Von der Krankenschwester zur Gesundheitsmanagerin

 

"Run" auf Aufstiegsstipendien des BMBF: Immer mehr Menschen, die bereits im Berufsleben stehen, möchten studieren

 

Berlin (30. November 2010) – Zwei Jahre ist es her, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die "Aufstiegsstipendien" eingeführt hat. Es richtet sich vor allem an Menschen, die sich aus ihrem Beruf heraus über ein Studium weiterqualifizieren wollen. Mittlerweile werden 2.500 Stipendiatinnen und Stipendiaten damit gefördert. Zehn von ihnen werden am Donnerstag, den 2. Dezember, zur Aufnahme in die BMBF-Förderung bzw. zum Abschluss ihres Hochschulstudiums von der BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen in Berlin in einer Feierstunde im Ministerium beglückwünscht.

 

"Deutschland braucht Fachkräfte. Deshalb ist es wichtig, dass wir alle Talente fördern und beruflich erfolgreichen Menschen ein Hochschulstudium ermöglichen", sagte Quennet-Thielen im Vorfeld der Veranstaltung. "Früher sagte man, wenn jemand seine Berufsausbildung beendet hatte, er habe ausgelernt. Angesichts des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts und des sich weiter beschleunigenden wirtschaftlichen Wandels kann und darf heute davon keine Rede mehr sein", so Quennet-Thielen weiter. "Dass es bis jetzt schon fast 10.000 Bewerberinnen und Bewerber gibt, zeigt, wie hoch das Interesse von Fachkräften an zusätzlichen Aufstiegsperspektiven ist."

 

Die nachfolgenden Kurzbiografien geben einen Einblick in die Bildungsbiografien ausgewählter Stipendiatinnen und Stipendiaten. So schildert eine 30-jährige gelernte Kfz-Elektrikerin, wie sie als gebürtige Thailänderin durch ihren "Wunsch, mehr zu wissen" zum Studium für Elektronik und Informationstechnik kam. Eine 40-jährige Kinderkrankenschwester aus Berlin sucht nach dem Aufstieg zur stellvertretenden Stationsleitung mit einem berufsbegleitenden Studium "Management im Gesundheitswesen" nach Möglichkeiten, noch weiter aufzusteigen.

 

Derzeit studieren im Programm "Aufstiegsstipendium" 40 Prozent aller Stipendiaten berufsbegleitend. Etwa 30 Prozent belegen ein Studium im Bereich der MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik. 8 von 10 Stipendiaten studieren an einer Fachhochschule, rund 40 Prozent sind älter als 30 Jahre. Und: Nur ein Drittel hat ein klassisches Abitur. Quennet-Thielen: "Das zeigt auch, dass das Programm einen wichtigen Beitrag liefert, um die Chancengerechtigkeit beim Hochschulzugang zu erhöhen." 2009 stieg die Zahl der Studierenden ohne Hochschulreife um 45 Prozent – von 4350 (2008) auf 6.311 (2009). Von allen beruflich qualifizierten Studienanfängern ohne Abitur erhält jeder zehnte ein Aufstiegsstipendium.

 

Das Aufstiegsstipendium unterstützt Berufserfahrene bei einem ersten Hochschulstudium. Die Berufserfahrung wird belegt durch den erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung und durch eine anschließende Berufstätigkeit von mindestens zwei Jahren. Voraussetzung ist, das das Studium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule erfolgt und mit einem akademischen Abschluss endet (i.d.R. Bachelor oder Diplom). Nach Stipendienzusage ist ein Jahr Zeit mit dem Studium zu beginnen. Wer bereits studiert, kann sich bis zum Ende des zweiten Studiensemesters bewerben. Die Förderung für ein Vollzeitstudium beträgt 750 Euro monatlich, für ein berufsbegleitendes Studium 1.700 Euro jährlich. Wegen der großen Nachfrage soll das BMBF-Fördervolumen im kommenden Jahr um 70 Prozent gesteigert werden, von 13 auf 22 Millionen Euro.

 


Quelle: BMBF – Bundesministerium für Bildung und Forchung, 30.11.2010 (tB).

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