Schichtarbeiter-Syndrom

Was ist das Schichtarbeiter-Syndrom?

Hamburg (24. Oktober 2005) – Das Schichtarbeit bedingte Syndrom ist eine Schlafrhythmusstörung, die durch die Arbeit zu wechselnden Tageszeiten (Früh-, Spät- und Nachtschicht) oder zu konstant ungewöhnlicher Zeit (Dauernachtschicht) hervorgerufen wird. Entsprechend der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin ist es als eine schichtarbeitbedingte „Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus“ (ICD-10 Ziffer G47.2) definiert. Charakteristisch für das Schichtarbeiter-Syndrom sind das Unvermögen, zur gewünschten Zeit schlafen zu können sowie eine exzessive Schläfrigkeit während der Arbeitszeit.

Wie kommt es zur schichtarbeitbedingten Schlafrhythmus-Störung?

Vor allem bei der Nachtarbeit ist es notwendig, zu einer Zeit zu arbeiten, in der die Umwelt „Nacht“ anzeigt und zu einer Zeit zu schlafen, in der die Umwelt „Tag“ signalisiert. Die innere Uhr jedes Menschen wird primär durch Tageslicht, aber auch durch soziale Zeitgeber im Umfeld auf einen 24-Stunden-Tag synchronisiert. Da beide Faktoren nicht mit dem Aktivitätsrhythmus eines schichtarbeitenden Menschen übereinstimmen, schläft und arbeitet der Schichtarbeiter also gegen seine innere Uhr und gegen den natürlichen 24-Stunden-Tag. Er ist gezwungen, während die innere Uhr des Organismus „Tag“ signalisiert, zu schlafen und während der subjektiven Ruhephase zu arbeiten.

Bei etwa 25 Prozent der Schichtarbeiter führt diese Diskrepanz zwischen innerer Uhr und äußeren Lebensumständen dazu, dass sie entweder über Schlaflosigkeit während ihrer Hauptschlafphase am Tage oder über exzessive Schläfrigkeit während ihrer Arbeitsphase klagen. Beide Symptome können auch gemeinsam auftreten. Lassen sich diese Beschwerden mit den Arbeitszeiten des Betroffenen in Verbindung bringen, so spricht man von einem Schichtarbeiter-Syndrom.

Wie häufig tritt das Schichtarbeiter-Syndrom auf?

Etwa zehn Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten regelmäßig oder zumindest gelegentlich im Nacht- oder Schichtdienst. Von ihnen klagen bis zu 95 Prozent über Schlafstörungen. Etwa 25 Prozent entwickeln ein chronisches Schichtarbeiter-Syndrom (ICD-10 G47.2).

Was sind die Symptome und Folgen des Schichtarbeiter-Syndroms?

Kennzeichnend für diese Erkrankung sind extreme Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten. Die Betroffenen leiden unter exzessiver Schläfrigkeit während der Arbeit oder unter Schlaflosigkeit während der Hauptschlafphase. Die Erkrankung kann zu einem erhöhten Unfallrisiko führen: Bis zu zwei Drittel der Betroffenen schlafen insbesondere bei monotonen und wiederkehrenden Arbeiten mehr als einmal in der Woche während der Arbeit ein. Wegen der Beeinträchtigung des Schlaf-Wach-Rhythmus steigt außerdem das Risiko, Gesundheitsstörungen wie Magen-Darm- oder Herz-Kreislauferkrankungen zu entwickeln.

Wie kann das Schichtarbeiter-Syndrom behandelt werden?

Die Therapie des schichtarbeitbedingten Syndroms ist vom individuellen Umfeld abhängig. Sofern möglich, sollte zunächst eine Optimierung der Arbeitsbedingungen angestrebt werden. Maßnahmen dazu können von der Beendigung der Schichtarbeit über eine Schichtplanoptimierung bis hin zur Verbesserung der Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz reichen. Daneben sollte das Schlafumfeld der Betroffenen optimiert werden. Auch Lichttherapie, Verhaltens- und Psychotherapie können geeignete therapeutische Maßnahmen darstellen. Zusätzlich sollte bei Bedarf eine Pharmakotherapie in Betracht gezogen werden. Hierzu steht in Deutschland mit Vigil® seit kurzem ein zugelassenes Arzneimittel zur Verfügung.


Quelle: Pressekonferenz der Firma Cephalon zum Thema „Schichtarbeiter-Syndrom: Leben gegen die innere Uhr. Indikationserweiterung für Vigil®.“ Am 24.10.2005 in Hamburg (medical relations) (tB).

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