VDAB: Politik verabschiedet sich aus der Verantwortung für Kampf gegen den Pflegepersonalnotstand

Umschulungsfinanzierung: Förderung des dritten Umschulungsjahres nur noch bis Ende 2010

Essen (8. Juli 2010) – Auf Initiative der Bundesregierung wird es keine Verlängerung der Umschulungsförderung mehr geben. Damit wird die volle Förderung über drei Jahre, die durch das Konjunkturpaket II bis Ende 2010 als befristete Sonderregelung gesetzlich festgelegt wurde, wie geplant auslaufen.

„Diese Entscheidung zeigt, dass die Stärkung des Pflegeberufs ein rein politisches Lippenbekenntnis ist, das schnell Einsparungsdebatten zum Opfer fällt“, so Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB).

Der Personalmangel ist bereits seit Jahren Leitthema in der Branche. Bei aktuell rund 30.000 unbesetzten Fachkraftstellen kann schlicht nicht auf lebens- und berufserfahrene Umschüler verzichtet werden. Die Zahlen belegen zudem, dass Umschulung ein arbeitsmarktpolitisches Erfolgsmodell ist: zwei Drittel der Altenpflege-Umschüler verbleiben dauerhaft in ihrem Beruf. Die Vollfinanzierung der Umschulungsplätze brachte also dem Arbeitsmarkt eine deutliche Entlastung: 2009 begannen mit rund 6.900 Teilnehmern fast doppelt so viele Personen eine Umschulung wie 2008.

„Eine Vollfinanzierung der Umschulung ist unverzichtbar, um den demografischen Herausforderungen gewachsen zu sein. Der beschlossene Ausstieg aus der Ausnahmeregelung ist eine sehr kurzsichtige Sparaktion mit negativen Auswirkungen auf die Pflegebranche und letztlich auch auf die Pflegebedürftigen,“ resümiert Knieling.


Quelle: Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V. (VDAB), 08.07.2010 (tB).

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