darüber hinaus wurde in einer nicht selektiven Kohortenstudie nachgewiesen, dass etwa 37 % aller Rückenschmerzen neuropathische Komponenten aufweisen2, die jedoch mithilfe der genannten allgemein gebräuchlichen Analgetika nur un-zureichend behandelt werden können.3,8 Ergebnisse zahlreicher Studien, darunter die kürzlich veröffentlichte Phase-IIIb-Studie, legen nahe, dass die in Tapentadol kombinierten Mechanismen zu einer besseren Wirksamkeit bei der Behandlung neuropathisch bedingter Rü-ckenschmerzen beitragen. Außerdem führt der „Opiod-Einspareffekt“ dazu, dass bedingt durch die synergistische Wirkung der MOR- und NRI- Komponenten von Tapentadol weniger Opioidwirkung bereits für die Wirksamkeit ausreichend ist und somit weniger opioidtypische Nebenwirkungen auftreten. Dies trägt in der Regel zu einer Erhöhung der Therapietreue und insgesamt zu einem größeren Behandlungserfolg bei.

 

 

Quellen 

  1. Steigerwald I, Müller M, Davies A, Samper D, Sabatowski R, Baron R, et al. Effectiveness and safety of tapentadol prolonged release for severe, chronic low back pain with or without a neuropathic pain component: results of an open-label, phase 3b study. Curr Med Res Opin. 2012; 28(6):1-26.
  2. Freynhagen R, Baron R, Gockel U, Tölle T. painDETECT: a new screening questionnaire to identify neuropathic components in patients with back pain. Curr Med Res Opin. 2006; 22(10):1911-20.
  3. Pergolizzi J, Alon E, Baron R, Bonezzi C, Dobrogowski J, Gálvez R, et al. Tapentadol in the man-agement of chronic low back pain: a novel approach to a complex condition? J Pain Res. 2011; 4:203-10.
  4. Wild JE, Grond S, Kuperwasser B, Gilbert J, McCann B, Lange B et al. Long-term Safety and Toler-ability of Tapentadol Extended Release for the Management of Chronic Low Back Pain or Osteoar-thritis Pain. Pain Pract. 2010;10(5):416-27.
  5. Varrassi G, Müller-Schwefe G, Pergolizzi J, Orónska A, Morlion B, Mavrocordatos P, et al. Commen-tary. Pharmacological treatment of chronic pain – the need for CHANGE. Curr Med Res Opin. 2010; 26(5):1231–45.
  6. Ehrlich G: Low back pain. Bulletin of the World Health Organization. 2003; 81-89. Accessible at http://www.who.int/bulletin/volumes/81/9/Ehrlich.pdf. Last accessed on September 10, 2010.
  7. Hale M, Upmalis D, Okamoto A, Lange C, Rauschkolb C. Tolerability of tapentadol immediate re-lease in patients with lower back pain or osteoarthritis of the hip or knee over 90 days: a randomized, double-blind study. Curr Med Res Opin. 2009; 25(5):1095-104.
  8. Buynak R, Shapiro D Y, Okamoto A, Van Hove I, Rauschkolb C, Steup A, et al. Efficacy and safety of tapentadol extended release for the management of chronic low back pain: results of a random-ized, double-blind, placebo- and active-controlled Phase III study. Expert Opin Pharmacother. 2010 Aug; 11(11):1787-804.
  9. Lange B, Kuperwasser B, Okamoto A, Steup A, Häufel T, Ashworth J, et al. Efficacy and Safety of Tapentadol Prolonged Release for Chronic Osteoarthritis Pain and Low Back Pain. Adv Ther. 2010; 27(6):381-99.
  10. Morlion B. Pharmacotherapy of low back pain: targeting nociceptive and neuropathic components. Curr Med Res Opin. 2011; 27:11–33.
  11. Pergolizzi J, Boger RH, Budd K, Dahan A, Erdine S, Hans G, et al. Opioids and the management of chronic severe pain in the elderly: consensus statement of an International Expert Panel with focus on the six clinically most often used World Health Organization Step III opioids (buprenorphine, fen-tanyl, hydromorphone, methadone, morphine, oxycodone). Pain Pract. 2008; 8(4):287-313.

 

Über Grünenthal

 

Die Grünenthal Gruppe ist ein unabhängiges, international tätiges, forschendes Pharmaunternehmen im Familienbesitz mit Konzernzentrale in Aachen. Aufbauend auf ihrer einmaligen Kompetenz in der Schmerzbehandlung ist es das Ziel, das patientenzentrierteste Unternehmen und damit führend in Therapie-Innovation zu werden.

 

Als eines der letzten verbliebenen fünf forschenden Pharmaunternehmen mit Konzernzentrale in Deutschland investiert Grünenthal nachhaltig in die Forschung und Entwicklung. Im Jahr 2011 betrugen diese Investitionen circa 25 % des Umsatzes. Die Forschungs- und Entwicklungsstrategie Grünenthals konzentriert sich auf ausgesuchte Therapiegebiete und modernste Technologien. Den Schwerpunkt bildet die intensive Suche nach neuen Wegen, um Schmerzen besser, nachhaltiger und mit weniger Nebenwirkungen zu lindern.

Die Grünenthal Gruppe ist in 26 Ländern weltweit mit Gesellschaften vertreten. Grünenthal-Produkte sind in mehr als 155 Ländern erhältlich und circa 4.200 Mitarbeiter arbeiten heute weltweit für die Grünenthal Gruppe. Der Umsatz 2011 betrug 947 Mio. €.

 

Weitere Informationen unter: www.grunenthal.de

 


 

Quelle: Grünenthal GmbH, 29.08.2012 (hB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung