VDE: Smarte technische Assistenten helfen Demenz-Kranken

 

Ambulante Betreuung als kostengünstige Alternative zum Pflegeheim

Häusliche Vernetzung ermöglicht Betroffenen selbstbestimmtes Leben

 

Frankfurt am Main (15. Juli 2008, ots) – Bis ins hohe Alter und auch bei Krankheit eigenständig in den eigenen vier Wänden zu leben, wünscht sich wohl jeder. Doch mit dem Alter nehmen auch chronische Krankheiten zu, die mit Beeinträchtigungen und Pflegebedarf verbunden sind – gerade bei Demenz und Inkontinenz, den häufigsten Ursachen für einen Lebensabend im Pflegeheim. Neue Perspektiven für Betroffene und für das Gesundheitswesen eröffnet nach Ansicht von VDE-Experten "Ambient Assisted Living" (AAL). Dahinter verbergen sich u.a. smarte technische Assistenzsysteme, die Älteren ein selbständiges Leben in häuslicher Umgebung ermöglichen und demenzkranken Personen eine kontrollierte Bewegungsfreiheit sichern.

 

Der demographische und soziale Wandel und Folgen wie die Zunahme chronischer Krankheiten mit einem erhöhten Pflege- und Kostenbedarf betreffen die gesamte Gesellschaft. So leiden in Deutschland bereits heute 1,5 Millionen Menschen an Demenz. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wird sich diese Zahl in den nächsten Jahren erheblich erhöhen. Nach Ansicht des VDE gibt es aber gute Gründe, den demographischen Wandel nicht als Bedrohung, sondern als Chance für neue Produkte und Dienstleistungen zu sehen. Denn unter dem Label AAL (Ambient Assisted Living) formieren sich zukunftsweisende Ideen zu Assistenzsystemen für Gesundheit, Sicherheit, Versorgung und der Gestaltung des sozialen Umfelds von alten und pflegebedürftigen Menschen.

 

So bietet eine ambulante Betreuung in assistierter Umgebung zu Hause, in innovativen Wohngemeinschaften oder in "intelligenten Umgebungs-Netzwerken" als Zwischenlösung zwischen stationärer und ambulanter Betreuung den Betroffenen mehr Autonomie und Lebensqualität. Das Spektrum der Anwendungen reicht dabei vom Tele-EKG und RFID-Teppichen zur Kontrolle der Lebensfunktionen über die zentrale Kommunikations-Steuerkonsole am Bett bis zu automatischen Sicherungs- und Notfallsystemen. Demenzkranke erhalten so die Möglichkeit, ihr Leben im Alter selbst zu gestalten, auch wenn ihre intellektuellen Fähigkeiten eingeschränkt sind. In intelligent vernetzter Umgebung genießen sie größtmögliche Bewegungsfreiheit bei hoher Sicherheit. Zugleich sinkt der Personalaufwand für Kontrollen, denn Veränderungen beim Patienten können zeitnah ausgewertet und betreuerische bzw. pflegerische Maßnahmen sofort eingeleitet werden. Indem AAL Pflegepersonal entlastet, steigert es auch die Betreuungsqualität.

 

In dem aktuellen VDE-Positionspapier "Intelligente Assistenzsysteme im Dienst für eine reife Gesellschaft" zeigen VDE-Experten auf, welche Potenziale AAL birgt: für die Betroffenen, für das Gesundheitssystem, aber auch für den Technikstandort Deutschland. Denn nach Einschätzung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des VDE steht das Technologiefeld "Ambient Assisted Living" vor einem rasanten Wachstum. Deutschland ist hervorragend aufgestellt, um eine führende internationale Position bei integrierten technischen Assistenzsystemen und hochwertigen internetbasierten Betreuungsdiensten einzunehmen.


Quelle: Presseinformation von ots, news aktuell GmbH (15. Juli 2008).

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…
DBfK: Besondere Rolle für Pflegeexpert/innen Schmerz – nicht nur in…

DIABETES

“Körperstolz”: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
Finanzierung der ambulanten Krebsberatung weiterhin nicht gesichert
Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT

MULTIPLE SKLEROSE

Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…