Voll im Leben trotz Multipler Sklerose – warum die Mobilität für den Alltag so wichtig ist

 

Ismaning (18. August 2010) – Das Kind von der Schule abholen, der tägliche Einsatz im Job oder morgens zum Bäcker gehen – für viele Patienten mit Multipler Sklerose (MS) sind scheinbar alltägliche Abläufe nicht mehr so einfach möglich. Die chronisch-entzündliche Nervenerkrankung bringt im Krankheitsverlauf häufig Einschränkungen der Beweglichkeit bis hin zu schwerwiegendem Mobilitätsverlust mit sich. Hierbei spielt es keine Rolle, ob man unter der häufigeren, schubförmigen MS leidet oder unter einer schleichenden Verlaufsform.

 

Das auf die Behandlung der MS spezialisierte Pharmaunternehmen Biogen Idec GmbH hat nun eine internationale Studie initiiert, mit der die Auswirkungen von Mobilitätseinschränkungen auf den Alltag und auch das Berufsleben von MS-Patienten untersucht werden. „Die Ergebnisse dieser Studie untermauern unsere Erkenntnis, dass der Verlust der Mobilität eine wesentliche Sorge für MS-Patienten ist“, betont auch Prof. Hans-Peter Hartung, Direktor der Neurologischen Klinik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Denn Mobilitätsverlust ist nicht nur eine Einschränkung der Beweglichkeit: Die Auswirkungen auf den gesamten Alltag der Betroffenen sowie auf die Psyche sind oft gravierend. Mehr als drei Viertel (76 %) der MS-Patienten empfinden diesen Aspekt ihrer Erkrankung als ein erhebliches Problem. Die verschiedenen individuellen Verläufe der MS spiegeln sich in den Einschätzungen der Patienten wider: 57 % der Erkrankten leiden laut der Studie täglich unter eingeschränkter Mobilität, 81 % gaben an, dass dies ihren Alltag mindestens einmal wöchentlich beeinflusse.

 

Beruf im Fokus: Eingeschränkte Mobilität bedeutet erhebliche Nachteile Im Fokus der in Deutschland und anderen Ländern durchgeführten Studie stand vor allem die Veränderung der beruflichen Situation von MS-Patienten. Und die Ergebnisse sind eindeutig: Fast drei Viertel der Betroffenen gaben an, dass Mobilitätseinschränkungen bereits zu erheblichen Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz geführt haben, beinahe 40 % der Befragten mussten bereits krankheitsbedingte Ausfälle in Kauf nehmen – bis zu 40 Tage innerhalb der letzten sechs Monate. Fast zwei Drittel der MS-Patienten im Berufsleben berichteten, dass sie wegen der Mobilitätsprobleme auch finanzielle Einschränkungen hinnehmen müssen. Hartung betont: „Wir wissen, dass die MS eine schwächende Erkrankung ist und die Ergebnisse der Studie zeigen, dass hauptsächlich der Mobilitätsverlust für eine reduzierte Produktivität am Arbeitsplatz verantwortlich ist. Unsere Aufgabe als Ärzte ist es daher, mit der Erforschung von Behandlungsmöglichkeiten fortzufahren, die es uns erlauben, physische und psychische Auswirkungen der Mobilitätseinschränkungen besser in den Griff zu bekommen.“

 

Mehr Informationen zur Bedeutung der Mobilität sowie Tipps und Tricks rund um das Thema Bewegung bei MS finden Sie auch im Internet unter www.ms-life.de

 

 

Informationen zur Multiplen Sklerose

 

Die Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die meist im jungen Erwachsenenalter beginnt. In Deutschland erkranken jährlich etwa 3.000 Menschen, dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Zu den typischen Symptomen der MS zählen Seh- und Gangstörungen sowie Taubheitsgefühle und chronische Müdigkeit. Da der Krankheitsverlauf sehr individuell und nicht vorhersehbar ist, wird die MS auch als „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ bezeichnet.

 

Egal welchen Verlauf die MS nimmt, ob schubförmig oder schleichend, fast alle Patienten erleben im Laufe der Erkrankung Symptome, die die Mobilität erheblich einschränken. Als häufigstes Problem nennen Patienten die Muskelschwäche in den Beinen, gefolgt von der Fatigue, einem chronischen Erschöpfungszustand. Mehr als zwei Drittel der Patienten leiden unter Gang- und Gleichgewichtsstörungen. Eine deutliche Verlangsamung der Bewegungen wird von knapp zwei Drittel der Betroffenen als wesentliche Einschränkung empfunden.

 

 


Quelle: Biogen Idec, 18.08.2010 (Ogilvy Healthworld Düsseldorf) (tB).

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