Aufklären, Dokumentieren, Informieren:

Entlassungsmanagement entlang des neuen Algorithmus

 

Von Prof. Dr. Mathias Plauth, Städtisches Klinikum Dessau

 

Mehr Qualität, weniger Aufwand: Der neue Algorithmus ermöglicht eine standardisierte Entlassung von Patienten in die ambulante Ernährungstherapie. Photo: BaxterBerlin (7. Dezember 2006) – Das ständige Sinken der Verweildauern und die frühe Entlassung aus der stationären Behandlung – oft als "blutige Entlassung" karikiert – erfordern eine wirksame und effiziente Zusammenarbeit von Behandlern im stationären und im ambulanten Bereich. Damit stationäre und ambulante Behandlung des Patienten tatsächlich "Hand in Hand" gehen, müssen essentielle Informationen an dieser Schnittstelle der Entlassung zeitnah, vollständig und verbindlich übergeben werden.

Dies ist besonders einleuchtend für komplexe Behandlungsformen, wie zum Beispiel die parenterale Ernährung, also die künstliche Ernährung mittels Infusion der Nährlösungen in die Blutbahn. Diese kann auch ambulant zu Hause durchgeführt werden und ist als heimparenterale Ernährung (Heim-PE) oder englisch home parenteral nutrition (HPN) nun seit über 30 Jahren verfüg­bar. Unter dauerhafter Heim-PE konnten viele Menschen nicht nur weiterleben, sondern voll im Leben als Berufstätige integriert werden; sogar Schwanger­schaften mit Geburt gesunder Kinder wurden damit möglich.

 

Neben dieser Maximalform der ambulanten Ernährungstherapie gibt es aber ein ganzes Spektrum anderer künstlicher Ernährungsformen, die auch ergän­zend zu einer normalen oralen Ernährung zum Nutzen der Patienten einge­setzt werden können. Ausgangspunkt ist immer die Diagnose einer drohenden oder bestehenden Mangeler­nährung und die Entscheidung des Arztes diese auch zu behandeln. Für diese Entscheidungen haben wir mit unserem "Algo­rithmus Ernährungstherapie" Hilfestellung geleistet.

 

Mittlere Verweildauern von beispielsweise 7,5 Tagen in internistischen Kliniken erlauben lediglich die Diagnosestellung und Einleitung einer Ernährungsthera­pie, die aber erst nach der Entlassung aus dem Krankenhaus durch Fortset­zung in der ambulanten Behandlung ihre volle Wirkung entfalten kann.

 

Wir wissen aber, dass in Deutschland 25 Prozent und mehr aller stationär im Krankenhaus behandelter Patienten mangelernährt sind und eigentlich einer entsprechenden Therapie bedürfen.

 

Doch mit der Entlassung sind eine Reihe von Fallstricken verbunden: Nicht alle im Krankenhaus eingesetzten Präparate können vom Hausarzt verordnet werden. Nicht jeder ambulante Pflegedienst kann Patienten mit einer heim-pa­renteralen Ernährung versorgen. Nicht jeder Hausarzt verfügt über die Kennt­nisse für die Verordnung und Durchführung einer ambulanten Ernährungsthe­rapie oder die Erkennung und Beherrschung ihrer Komplikationen. Nicht jede Apotheke kann Patienten, Angehörige oder Hausarzt in diesen Fragen kom­petent beraten. Nicht jeder Angehörige oder Patient fühlt sich dieser neuen Situation gewachsen. Nicht jeder Krankenhausarzt hat Erfahrung in der Orga­nisation einer ambulanten Ernährungstherapie und dem damit verbundenen Entlassungsmanagement.

 

All diese Fragen weisen auf die Notwendigkeit hin, schon während der statio­nären Behandlung ein Versorgungsnetzwerk für den Patienten zu bilden, in das hinein der Patient entlassen werden kann. Der vorliegende Algorithmus wurde entwickelt, alle Krankenhausärzte bei der Logistik der Entlassung ernäh­rungsmedizinische betreuter Patienten zu unterstützen und sie vom "Papier­krieg" zu entlasten.

 

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. Mathias Plauth
Städtisches Klinikum Dessau
Auenweg 38
06847 Dessau

 


Quelle: Presseworkshop der Firma Baxter zum Thema "Mehr Qualität, weniger Aufwand: Der neue Algorithmus Entlassungsmanagement" am 07. Dezember 2006 in Berlin (the messengers) (tB).

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