Neu gestalteter ZQP-Ratgeber „Essen und Trinken“ bietet Tipps, wie man etwa Mangelernährung oder Flüssigkeitsmangel bei Pflegebedürftigen vermeiden kann.

Ernährung und Prävention: Wie pflegende Angehörige beim Essen und Trinken helfen können

Berlin (6. Februar 2018) – Essen und Trinken sind ein Leben lang hochbedeutsam. Der Körper braucht unter anderem Nährstoffe und Energie, um gesund zu bleiben. Ernährung ist daher gerade auch im hohen Alter und bei Pflegebedürftigkeit ein wichtiger Faktor von gesundheitlicher Prävention.

Aber für viele pflegebedürftige Menschen sind die täglichen Mahlzeiten belastend. Die Gründe dafür sind vielfältig: Kau- oder Schluckbeschwerden, motorische Einschränkungen, Appetitlosigkeit oder Vergesslichkeit können das Essen und Trinken erheblich erschweren. Das Risiko einer Mangelernährung steigt dann. Viele der etwa drei Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland benötigen daher Hilfe bei der Zubereitung der Mahlzeiten oder beim Essen und Trinken.

Daher hat die gemeinnützige Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) einen kostenlosen Ratgeber für pflegende Angehörige mit praktischen Hinweisen, aktuellem Basiswissen und anschaulichen Illustrationen rund um das Essen und Trinken entwickelt. Die Informationen entsprechen dem bestverfügbaren Pflegefachwissen und basieren unter anderem auf dem Expertenstandard zum Thema Ernährungsmanagement des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP).

„Beim Essen und Trinken unterstützen, ist eine der zentralen Tätigkeiten von pflegenden Angehörigen. Sie tragen dabei nicht nur zu einer bedarfsgerechten Ernährung bei. Es geht zum Beispiel auch um das sozial sehr wichtige Zusammensein bei einer gemeinsamen Mahlzeit und nicht zuletzt den Genuss“, sagt der ZQP-Vorstandsvorsitzende Dr. Ralf Suhr. „Zudem trainieren sowohl die Vorbereitung der Mahlzeiten als auch die Nahrungsaufnahme selbst die Muskeln und die Koordination der Pflegebedürftigen.“ Darum sollten sie so viel wie möglich selbst übernehmen und wenn nötig auch dazu angeleitet werden. Richtig beim Essen und Trinken zu helfen, könne für pflegende Angehörige sehr herausfordernd sein. Darum sei es wichtig, sie mit qualitätsgesichertem Rat zu unterstützen, so Suhr weiter.

Der Ratgeber gibt auf 36 Seiten einen Überblick, was bei der Ernährung Pflegebedürftiger wichtig ist. Zudem werden Tricks und Hilfsmittel vorgestellt, die Pflegebedürftigen das Essen und Trinken erleichtern. Pflegende Angehörige finden zahlreiche Hinweise, wie sie mit konkreten Problemen wie Schluckstörungen, Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Anzeichen für eine Fehlernährung oder Flüssigkeitsmangel umgehen können: Zum Beispiel sollten bei Schluckstörungen keine faserigen, krümeligen Lebensmittel gereicht werden. Bei Appetitlosigkeit sind kleinere, über den Tag verteilte Mahlzeiten sinnvoll. Ein Ernährungsprotokoll kann helfen, Mangelernährung frühzeitig zu erkennen.

Für eine gesunde Ernährung ist Zeit ein wichtiger Aspekt. „Pflegebedürftige sollten beim Essen und Trinken nicht gedrängt werden. Das Tempo sollte an ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten angepasst sein – auch wenn das manchmal sehr viel Geduld von den Helfern fordert. Jemanden zum Essen zwingen, ist absolut tabu. Aber auch wann und was gegessen wird, sollte mit dem Pflegebedürftigen abstimmt werden“, erklärt ZQP-Pflegeexpertin Daniela Sulmann.

Der Ratgeber „Essen und Trinken“ ist Teil der Ratgeberreihe des ZQP, die Angehörigen fundierte, alltagstaugliche Tipps für die häusliche Pflege an die Hand gibt.

  

  • Die Printausgaben können kostenlos per E-Mail beim ZQP bestellt werden: bestellung@zqp.de
  • Mehr zum Ratgeber und anderen Angeboten der Stiftung gibt es auf www.zqp.de


Quelle: Zentrum für Qualität in der Pflege, 06.02.2018 (tB).

MEDICAL NEWS

The best (and worst) materials for mask
Therapy delivered electronically more effective than face to face
COVID-19 brain complications found across the globe
Remdesivir can save more lives where ICUs are overwhelmed
Novel biomarker discovery could lead to early diagnosis for deadly…

SCHMERZ PAINCARE

DBfK: Besondere Rolle für Pflegeexpert/innen Schmerz – nicht nur in…
Vagus-Stimulation: Neuartige Strom-Impulse lindern Schmerz
Aktuelle Aspekte der Anwendung von Cannabinoiden in Schmerz- und Palliativmedizin:…
Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Ingwerextrakt hilft nicht zur Prophylaxe…
„LONTS“ – Langzeitanwendung von Opioiden bei nicht tumorbedingten Schmerzen: Dt.…

DIABETES

“Körperstolz”: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Robert Koch-Institut: Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks – Journal of Health…
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Finanzierung der ambulanten Krebsberatung weiterhin nicht gesichert
Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT: Anhaltspunkt für einen Nutzen
Eisenmangel/-anämie bei Tumorpatienten: Frühzeitige Diagnose und Therapie sind entscheidend
Gentest zur Vorbeugung von Chemotherapie-Nebenwirkungen. Alte Substanzen vor neuen Herausforderungen
Fortbildung für Pflegende zum „OncoCoach“

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei aktiver…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen
Welchen Verlauf nimmt COVID-19 bei Patienten mit Multipler Sklerose?

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…
Projekt VAFES: Expertenteam entwickelt Diagnosesystem für Parkinson-Patienten