Aktion „Schmerzens-Wunsch“

Die Initiative Schmerz messen gibt Schmerzpatienten und Ärzten eine Stimme

  • Initiative Schmerz messen sammelt Wünsche von Schmerzpatienten, ihren Angehörigen, Ärzten und Pflegenden Schmerzen werden meist nicht ausreichend gelindert
  • Aktion fordert bessere Versorgung und mehr Lebensqualität für Schmerzkranke
  • Pro Wunsch Spende an Deutsche Schmerzliga

Aktion Schmerzens-WunschOberursel (30. März 2009) – Mit der Aktion „Schmerzens-Wunsch“ gibt die Initiative Schmerz messen Schmerzpatienten, ihren Angehörigen sowie Ärzten und Pflegenden eine Stimme. Wünsche in Worte fassen, den Leidensdruck von Schmerzpatienten dokumentieren und die Öffentlichkeit für ihre Bedürfnisse sensibilisieren – das sind die Ziele der Aktion. Gefragt sind Patienten und Ärzte gleichermaßen, um gemeinsam Defizite in der Schmerztherapie offen zu legen. Wenn starke Schmerzen nicht ausreichend gelindert werden, schränkt dies die Lebensqualität der Patienten sehr ein. Hier setzt die Aktion „Schmerzens-Wunsch“ an: Betroffene können ihren Wunsch auf eine Postkarte schreiben und an die Initiative "Schmerz messen" schicken. Einsendeschluss ist der 30.09.2009. Ärzte, die die Aktionspostkarten in ihrem Wartezimmer auslegen möchten, können diese über die gleiche E-Mail-Adresse bei der Initiative Schmerz messen anfordern. Für jeden eingeschickten Wunsch spendet Mundipharma 1 Euro an die Deutsche Schmerzliga e.V. Diese Selbsthilfeorganisation hat das Ziel, die Versorgung und damit die Lebensqualität von Menschen mit chronischen Schmerzen zu verbessern.

Bei Schmerzpatienten sind alltägliche Tätigkeiten wie mit den Kindern im Garten zu spielen oder einen Beruf auszuüben meist stark eingeschränkt. Darunter leidet besonders ihre Lebensqualität. Häufig ziehen sie sich zurück und nehmen nicht mehr aktiv am Leben teil.

Etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland geht es so, denn sie leiden an chronischen Schmerzen. Verursacht werden diese Beschwerden meistens durch Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Rückenleiden, Osteoporose, Rheuma, Arthrose oder Arthritis. Aber auch Erkrankungen des Nervensystems und Tumorerkrankungen können zu chronischen Schmerzen führen. Viele Schmerzpatienten fühlen sich von ihrem Umfeld nicht verstanden und nicht ernst genommen. Im schlimmsten Fall wird ihnen sogar unterstellt, sie simulierten. Denn chronische Schmerzen schränken die Aktivität über einen langen Zeitraum stark ein, sind aber nicht sichtbar wie etwa ein gebrochener Arm.

Eine Stimme für die Bedürfnisse von Schmerzpatienten

Um sich für die Bedürfnisse von chronisch Schmerzkranken einzusetzen und die Öffentlichkeit für deren Anliegen zu sensibilisieren, haben die Deutsche Schmerzliga und die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie die Initiative Schmerz messen gegründet. Auf der gerade überarbeiteten Website www.schmerzmessen.de bietet sie Informationen rund um das Thema Schmerztherapie. Mit der Aktion „Schmerzens-Wunsch“ gibt die Initiative sowohl Schmerzpatienten und ihren Angehörigen als auch Ärzten und Pflegenden eine Stimme. Ziel ist es, deren Wünsche bezüglich der Schmerztherapie in Worte zu fassen, den Leidensdruck der Patienten zu dokumentieren und so gemeinsam auf den Handlungsbedarf in diesem Bereich hinzuweisen. Die Teilnehmer schicken ihren Wunsch an die Initiative Schmerz messen, c/o Deutsche Schmerzliga e.V., Adenauerallee 18, 61440 Oberursel oder per E-Mail an wunsch@schmerzmessen.de. Einsendeschluss ist der 30.09.2009. Ärzte, die die Aktionspostkarten in ihrem Wartezimmer auslegen möchten, können diese über die gleiche E-Mail-Adresse bei der Initiative Schmerz messen anfordern. Für jeden eingeschickten Wunsch spendet Mundipharma 1 Euro an die Deutsche Schmerzliga. Somit trägt jeder eingesandte Wunsch dazu bei, dem Ziel, die Lebensqualität von Menschen mit chronischen Schmerzen zu verbessern, ein Stück näher zu kommen.


Schmerzpatienten in Deutschland sind unterversorgt

Dieses Engagement ist wichtig, denn nur etwa 20 Prozent aller Schmerzpatienten erhalten eine adäquate Schmerztherapie Und das, obwohl in den vergangenen Jahren nennenswerte Fortschritte auf dem Gebiet der Schmerztherapie erzielt wurden und effektive sowie sehr gut verträgliche Schmerzmittel zur Verfügung stehen. Bei jedem Arztbesuch schöpfen die Patienten neue Hoffnung auf Schmerzlinderung. Jeder Rückschlag enttäuscht und entmutigt sie. Daher resignieren viele von ihnen und bekommen Depressionen. Patienten, die sich von einem Schmerztherapeuten untersuchen lassen möchten, müssen meist lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Denn das Angebot an schmerztherapeutischen Einrichtungen ist in Deutschland viel zu gering. Die Arztpraxen sind überfüllt und die Zeit der Ärzte für ihre Patienten ist begrenzt. Dieser Zustand ist für Schmerzpatienten und Ärzte sehr unbefriedigend.

Auch die aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen sorgen nicht dafür, dass sich die Situation der Schmerzpatienten verbessert. Im Gegenteil: Die Rahmenbedingungen im deutschen Gesundheits­system setzten Ärzte finanziell unter Druck. Damit erschweren sie es ihnen, den Wunsch der Patienten nach Schmerzlinderung zu erfüllen und so deren Lebensqualität zu erhöhen. Denn um Kosten zu sparen, fördern Neuerungen wie der Gesundheitsfonds, Rabatt- und Hausarztverträge eine Arzneimittelverordnung nach Preis statt nach wissenschaftlichem Standard. Das Wohl der Patienten gerät dabei in den Hintergrund. Dies gilt vor allem für Schmerzpatienten, da sie hohe ärztliche und medikamentöse Kosten verursachen. Solange wirtschaftliche Aspekte über Patientenbedürfnissen stehen, wird den Betroffenen eine effektive und gut verträgliche Schmerztherapie verwehrt. Diese Defizite möchte die Initiative Schmerz messen mit der Aktion „Schmerzens-Wunsch“ offen legen und so die Öffentlichkeit für die Wünsche von Schmerzpatienten und ihren Ärzten sensibilisieren.

Die Initiative Schmerz messen ist eine Kooperation der Deutschen Schmerzliga e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. mit der Unterstützung des Unternehmens Mundipharma. Sie möchte Schmerzpatienten, ihren Angehörigen und Interessierten Informationen zum Thema Schmerztherapie geben und ihnen zeigen, wie sie durch das Messen und die Dokumentation ihrer Schmerzen ihren Beitrag leisten können, um die für sie optimale Therapie und damit mehr Lebensqualität zu erhalten.

Auf der gerade überarbeiteten Website www.schmerzmessen.de informiert die Initiative unter anderem über folgende Themen: Schmerzursachen, Schmerzkrankheit, Schmerzdokumentation, Schmerzmedikamente und begleitende Maßnahmen. Zudem stehen ein Schmerz-Selbsttest, Termine zu Informations­veranstaltungen, Info-Materialien zum Download sowie Links und Adressen zur Verfügung.

Initiative Schmerz messen
c/o Deutsche Schmerzliga e.V.
Adenauerallee 18
61440 Oberursel

Internet: www.schmerzmessen.de


Quelle: Presseinformation der Initiative Schmerz messen vom 30.03.2009 (Dorothea Küsters Life Science Communications).

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